Heizung bei Abwesenheit im Winter: Frostschutz richtig planen
Zwei Wochen Abwesenheit im Jänner, ein Kälteeinbruch mit minus zwölf Grad, und niemand, der nach dem Haus sieht: In dieser Kombination entscheidet die Einstellung der Heizung darüber, ob beim Zurückkommen nur die Räume kühl sind oder ob eine Leitung geplatzt ist. Die Anlage selbst ist in wenigen Minuten umgestellt; der Aufwand liegt bei den Stellen, an denen Wasser in kalten Bereichen steht.
Muss die Heizung bei Abwesenheit laufen?
Die kurze Antwort lautet: absenken ja, abschalten nein. Ein unbeheiztes Haus bringt zwei Risiken mit. Das erste ist Frost: Steht Wasser in Leitungen, die durch Außenwände, Garage, Dachboden oder unbeheizte Kellerräume verlaufen, gefriert es bei anhaltender Kälte, dehnt sich aus und kann die Leitung beschädigen. Das betrifft die Trinkwasserleitungen ebenso wie die Heizungsanlage selbst. Das zweite Risiko ist Feuchtigkeit: Kühlen Wände und Möbel aus, schlägt die Feuchtigkeit der Raumluft an den kältesten Flächen nieder. Das Umweltbundesamt weist deshalb darauf hin, dass zu wenig Heizen die Schimmelgefahr erhöht.
Wie tief die Temperatur sinken darf, hängt von der Dauer ab. Das deutsche Umweltbundesamt nennt für einige Stunden Abwesenheit etwa 18 Grad, für wenige Tage 15 Grad; bleibt das Haus länger leer, darf es noch etwas tiefer sein. Entscheidend sind die Oberflächen von Wänden und Fenstern, nicht allein die Lufttemperatur. Diese Werte sind Empfehlungen von Fachstellen, keine gesetzlichen Grenzwerte. Wer zur Miete wohnt und unsicher ist, wie weit abgesenkt werden darf, klärt das mit der Hausverwaltung oder der Mietervereinigung.
Zwei Grundregeln helfen in jedem Fall. Erstens: Räume mit Wasserleitungen, meist Bad und Küche, dürfen nicht als Einzige auskühlen. Zweitens: Heizen Sie nicht von einem Raum in den anderen. Die Feuchtigkeit wandert mit der Wärme in den kälteren Raum und schlägt dort nieder, so das Umweltbundesamt.
Heizung richtig einstellen: Absenken statt ausschalten
Für die Abwesenheit ist der Absenkbetrieb der Regelung gedacht, nicht der Hauptschalter. Gas- und Ölheizungen haben meist ein Urlaubs- oder Absenkprogramm, Wärmepumpen einen reduzierten Betrieb. Die Anlage bleibt damit in Betrieb und fährt ihre Frostschutzfunktion, wenn die Temperatur weiter sinkt. Einzelne Heizkörperthermostate steuern nur den Durchfluss im jeweiligen Raum und sind bei zentraler Regelung das falsche Werkzeug. Lassen Sie die Ventile in genutzten Räumen offen und drehen Sie nur in unbeheizten Nebenräumen auf die Frostschutzstellung mit dem Schneeflocken-Symbol.
Was die Absenkung bringt, lässt sich als Verhältnis benennen: Ein Grad weniger Raumtemperatur senkt den Heizenergieverbrauch nach Angaben von co2online um rund sechs Prozent. Die kantonalen Energie- und Umweltfachstellen der Schweiz nennen 5 bis 7 Prozent je Grad. Konkrete Eurobeträge hängen von Gebäude, Heizsystem und Energiepreis ab und lassen sich nicht übertragen.
Zu weit absenken ist trotzdem ein Fehler. co2online warnt, dass ausgekühlte Wände und Möbel in schlecht gedämmten Wohnungen Schimmel begünstigen und beim Aufheizen wieder Energie kosten. In Gebäuden mit mehreren Wohnungen kommt hinzu, dass eine stark ausgekühlte Wohnung die Nachbarwohnungen mitkühlt — die Schweizer Fachstellen empfehlen dort, nicht unter etwa 12 Grad zu gehen.
Warmwasser: Ist das Haus mehr als vier Tage leer, ist es laut den Schweizer Fachstellen sinnvoll, das Boilerwasser auf Frostschutzniveau zu senken und eine vorhandene Zirkulationspumpe abzuschalten. Legionellen vermehren sich erst oberhalb von rund 20 Grad und sterben ab etwa 50 Grad ab. In Gebäuden mit zentraler Warmwasserbereitung ist das keine Entscheidung für einzelne Wohnungen — Hintergründe im Beitrag Legionellenprüfung.
So gehen Sie vor
- Abwesenheitsdauer und Wetterlage prüfen, dann die Zieltemperatur festlegen: wenige Tage 15 Grad, längere Abwesenheit im Einfamilienhaus tiefer.
- An der Regelung das Abwesenheits- oder Urlaubsprogramm aktivieren und die Anlage nicht am Hauptschalter ausschalten. Passt die Einstellung nicht, hilft eine Anpassung der Heizkurve.
- Thermostate in Bad und Küche geöffnet lassen, in unbeheizten Nebenräumen auf die Frostschutzstellung drehen.
- Wasser absichern: Außenwasserhahn absperren und entleeren, Bewässerungsanlage leer laufen lassen, Leitungen in Garage, Keller und Dachboden kontrollieren.
- Fenster schließen und nicht auf Kipp stehen lassen. Möbel mindestens zehn Zentimeter von Außenwänden wegrücken, wie das Umweltbundesamt empfiehlt.
- Eine Vertrauensperson bitten, einmal pro Woche nachzusehen. Vor der Rückkehr die Trinkwasserleitungen durchspülen, wie im Beitrag Trinkwasserleitungen nach dem Urlaub spülen beschrieben.
Was die Absenkung spart und wann ein Installateur sinnvoll ist
Einen belastbaren Eurobetrag für die Ersparnis gibt es nicht: Die Höhe hängt von Gebäude, Heizsystem, Energiepreis und Abwesenheitsdauer ab. Übertragbar ist nur die Relation von rund sechs Prozent je Grad (co2online) beziehungsweise 5 bis 7 Prozent (kantonale Energie- und Umweltfachstellen der Schweiz).
Wird ein Betrieb beauftragt, ist der Stundenverrechnungssatz die relevante Größe. Die folgenden Werte stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen und sind keine Fixpreise.
| Land | Leistung | Richtwert | Quelle und Stand |
|---|---|---|---|
| Österreich | Facharbeiterstunde Installateur, brutto | 81 bis 168 €; Partiestunde 119 bis 195 € (2023: 72 bis 118 €) | AK Niederösterreich, Preiserhebung Installateure, April 2025 |
| Österreich | Regiestundensätze Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechnik, netto zzgl. USt | 70,66 € Monteur, 60,96 € Hilfsmonteur, 91,28 € Spezialmonteur | Wirtschaftskammer Österreich, gültig ab 1. Jänner 2026 |
| Deutschland | Beispielrechnung Stundenverrechnungssatz eines Gesellen | 70,97 € netto, 84,45 € brutto; je Handwerk und Region deutlich abweichend | Handwerkskammer Region Stuttgart, Stand März 2026 |
| Schweiz | Stundensatz Sanitärinstallateur | kein frei zugänglicher Verbandsrichtwert; Angaben nur im Angebot | suissetec, Kalkulationsgrundlagen kostenpflichtig |
Zwei Hinweise: Die Wirtschaftskammer Österreich betont, dass ihre Regiesätze vom Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft festgelegt werden und keine Empfehlung der Bundesinnung sind. Und die Erhebung der AK Niederösterreich gilt für ein Bundesland, regionale Unterschiede sind zu erwarten. Ein eigener Posten ist die Anfahrt: In derselben Erhebung reichten die Kosten für Anfahrten im Ortsgebiet bis 15 Kilometer von inkludiert bis 98 Euro.
Wer die Regelung selbst bedienen kann, braucht keinen Betrieb. Sinnvoll wird die Beauftragung vor einer längeren Abwesenheit, wenn die Anlage seit Jahren keine Wartung hatte (Heizung warten lassen), wenn eine Zweitwohnung über Wochen leer steht oder wenn Außenleitungen entleert werden müssen und die Absperrung unklar ist. Klären Sie vorher, wen Sie während der Abwesenheit anrufen können — ein Rohrbruch wartet nicht auf die Rückkehr.
Regionale Unterschiede und häufige Fehler
Die Empfehlungen unterscheiden sich zwischen den drei Ländern, und sie gelten für unterschiedliche Gebäudetypen.
| Land | Zuständiger Fachbetrieb | Empfehlung für die Abwesenheit |
|---|---|---|
| Österreich | Installateur für Sanitär- und Heizungstechnik | keine vergleichbare öffentliche Temperaturempfehlung auffindbar |
| Deutschland | Installateur beziehungsweise SHK-Betrieb | rund 15 Grad bei wenigen Tagen Abwesenheit, bei längerer Abwesenheit etwas weniger (Umweltbundesamt) |
| Schweiz | Sanitärinstallateur | Ferien- und Wochenendhaus ab fünf Tagen auf 6 Grad; im Mehrfamilienhaus nicht unter rund 12 Grad (kantonale Energie- und Umweltfachstellen) |
Die Schweizer Empfehlung richtet sich an Ferien- und Zweitwohnungen in Bergregionen mit langer Heizperiode: Dort lohnt sich die Absenkung schon ab fünf Tagen, weil das Wiederaufheizen weniger Energie kostet als das Halten einer mittleren Temperatur. Für eine dauerhaft bewohnte Wohnung gilt sie nicht.
Die häufigsten Fehler sind schnell aufgezählt: die Anlage komplett ausschalten; nur an einen Raum denken und das Bad abdrehen, obwohl dort die meisten Leitungen liegen; Fenster gekippt lassen, um zu lüften; den Außenwasserhahn angeschlossen lassen; und beim Heimkommen alle Ventile bis zum Anschlag öffnen, was den Raum nicht schneller warm macht (co2online). Ein weiteres Detail: Bei sehr tiefer Absenkung können geöffnete Rollläden auf der Südseite durch Sonneneinstrahlung mehr Wärme bringen als geschlossene, wobei der Einbruchschutz abzuwägen bleibt.
Kontrollieren Sie vor der Abreise die Regelung, die Wasserstellen und die Thermostate in den Nebenräumen, und notieren Sie die eingestellte Temperatur. Bei einer alten Anlage oder einer Zweitwohnung lohnt es sich, die Einstellung einmal von einem Heizungsbetrieb prüfen und dokumentieren zu lassen. Betriebe in Ihrer Region finden Sie z. B. über die Suche auf ReparaturProfi.
Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.
Titelbild: Jan van der Wolf via Pexels.