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Bewässerungsanlage winterfest machen: Ablauf und Kosten im DACH-Raum

Wer eine automatische Gartenbewässerung besitzt, denkt im Sommer an Rasensprenger und Tropfschläuche — selten an den Winter. Doch genau das kann teuer werden. Gefrierendes Wasser in Leitungen, Ventilen und Regnern dehnt sich aus und sprengt das Material. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Vorbereitung im Herbst lassen sich diese Schäden zuverlässig vermeiden.

Warum die Einwinterung so wichtig ist

Wasser dehnt sich beim Gefrieren um etwa neun Prozent aus. Dieser Druck reicht aus, um Kunststoffrohre zu sprengen, Magnetventile zu beschädigen und Versenkregner zu zerstören. Besonders gefährdet sind unterirdisch verlegte Leitungen, weil dort das Restwasser nicht von allein abfließt.

Die Folgekosten sind erheblich. Laut Branchenportalen liegen die Reparaturkosten bei Frostschäden typischerweise zwischen 300 und 800 Euro — je nachdem, wie viele Komponenten betroffen sind und ob Erdarbeiten nötig werden. Bei größeren Anlagen mit mehreren Bewässerungskreisen kann es auch mehr sein.

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Besonders ärgerlich: Frostschäden zeigen sich oft erst im Frühjahr, wenn die Anlage wieder in Betrieb geht. Dann sind undichte Stellen bereits im Erdreich, und die Fehlersuche wird aufwendig.

Ablauf der Einwinterung

Die Einwinterung folgt einem festen Ablauf. Die einzelnen Schritte bauen aufeinander auf und sollten vollständig durchgeführt werden.

So gehen Sie vor

  1. Wasserzufuhr abstellen. Schließen Sie das Absperrventil, das die Bewässerungsanlage vom Hauswasseranschluss trennt. Bei Anlagen mit Hauswasserwerk oder Zisterne: Pumpe ausschalten.

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  2. Steuergerät ausschalten oder auf Wintermodus stellen. Viele moderne Bewässerungscomputer haben einen speziellen Wintermodus, der die Ventile stromlos schaltet, aber die Programmierung speichert.

  3. Leitungen entleeren. Bei Anlagen mit Gefälle kann das Wasser über Entwässerungsventile ablaufen. Bei unterirdisch verlegten Systemen ohne natürliches Gefälle ist das Ausblasen mit Druckluft nötig.

  4. Druckluft einblasen. Ein Kompressor bläst die Restfeuchtigkeit aus den Leitungen. Laut Fachquellen sollte der Druck zwischen 4 und 6 bar liegen, die Luftmenge bei 200 bis 400 Litern pro Minute. Zu hoher Druck kann Komponenten beschädigen.

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  5. Magnetventile öffnen und entleeren. Die Ventile sollten einzeln durchgeblasen werden, damit kein Wasser in den Ventilkörpern verbleibt.

  6. Oberirdische Komponenten abnehmen oder abdecken. Wasserhähne, Anschlussdosen und empfindliche Sensoren sollten — sofern möglich — demontiert und frostfrei gelagert werden.

Der richtige Zeitpunkt liegt in den meisten Regionen des DACH-Raums zwischen Mitte und Ende Oktober, also bevor die ersten Nachtfröste einsetzen. In höheren Lagen oder exponierten Gegenden kann es auch früher nötig sein.

Kosten im DACH-Raum

Die Kosten für die professionelle Einwinterung hängen von der Anlagengröße und der Anfahrt ab. Als Richtwert gelten 2026 etwa 80 bis 150 Euro für eine durchschnittliche Gartenanlage mit zwei bis vier Bewässerungskreisen.

Leistung Preisspanne (2026)
Einwinterung durch Fachbetrieb 80–150 €
Frostschäden-Reparatur 300–800 €
Kompressor-Miete (Selbstmontage) 30–60 € pro Tag

Diese Angaben stammen aus Branchenportalen und Fachbetrieb-Webseiten im deutschsprachigen Raum (u. a. gartenbau.org, gartenjournal.net). Die tatsächlichen Kosten können je nach Region, Anfahrtsweg und Anlagenkomplexität abweichen. In der Schweiz liegen die Preise erfahrungsgemäß etwas höher als in Deutschland und Österreich, was dem allgemeinen Lohnniveau entspricht.

Die Einwinterung wird üblicherweise von Gartenbaubetrieben, Landschaftsgärtnern oder spezialisierten Bewässerungstechnikern angeboten. In manchen Fällen übernehmen auch Installateure (in Österreich: Installateur, in Deutschland: SHK-Betrieb, in der Schweiz: Sanitärinstallateur) diese Arbeit, besonders wenn die Anlage an die Hausinstallation angebunden ist.

Selbst machen oder Fachbetrieb beauftragen

Wer handwerklich versiert ist und Zugang zu einem geeigneten Kompressor hat, kann die Einwinterung selbst durchführen. Das spart die Arbeitskosten, erfordert aber etwas Vorbereitung.

Selbst machen lohnt sich, wenn:

  • Die Anlage überschaubar ist (ein bis zwei Kreise, oberirdische Leitungen).
  • Sie bereits einen Kompressor mit ausreichender Leistung besitzen oder günstig mieten können.
  • Sie sich mit dem Aufbau Ihrer Anlage auskennen und wissen, wo alle Entwässerungspunkte liegen.

Ein Fachbetrieb ist sinnvoll, wenn:

  • Die Anlage unterirdisch verlegt ist und mehrere Bewässerungskreise umfasst.
  • Sie keinen geeigneten Kompressor haben (Baumarkt-Kompressoren liefern oft zu wenig Luftmenge).
  • Die Anlage an eine Regenwasserzisterne oder ein Hauswasserwerk angeschlossen ist.
  • Sie unsicher sind, ob alle Leitungsabschnitte entleert wurden.

Ein nicht vollständig entleertes System ist riskant: Schon kleine Wasserreste in einem Ventil oder einer Leitung können bei Frost Schäden verursachen. Im Zweifel ist die einmalige Investition in eine professionelle Einwinterung günstiger als eine Reparatur im Frühjahr.

Fazit

Die Einwinterung einer Bewässerungsanlage ist keine aufwendige Arbeit, aber sie muss gründlich gemacht werden. Der richtige Zeitpunkt ist vor dem ersten Frost, die Kosten für einen Fachbetrieb liegen bei 80 bis 150 Euro. Wer die Anlage selbst entleeren möchte, braucht einen leistungsstarken Kompressor und sollte alle Leitungsabschnitte systematisch durchblasen. Betriebe in Ihrer Region, die Bewässerungstechnik warten, finden Sie zum Beispiel über die Suche auf ReparaturProfi.

Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.

Titelbild: Birgit Böllinger via Pexels.

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