Brennholz richtig lagern: Restfeuchte prüfen und was es kostet
Mit der beginnenden Heizsaison wird Brennholz bestellt, gespalten und eingelagert. Ob das Holz dann Wärme liefert oder nur den Kamin verschmutzt, hängt an einem Wert, den man mit einem kleinen Messgerät selbst prüfen kann: der Restfeuchte. Wer sie kennt, kann beim Kauf nachverhandeln, beim Lagern nachsteuern und sicherer heizen.
Warum die Restfeuchte über Heizwert und Glanzruß entscheidet
Frisch geschlagenes Holz enthält rund die Hälfte seines Gewichts an Wasser. Dieses Wasser muss beim Verbrennen verdampfen, und die Energie dafür stammt aus dem Holz selbst. Der Österreichische Biomasse-Verband gibt an, dass lufttrockenes Holz gegenüber waldfrischem etwa den doppelten Heizwert hat. Feuchtes Holz liefert also deutlich weniger Wärme, obwohl es gleich viel kostet.
Der Unterschied lässt sich in Zahlen ausdrücken: Laut Biomasse-Verband ersetzt ein Raummeter Buchenholz rund 193 Liter Heizöl, ein Raummeter Fichtenscheite rund 135 Liter. Je Kilogramm liefern Hart- und Weichholz ähnlich viel Energie. Buche heizt nur deshalb länger, weil im Stapel mehr Holz steckt.
Kritisch wird es am Schornstein. Feuchtes Holz verbrennt bei zu niedriger Temperatur und unvollständig. Dabei entsteht vermehrt Ruß, und aus teerartigen Bestandteilen bildet sich Glanzruß — ein harter, glänzender Belag an der Kaminwand. Glanzruß ist brennbar und zählt zu den häufigsten Ursachen für Kaminbrände. Wie Sie im Ernstfall reagieren, beschreibt der Ratgeber zu Kaminbrand und Glanzruß. Dazu kommt Feinstaub: Feuchtes Holz verbrennt schmutziger, der Ausstoß steigt.
Restfeuchte messen und Holz richtig lagern
Zwei Begriffe werden oft verwechselt. Der Wassergehalt beschreibt den Wasseranteil bezogen auf die Gesamtmasse, die Holzfeuchte den Wasseranteil bezogen auf das Trockengewicht. Ein Wassergehalt von 20 Prozent entspricht rund 25 Prozent Holzfeuchte. Zeigt ein Messgerät 25 Prozent an, ist das Holz also nicht automatisch in Ordnung — entscheidend ist, welche Größe das Gerät ausgibt.
Richtwert für ofenfertiges Holz ist ein Wassergehalt unter 20 Prozent. In Deutschland legt die Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV, § 3 Absatz 3) fest, dass Holz mit einem Feuchtegehalt ab 25 Prozent bezogen auf das Trockengewicht nicht verfeuert werden darf. In Österreich vergibt der Waldverband das Gütesiegel „Ofenholz" für Holz heimischer Herkunft mit klar definierter Holzart, Scheiten bis 15 Zentimeter Seitenlänge und einem Wassergehalt von höchstens 20 Prozent.
Die Landwirtschaftskammern und das österreichische Umweltbundesamt empfehlen, den Wert nicht zu schätzen, sondern zu messen: mit einem handelsüblichen Holzfeuchtemessgerät im Inneren eines Scheits, der unmittelbar vorher gespalten wurde. An der Stirnseite oder an der Rinde messen Sie nur die Oberfläche, die immer trockener ist als der Kern.
Klangprobe, Gewichtsschätzung oder abblätternde Rinde sind allenfalls Anhaltspunkte. Verlassen Sie sich auf den Messwert.
So gehen Sie vor
- Klären Sie beim Kauf Holzart, Scheitlänge und Einheit: Raummeter geschichtet oder Schüttraummeter lose. Lassen Sie sich den Wassergehalt zusichern.
- Messen Sie bei der Lieferung selbst nach: ein bis zwei Scheite spalten, das Gerät in Faserrichtung ins Innere schieben.
- Liegt der Wert über 20 Prozent Wassergehalt, verheizen Sie das Holz nicht, sondern lagern Sie es nach und messen Sie später erneut.
- Lagern Sie gespalten statt rund — ungespaltene Scheite trocknen kaum nach — auf einer luftdurchlässigen Unterlage, mit Abstand zur Wand, oben abgedeckt und an den Seiten offen. Eine rundum geschlossene Verkleidung oder Folie staut Feuchtigkeit und fördert Schimmel.
- Prüfen Sie den Stapel vor der Heizsaison erneut. Entscheidend ist der Messwert, nicht das Alter des Holzes.
Wie ein Unterstand aussieht, der Regen abhält und trotzdem Luft durchlässt, zeigt der Artikel zum Brennholzunterstand.
Zur Lagerdauer gibt es unterschiedliche Angaben; viele Stellen nennen zwei bis drei Jahre. Ein Versuch der Landwirtschaftskammer Oberösterreich mit der HBLA Elmberg zeigte, dass früh gespaltenes, sonnig und luftig gelagertes Holz bereits in etwa 28 Wochen unter 20 Prozent Wassergehalt kommt. Weichholz trocknet grundsätzlich schneller als Hartholz wie Buche oder Eiche.
Was Brennholz kostet: Raummeter, Schüttraummeter und Ster
Die Mengeneinheiten sind die größte Fehlerquelle beim Preisvergleich. Ein Festmeter ist ein Kubikmeter massives Holz. Ein Raummeter (in der Schweiz: Ster) ist ein Kubikmeter geschichtetes Holz samt Luft dazwischen. Ein Schüttraummeter ist ein Kubikmeter lose geschüttetes Holz. Nach Angaben des Österreichischen Biomasse-Verbands entspricht ein Raummeter ofenfertig geschichtetes Holz rund 1,67 Schüttraummetern; in Deutschland wird ein Schüttraummeter mit rund 0,7 Raummeter gerechnet. Vergleichen Sie Angebote deshalb immer in derselben Einheit.
| Land | Einheit | Preisrahmen 2026 | Quelle und Stand |
|---|---|---|---|
| Österreich | Raummeter ofenfertig zugestellt, inkl. MwSt. | Rotbuche 140–155 €, Weichholz 100–115 € | Landwirtschaftskammer Niederösterreich, 21.09.2026 |
| Österreich | Raummeter Meterscheiter, netto, frei Waldstraße | Hartholz 80–131 €, Weichholz 60–110 € je Bundesland | Landwirtschaftskammer Österreich, Holzmarktbericht September 2026 |
| Deutschland | Schüttraummeter ofenfertig (30–33 cm) | Buche meist 120–135 €, teils 150–165 €, Nadelholz 75–100 € | Fachpresse (agrarheute, Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt), September 2026 |
| Schweiz | Ster ofenfertig gespalten (33 cm), exkl. Lieferung | Buche 180–220 Fr., Laubholz gemischt 170–190 Fr., Nadelholz 160–170 Fr. | Schweizer Bauernverband, Richtpreise gültig ab 28.09.2026 |
Alle Werte sind Spannen aus öffentlich publizierten Richt- und Marktpreisen, keine Fixpreise. Was Sie tatsächlich zahlen, hängt von Region, Holzart, Trocknungsgrad, Scheitlänge und Lieferweg ab. In waldreichen Gebieten ist Holz meist günstiger als in Ballungsräumen, kammergetrocknete Ware teurer als luftgetrocknete.
Wann Ofenbauer, Rauchfangkehrer, Schornsteinfeger oder Kaminfeger gefragt sind
Am Gerät selbst hilft die Feuchtemessung nicht weiter. Risse im Kachelofen, poröse Dichtungen, eine blinde Sichtscheibe oder ein rostiges Rauchrohr gehören in die Hand eines Holzofen- und Kaminbauers. Wann Dichtungen fällig sind, steht im Artikel zu Kaminofen-Dichtungen, das Rauchrohr behandelt dieser Ratgeber.
Für den Schornstein ist in Österreich der Rauchfangkehrer, in Deutschland der Schornsteinfeger und in der Schweiz der Kaminfeger zuständig. Er kehrt, kontrolliert und beurteilt, ob der Kamin betriebssicher ist. Zieht der Ofen trotz trockenem Holz schlecht, ist das ein Fall für ihn — Ursachen und Abhilfe beschreibt der Artikel Schornstein zieht schlecht.
Die Kehr- und Kontrollintervalle sind nicht einheitlich. In Deutschland regelt die Kehr- und Überprüfungsordnung die Fristen, in Österreich ist die Kehrung Landessache und in den Kehrordnungen der Bundesländer geregelt, in der Schweiz legen die Kantone den Turnus fest — bei Holzfeuerungen liegt er häufig bei ein bis drei Jahren. Verlässliche Auskunft geben die zuständige Kammer, die Gemeinde oder der zuständige Kaminfeger. Einen Überblick über Pflichten und Kosten nach Land gibt der Artikel Schornsteinfeger, Rauchfangkehrer, Kaminfeger.
Ein trockener Stapel, ein Messgerät und ein Blick auf die Mengeneinheit lösen die meisten Probleme vor der Heizsaison. Zeigt der Ofen trotz trockenem Holz Auffälligkeiten — schlechter Zug, schnell verrußte Scheibe, Risse am Kamin — sollte ein konzessionierter Betrieb prüfen. Betriebe in Ihrer Region finden Sie z. B. über die Suche auf ReparaturProfi.
Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.
Titelbild: Ivan Petrov via Pexels.