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Treppenhaus streichen lassen: Kosten, Ablauf und typische Fehler

Sobald die Außenarbeiten ruhen, holen Verwaltungen und Eigentümergemeinschaften die Angebote für das Stiegenhaus herein. Der Anlass ist selten spektakulär: vergilbte Wände, abgegriffene Handlaufzonen, Streifen im Streiflicht. Der Aufwand steckt weniger im Farbauftrag als in der Fläche über mehrere Geschosse, in der Rüstzeit und in den Trockenzeiten eines beheizten Hauses.

Warum die Fläche größer ist als gedacht

Ein Stiegenhaus besteht nicht aus einer Wand. Für jedes Geschoss kommt der Umfang des Treppenraums mal Raumhöhe zusammen, dazu die Decken über den Podesten und oft auch die Untersichten der Treppenläufe. Bei vier Geschossen ergibt das eine Fläche, die deutlich über der eines einzelnen Wohnraums liegt — und sie wird unterschätzt, weil man im Vorbeigehen immer nur einen Ausschnitt sieht.

Das Licht fällt im Treppenhaus meist seitlich durch ein Fenster ein. Dieses Streiflicht zeigt jeden Ansatz und jede unterschiedlich saugende Stelle im Untergrund. Zwei Anstriche nach einer Grundierung sind deshalb der Regelfall, bei starkem Farbwechsel kommt ein dritter hinzu.

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Der Verschleiß konzentriert sich auf wenige Zonen: Handlaufhöhe, Kanten von Stufen und Podesten, die Sockelzone mit Streugut aus dem Winter sowie die Wände um Lichtschalter und Briefkasten. Dazu kommen Vergilbung durch die Alterung der Dispersionsfarbe und Schwundrisse über Stürzen und in Ecken, die ein einfacher Anstrich nicht schließt.

Wer entscheidet und was vorher zu klären ist

Das Stiegenhaus zählt zu den gemeinschaftlichen Teilen. Wer über einen Anstrich entscheidet, richtet sich nach dem Wohnungseigentumsrecht: in Österreich nach dem Wohnungseigentumsgesetz, in Deutschland nach dem Wohnungseigentumsgesetz mit Beschluss der Eigentümerversammlung, in der Schweiz nach den Regeln des Stockwerkeigentums im Zivilgesetzbuch. Meist holt die Verwaltung Angebote ein und legt sie den Eigentümern vor.

Vor der Vergabe sollten diese Punkte schriftlich geklärt sein:

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  • Leistungsumfang: Wände, Decken und Untersichten, dazu Türen, Zargen, Heizkörper und Handlauf. Fehlt eine Fläche im Angebot, wird sie später nachgerechnet.
  • Farbton und Produktsystem: Muster im Originallicht beurteilen, nicht am Bildschirm.
  • Etappierung: geschossweise oder halbseitig, damit der Fluchtweg jederzeit benutzbar bleibt.
  • Arbeitszeiten, Lärm und Ankündigung gegenüber den Wohnungsnutzern.
  • Räumen und Reinigen: Wer entfernt Fahrräder, Kinderwagen und Blumenkisten, wer reinigt nach den Arbeiten.

In Mietwohnungen ist der Anstrich gemeinschaftlicher Flächen Sache des Eigentümers. Wer zur Miete wohnt, muss den Zugang zur Wohnung ermöglichen, wenn Türen oder Zargen gestrichen werden; die Ankündigungsfristen unterscheiden sich pro Land und stehen im Mietvertrag oder im jeweiligen Mietrecht.

Ablauf im bewohnten Haus

Im Treppenhaus wird fast immer gerüstet: ein Roll- oder Fahrgerüst auf dem Podest, bei hohen Treppenlöchern zusätzliche Leiterzüge. Diese Rüstzeit ist neben der Fläche der zweite große Kostenblock, weil sie vor jedem Farbauftrag umgebaut wird und der Weg an den Wohnungstüren frei bleiben muss.

Gestrichen wird von oben nach unten, damit Staub und Tropfen nicht auf frische Flächen fallen. Brandschutztüren mit Selbstschließer dürfen nicht mit Folie überklebt oder mit Keilen offengehalten werden; dieser Punkt gehört ins Angebot, weil er die Reihenfolge der Etappen bestimmt.

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In der Heizperiode trocknet Farbe langsamer, wenn das Haus die Fenster geschlossen hält. Stoßlüften am Morgen und am Abend bringt mehr als dauerhaft gekippte Fenster, bei denen Kondensat auf den frischen Flächen entsteht. Viele Hersteller schreiben zudem eine Mindesttemperatur für Untergrund und Raumluft vor — in einem kühlen Stiegenhaus ist das ein Terminkriterium.

Zur Abnahme gehört eine gemeinsame Begehung mit flach gehaltener Taschenlampe, dazu ein Blick auf Treppenstufen, Fensterbänke und Glasflächen. Farbnebel auf Trittflächen ist nicht nur ein optischer Mangel, sondern eine Rutschgefahr.

So gehen Sie vor

  1. Fläche überschlagen: je Geschoss Umfang der Treppenraumwände mal Raumhöhe, Decken und Untersichten dazurechnen.
  2. Leistungsumfang schriftlich festhalten: Flächen, Anzahl der Anstriche, Vorarbeiten, Rüstung, Abdecken, Entsorgung.
  3. Ein Muster von etwa einem Quadratmeter streichen lassen und erst nach der Trocknung entscheiden.
  4. Etappierung und Zugang mit Verwaltung und Hauswart (AT) beziehungsweise Abwart (CH) abstimmen.
  5. Angebote mit identischen Mengen, Anstrichen und Rüstpositionen vergleichen — worauf es dabei ankommt, steht im Beitrag zum Kostenvoranschlag.
  6. Abnahme mit Protokoll und Fotos, Mängel sofort notieren.

Kosten

Für ein Stiegenhaus gibt es keinen Kammerpreis und keinen Fixpreis. Betriebe kalkulieren über die Wandfläche oder über den Stundenaufwand; bei kleinen Häusern mit vielen Etappen ist die Abrechnung nach Stunden oft ehrlicher, weil der Rüstaufwand sonst im Flächenpreis verschwindet.

Land Abrechnungsbasis Belegte Spanne Bezugsjahr Quelle
Österreich Facharbeiterstunde, brutto 60 bis 114 €, Mittel rund 78 € Erhebung mit Stand November 2025 Arbeiterkammer Wien
Schweiz Regiestunde, ohne Mehrwertsteuer rund 107 CHF (Maler) bis rund 143 CHF (Malermeister) 2026 Regieansätze des SMGV
Deutschland Aufmaß nach Fläche oder Stunden keine von Kammern veröffentlichte Preisspanne 2026 Kalkulation durch die Betriebe

Zuschläge entstehen durch Arbeiten über Kopf und auf dem Gerüst, Rissesanierung und Spachteln, einen dritten Anstrich bei dunklem Farbton, Türen und Zargen, Abkleben von Glasflächen, Arbeiten am Wochenende und Entsorgung. Lassen Sie Stunden- und Flächenpreis getrennt ausweisen und das Aufmaß beilegen. Wie Handwerkerkosten steuerlich behandelt werden, ist in Österreich, Deutschland und der Schweiz unterschiedlich; einen Überblick gibt der Beitrag zum steuerlichen Absetzen von Handwerkerleistungen.

Häufige Fehler und regionale Unterschiede

Zuständig ist der Malerbetrieb: in Österreich der Maler und Tapezierer, in Deutschland der Maler und Lackierer, in der Schweiz fasst der Branchenverband Maler und Gipser zusammen. Auch beim Gebäudeteil gehen die Begriffe auseinander — Stiegenhaus (AT), Treppenhaus (DE und CH).

Der häufigste inhaltliche Fehler ist das falsche Farbsystem. Auf eine alte, kreidende Dispersionsfarbe gehört eine passende Grundierung, sonst haftet der neue Anstrich nicht. Auf einen mineralischen Anstrich aus Kalk- oder Silikatfarbe darf umgekehrt keine Dispersion, wenn die Wand diffusionsfähig bleiben soll. Schwundrisse, die nur überstrichen werden, öffnen sich in der nächsten Heizperiode wieder — dafür gibt es den Beitrag zu Rissen im Innenputz. Ist die Oberfläche uneben, entscheidet die vereinbarte Spachtelqualität über das Ergebnis, erklärt im Beitrag zu Q1 bis Q4.

Weil das Treppenhaus meist der notwendige Fluchtweg ist, kommen Anforderungen an die Oberfläche hinzu. Welche gelten, regeln in Österreich die OIB-Richtlinie 2 (Brandschutz), in Deutschland die Bauordnungen der Länder und in der Schweiz die kantonalen Brandschutzvorschriften. Lassen Sie sich im Angebot bestätigen, dass das gewählte Produkt zulässig ist; die Verwaltung kennt die Vorgaben für das Objekt.

Wer Flächen selbst vorbereitet, sollte die Reinigung abstimmen, damit Streugut nicht in die frische Farbe getragen wird — dazu passt der Beitrag zur Treppenhausreinigung.

Wenn zwei oder drei Angebote mit gleichem Leistungsumfang vorliegen, entscheidet selten der Preis allein, sondern die Frage, wer Rüstung, Abdeckung und Etappierung nachvollziehbar beschreibt und im Protokoll festhält. Betriebe in Ihrer Region finden Sie z. B. über die Suche auf ReparaturProfi.

Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.

Titelbild: Fez Brook via Pexels.

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