Heizkurve der Heizung einstellen lassen: Was es bringt und kostet
Wenn die Heizung bei mildem Wetter zu stark aufheizt oder bei Kälte nicht richtig warm wird, liegt das oft an einer falsch eingestellten Heizkurve. Viele Hauseigentümer kennen diesen Begriff nicht, obwohl er einen der wirkungsvollsten Hebel für niedrigere Heizkosten darstellt. Ein Heizungsbauer kann die Einstellung meist in weniger als einer Stunde korrigieren.
Was ist die Heizkurve und warum ist sie wichtig?
Die Heizkurve ist eine Steuerungsfunktion moderner Heizungsanlagen. Sie legt fest, wie heiß das Wasser in den Heizungsrohren sein soll, abhängig von der Außentemperatur. Bei niedrigen Außentemperaturen brauchen die Heizkörper heißeres Wasser, bei mildem Wetter genügt eine niedrigere Vorlauftemperatur.
Die Kurve wird durch zwei Parameter bestimmt: die Steilheit (auch Neigung genannt) und die Parallelverschiebung (das Niveau). Die Steilheit gibt an, wie stark die Vorlauftemperatur bei fallender Außentemperatur ansteigt. Die Parallelverschiebung hebt oder senkt die gesamte Kurve um einen festen Betrag.
Eine zu steile Heizkurve führt dazu, dass die Heizung bei kaltem Wetter zu viel Energie verbraucht. Eine zu flache Kurve hingegen bedeutet, dass die Räume bei Minusgraden nicht warm genug werden. Laut Fachquellen senkt bereits eine Absenkung der Vorlauftemperatur um fünf Grad den Energieverbrauch um bis zu acht Prozent.
Anzeichen für eine falsch eingestellte Heizkurve
Folgende Symptome deuten auf eine suboptimale Einstellung hin:
- Die Räume werden bei mildem Wetter (über 10 Grad) zu warm, obwohl die Thermostate heruntergedreht sind.
- Bei Temperaturen unter null Grad erreichen die Räume trotz voll aufgedrehter Thermostate nicht die gewünschte Temperatur.
- Die Heizung taktet häufig (schaltet sich oft ein und aus), weil sie schnell überhitzt und dann wieder abkühlt.
- Der Brenner läuft lange, obwohl es draußen nicht besonders kalt ist.
Diese Probleme treten besonders häufig nach einer energetischen Sanierung auf. Wenn Fenster getauscht oder Fassaden gedämmt wurden, sinkt der Wärmebedarf des Gebäudes. Die alte Heizkurve passt dann nicht mehr.
Was der Heizungsbauer bei der Anpassung macht
Ein Heizungsfachmann geht bei der Optimierung in mehreren Schritten vor. Zunächst prüft er die aktuelle Einstellung am Heizungsregler und vergleicht sie mit den baulichen Gegebenheiten: Dämmstandard, Fensterqualität, Heizkörpertypen.
Dann passt er die beiden Hauptparameter an:
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Steilheit anpassen: Bei gut gedämmten Neubauten liegt der optimale Wert meist zwischen 0,3 und 0,6. Sanierte Altbauten benötigen eine mittlere Steilheit von etwa 1,0 bis 1,2. Unsanierte Altbauten mit alten Fenstern brauchen eine steilere Kurve von 1,4 bis 1,6.
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Niveau einstellen: Die Parallelverschiebung wird so gewählt, dass die Räume bei einer Außentemperatur von etwa fünf Grad ohne Überheizung angenehm warm werden.
Bei vielen Anlagen ist die Feinabstimmung erst nach einigen Tagen abgeschlossen. Der Fachmann kann eine Ersteinstellung vornehmen und empfehlen, bei extremer Kälte oder Wärme nachzujustieren. Manche Heizungsbauer bieten einen Optimierungsservice an, bei dem sie nach zwei bis vier Wochen nochmals vorbeikommen.
Kosten der Einstellung im DACH-Raum
Die Kosten für eine reine Heizkurven-Einstellung setzen sich aus Arbeitszeit und Anfahrt zusammen. Da der Eingriff meist zwischen 30 und 60 Minuten dauert, fallen in der Regel die Kosten für eine Arbeitsstunde an.
| Land | Stundensatz Heizungsbauer (brutto) | Typische Gesamtkosten |
|---|---|---|
| Deutschland | 60–110 € | 80–130 € |
| Österreich | 85–130 € | 100–150 € |
| Schweiz | 80–100 CHF | 100–150 CHF |
Stand 2026. Quellen: Wirtschaftskammer Österreich (WKO) für AT, SHK-Fachverband für DE, Branchenschätzungen für CH. Die Preise können je nach Region und Betrieb abweichen.
Im Vergleich dazu kostet ein vollständiger hydraulischer Abgleich zwischen 400 und 900 Euro, da dieser deutlich mehr Arbeitsaufwand erfordert. Die Heizkurven-Einstellung ist damit eine der günstigsten Maßnahmen zur Heizungsoptimierung.
Heizkurve vs. hydraulischer Abgleich: Was ist der Unterschied?
Diese beiden Maßnahmen werden oft verwechselt, ergänzen sich aber:
Die Heizkurve regelt, wie heiß das Wasser insgesamt wird. Sie betrifft die zentrale Steuerung der Anlage und wirkt auf das gesamte Heizsystem.
Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass jeder einzelne Heizkörper genau die richtige Wassermenge erhält. Er wird über Thermostatventile und Strangregulierventile eingestellt und behebt das Problem, dass manche Räume zu heiß und andere zu kalt werden.
Beide Maßnahmen sollten aufeinander abgestimmt sein. Wenn der hydraulische Abgleich durchgeführt wurde, sollte anschließend auch die Heizkurve geprüft werden, da sich die optimale Vorlauftemperatur ändern kann. Umgekehrt bringt eine perfekt eingestellte Heizkurve weniger, wenn das Wasser im Haus ungleichmäßig verteilt wird.
Für viele Haushalte ist die Heizkurven-Einstellung der sinnvolle erste Schritt, da sie schnell und günstig ist. Falls die Räume danach immer noch ungleichmäßig warm werden, ist ein hydraulischer Abgleich der nächste logische Schritt.
So finden Sie den richtigen Zeitpunkt
Die beste Zeit für eine Heizkurven-Optimierung ist der Spätsommer oder Frühherbst, bevor die Heizperiode beginnt. So kann der Fachmann die Grundeinstellung vornehmen und Sie haben während der kalten Monate Zeit, das Ergebnis zu beobachten und bei Bedarf nachjustieren zu lassen.
Für die Feinabstimmung der Steilheit sollte die Außentemperatur unter null Grad liegen, für die Parallelverschiebung über fünf Grad. Ein erfahrener Heizungsbauer berücksichtigt das bei der Terminplanung.
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Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.