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Kaminbrand und Glanzruß: Ursachen, Warnzeichen und was zu tun ist

Mit dem Start der Heizperiode wird in vielen Wohnzimmern wieder täglich eingeheizt. Dabei zeigt sich, was über den Sommer im Schornstein gewachsen ist: eine harte, glasartig glänzende Schicht, die den Querschnitt verengt und bei der nächsten kräftigen Hitze zu brennen beginnt. Ein Kaminbrand kommt selten überraschend — er hat fast immer eine Vorgeschichte aus Holzqualität, Luftzufuhr und Kehrrhythmus.

Kaminbrand und Glanzruß: wie das entsteht

Glanzruß ist eine teerartige Ablagerung, die bei unvollständiger Verbrennung entsteht und sich fest an der Schachtwand festsetzt. Die Fachinformationen der Ofenbranche, etwa der Ofenakademie, nennen drei Hauptursachen: zu feuchtes Holz, zu wenig Verbrennungsluft und einen dauerhaft gedrosselten Betrieb.

Feuchtes Holz ist der häufigste Auslöser: Als Richtwert gilt eine Restfeuchte von höchstens 20 Prozent, optimal sind etwa 15 Prozent. Nasses Holz verbrennt unvollständig, und ein Teil der Heizenergie geht für das Verdampfen des Wassers verloren.

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Dazu kommt die Luftzufuhr. Wer über Nacht die Verbrennungsluft fast vollständig abdreht, betreibt den Ofen im Schwelbrand — mit niedriger Temperatur und viel Ablagerung. Eine zu seltene Kehrung lässt die Schicht weiterwachsen, der Querschnitt verengt sich, der Zug wird schlechter. Anzeichen dafür beschreibt der Beitrag Schornstein zieht schlecht.

Im Brandfall entstehen im Schacht Temperaturen von über 1.000 bis rund 1.300 Grad Celsius, wie Bürgerinformationen der Feuerwehren angeben. Das beansprucht Mauerwerk, Fugen und Verwahrungen stark und kann einen Dachstuhlbrand auslösen.

Warnzeichen erkennen und im Ernstfall richtig handeln

Ein Kaminbrand kündigt sich meist hörbar an: Es röhrt oder braust im Ofenrohr, dazu knackt und knistert es. Weitere Zeichen sind ein ungewöhnlich heißes Rauchrohr, Flammen oder Funken an der Kaminmündung, herabfallende Rußflocken und Brandgeruch im Haus.

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Die Empfehlungen der Feuerwehren sind einheitlich: Ruhe bewahren, die Feuerstätte außer Betrieb nehmen, brennbare Gegenstände abrücken, das Gebäude verlassen und die Feuerwehr rufen. Angaben zu Ofentyp und Schachtzugang helfen den Einsatzkräften.

Niemals mit Wasser löschen: Bei diesen Temperaturen verdampft ein Liter Wasser zu rund 1.700 Litern Wasserdampf, der entstehende Druck kann den Schacht bersten lassen. Die Feuerwehr verständigt in der Regel den zuständigen Rauchfangkehrer oder Schornsteinfeger, weil die Abgasanlage nach dem Brand geprüft werden muss.

Ein gestörter Abgasweg ist auch ein Risiko für Kohlenmonoxid, das geruchlos in den Wohnraum gelangen kann. Warum ein Warngerät sinnvoll ist, erklärt der Ratgeber CO-Melder installieren.

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So gehen Sie vor

  1. Feuerstätte außer Betrieb nehmen, alle Türen und die Verbrennungsluftzufuhr dicht schließen.
  2. Kein Wasser und keine Löschmittel in den Kamin geben.
  3. Haus verlassen, Nachbarn warnen, Feuerwehr rufen: 122 in Österreich, 112 in Deutschland, 118 in der Schweiz.
  4. Zufahrt freihalten und die Einsatzkräfte einweisen.
  5. Erst nach der Kontrolle durch den Rauchfangkehrer oder Schornsteinfeger wieder einheizen und den schriftlichen Befund aufbewahren.

Vorbeugen: trockenes Holz, ausreichend Luft, regelmäßige Kehrung

In Deutschland darf nach der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) nur Brennholz mit einer Holzfeuchte unter 20 Prozent verheizt werden — darauf weist die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft hin. In Österreich und der Schweiz gibt es keine solche bundesweite Grenze.

Messen statt schätzen: Ein Holzfeuchte-Messgerät zeigt an der frisch gespaltenen Fläche verlässliche Werte. Holz wird gespalten, luftig und überdacht gelagert; Details nennt der Beitrag Brennholzunterstand bauen lassen.

Beim Anheizen braucht das Feuer reichlich Luft. Erst wenn das Holz gut brennt, wird die Luftzufuhr reduziert — aber nie ganz geschlossen. Helle, kräftige Feuer mit trockenem Holz sind besser als lange Schwelbrände. Lackiertes, beschichtetes oder behandeltes Holz gehört nicht in den Ofen.

Zur Technik gehören auch Dichtungen und Rauchrohr: Poröse Dichtungen lassen Falschluft in den Brennraum, ein undichtes Rauchrohr verändert den Zug. Beides ist Thema der Beiträge Kaminofen-Dichtungen erneuern und Rauchrohr prüfen und tauschen.

Kehrtermine sollten Sie wahrnehmen, auch wenn die Anlage sauber wirkt. Zusätzliche Kontrollen sind anlassbezogen nötig: nach der Erstinbetriebnahme, nach Umbau oder Tausch der Feuerstätte, nach längerer Nichtbenutzung und nach jedem Brand.

Rauchfangkehrer, Schornsteinfeger, Kaminfeger: wer wann kommen muss

Frage Österreich Deutschland Schweiz
Berufsbezeichnung Rauchfangkehrer Schornsteinfeger Kaminfeger
Grundlage Feuerpolizei- und Luftreinhalterecht der Länder Schornsteinfeger-Handwerksgesetz, Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) kantonale Vorschriften und Russordnungen
Wer arbeitet öffentlich zugelassener Rauchfangkehrer im Kehrgebiet Kehr- und Überprüfungsarbeiten frei vergebbar, Feuerstättenschau beim bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger in Monopolkantonen zugeteilt, in liberalisierten Kantonen frei wählbar
Intervalle landesgesetzlich festgelegt, je Bundesland unterschiedlich bundeseinheitlich nach KÜO; Feuerstättenschau spätestens alle fünf Jahre kantonal geregelt
Besonderheit Wechsel nur innerhalb des politischen Bezirks, in Oberösterreich nur zwischen 1. Juni und 30. September Umfang der Arbeiten ergibt sich aus dem Feuerstättenbescheid Aufsicht je Kanton bei Gebäudeversicherung oder Umweltamt

In Österreich legt jedes Bundesland die Überprüfungs- und Kehrintervalle per Verordnung fest; die Preise sind Höchsttarife — darauf weist die Wirtschaftskammer Österreich hin. In Niederösterreich ist bei Wohngebäuden mindestens eine feuerpolizeiliche Beschau innerhalb von zehn Jahren vorgesehen.

In Deutschland ist die Feuerstättenschau hoheitliche Aufgabe des bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegers und darf frühestens drei, soll spätestens fünf Jahre nach der letzten stattfinden. Die regelmäßigen Kehr- und Überprüfungsarbeiten dürfen Eigentümer seit dem 1. Januar 2013 auch an andere zugelassene Betriebe vergeben, wie das Bundesministerium für Wirtschaft erläutert.

In der Schweiz ist das Kaminfegerwesen kantonal geregelt. Der Verband Kaminfeger Schweiz beschreibt zwei Modelle: fest zugeteilte Gebiete in einem Teil der Kantone, freie Wahl des Betriebs in einem anderen. Kontrolliert und gereinigt werden müssen Feuerungsanlagen in jedem Fall. Einen Überblick über die Pflichten gibt der Ratgeber Schornsteinfeger, Rauchfangkehrer, Kaminfeger.

Was Kehrung, Kontrolle und Sanierung kosten

Die folgenden Richtwerte stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen und sind keine Fixpreise; die Rechnung hängt von Anlage, Gebäudegröße, Region und Aufwand ab.

Land Leistung Richtwert Quelle und Stand
Österreich Überprüfung und Kehrung, Abgasanlage Jahresgrundgebühr 21,66 bis 33,94 € netto je Abgasanlage, plus Arbeitsgebühr 1,94 bis 8,44 € netto je Geschoß Arbeiterkammer Niederösterreich und Landesinnung der Rauchfangkehrer, Rauchfangkehrerfibel, Stand 2021
Deutschland Pflichtarbeiten (Berechnungsbasis) Arbeitswert 1,40 € netto je Arbeitswert, bundeseinheitlich § 6 Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO), Stand 2025/2026
Deutschland Jahreskosten Einfamilienhaus rund 80 bis 150 €; mit Kaminofen 100 bis 200 € Kostenportal ratgeber.blauarbeit.de, Stand 2026
Deutschland Kaminsanierung, Edelstahlrohr einziehen rund 1.000 bis 3.000 € Kostenportal ratgeber.blauarbeit.de, Stand 2026
Schweiz Kaminreinigung und Feuerungskontrolle 80 bis 200 CHF pro Termin Kostenportal kostenverstehen.ch, Stand 2026; Tarife in vielen Kantonen behördlich geregelt (Preisüberwacher)

In Österreich sind die Beträge Höchsttarife und können über den Werten der Fibel liegen. In Deutschland richtet sich die Gebühr nach der Anzahl der Arbeitswerte, weshalb die Jahressummen regional abweichen. In der Schweiz bestimmt in Kantonen mit fest zugeteilten Gebieten die Kantonsregierung die Tarife, in Kantonen wie Zürich, Zug oder Basel-Stadt bilden sie sich im Wettbewerb.

Nach einem Kaminbrand ist die Abgasanlage meist nicht mehr ohne Weiteres nutzbar. Sind Züge gerissen oder verschmutzt, kommt ein neues Rohr oder eine Reprofilierung in Frage; Methoden und Preise nennt der Ratgeber Schornstein sanieren lassen. Lassen Sie Angebote mit Leistungsumfang, Material, Abnahme sowie netto und brutto geben und klären Sie vorab, ob eine Versicherung Brandschäden abdeckt.

Wer die Holzfeuchte vor dem Verheizen misst, die Luftzufuhr nicht komplett abdreht und die Kehrtermine einhält, senkt das Risiko eines Kaminbrands deutlich. Nach einem Brand gilt: erst kontrollieren lassen, dann wieder heizen. Betriebe in Ihrer Region finden Sie z. B. über die Suche auf ReparaturProfi.

Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.

Titelbild: Andrea Piacquadio via Pexels.

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