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Kaminofen richtig anheizen: Anzünden, Nachlegen und Luftzufuhr

Ende Oktober gehen in vielen Häusern die ersten Dauerfeuerungen der Saison in Betrieb. Der Ofen stand seit dem Frühjahr kalt, der Schornstein ist ausgekühlt, und jetzt zeigt sich, ob Holz, Luftführung und Zug zusammenpassen. Was als kleiner Rauchaustritt beginnt, endet oft als Rußbelag an der Sichtscheibe.

Warum die ersten Heizwochen zählen

Ein kalter Schornstein hat kaum Auftrieb. In den ersten Minuten nach dem Anzünden kann deshalb Rauch aus dem Ofen austreten, obwohl die Anlage in Ordnung ist. Wer dann mit wenig Luft und viel Holz arbeitet, erzeugt unvollständige Verbrennung: Ruß und Teer schlagen sich am Zug nieder, statt mit dem Abgas abzuziehen.

Besonders kritisch ist Glanzruß, eine harzige Schicht im Kamin. Sie entsteht bei zu niedriger Verbrennungstemperatur, feuchtem Holz oder gedrosselter Luft und ist der typische Auslöser eines Kaminbrands. Was im Ernstfall zählt, steht im Ratgeber zu Kaminbrand und Glanzruß; die Grundlage liefert trockenes Holz, siehe Brennholz richtig lagern.

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Die Abgrenzung zum Defekt gelingt meist über die Wiederholbarkeit. Qualmt es nur beim ersten Anheizen, bei Wind oder milder Witterung, liegt es oft an kaltem Zug und Anzündtechnik. Qualmt es dauerhaft, auch mit abgelagertem Holz, ist die Anlage zu prüfen.

Anzünden von oben: Anzündholz, Anheizklappe, Luftzufuhr

Beim Anzünden von oben liegt das Anzündholz auf dem Scheitholz, nicht darunter. Das Feuer brennt sich von oben nach unten in den Stapel, die Flamme bleibt lange heiß, und es entsteht in der Startphase deutlich weniger Rauch als beim Anzünden von unten.

Entscheidend sind die beiden Luftwege. Die untere Luftzufuhr (Primärluft) führt Sauerstoff unter das Holz, die obere (Sekundärluft) versorgt die Flammengase und hält die Sichtscheibe frei. Beim Anheizen bleibt die untere Klappe geschlossen, die obere geöffnet.

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Eine Anheizklappe verkürzt den Abgasweg und hilft dem kalten Schornstein in den ersten Minuten. Sie bleibt offen, bis das Feuer stabil brennt. Ob Ihr Gerät eine solche Klappe hat, steht in der Bedienungsanleitung.

So gehen Sie vor

  1. Anheizklappe, falls vorhanden, und obere Luftzufuhr öffnen; den Aschekasten schließen.
  2. Zwei bis drei kleinere Scheite kreuzweise legen und Anzündholz darüber schichten.
  3. Mit einer Anzündhilfe anzünden. Flüssige Brandbeschleuniger gehören nicht in den Ofen.
  4. Die Tür nur angelehnt lassen, wenn die Bedienungsanleitung es vorsieht; die untere Luftzufuhr bleibt zu.
  5. Tür und Anheizklappe schließen, sobald das Feuer gleichmäßig brennt, und über die obere Klappe regeln.
  6. Erst auf ein Glutbett nachlegen und die Luft vor dem Öffnen der Tür kurz aufdrehen.

Nachlegen und regeln: Holzmenge und Betrieb über Nacht

Nachgelegt wird auf Glut, nicht in eine hohe Flamme. Wird die Tür bei geschlossener Luft geöffnet, kann Rauch in den Raum schlagen; deshalb vorher die Klappe öffnen und langsam aufziehen. Kleine Scheite zünden schneller durch als einzelne große Blöcke.

Die Holzmenge sollte so bemessen sein, dass die Flammen Raum haben und nicht gegen die Ofendecke schlagen. Ein überfüllter Brennraum zusammen mit gedrosselter Luft ist die häufigste Kombination für unvollständige Verbrennung.

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Beim Betrieb über Nacht ist Zurückhaltung sinnvoll. Eine große Ladung bei vollständig geschlossener Luft bedeutet Schwelbetrieb: wenig Wärme, dafür viel Rauch und Ruß. Ein kleinerer Aufgabesatz mit leicht geöffneter Luft ist die bessere Wahl.

Häufige Fehler beim Nachlegen und Regeln:

  • Feuchtes Holz, das erst Wasser verdampfen muss und die Verbrennung abkühlt.
  • Dauerhaft geschlossene Klappen, erkennbar an schwarzer Scheibe und trägem Feuer.
  • Poröse Türdichtungen, die Falschluft zulassen; wann ein Tausch fällig ist, steht unter Kaminofen-Dichtungen erneuern.
  • Ein voller Aschekasten, der die Luftführung im Bodenbereich stört.

Qualm und Ruß: Bedienfehler oder Defekt

Verschwindet der Rauch nach dem Anzünden, war meist der Zug kalt. Bleibt der Qualm bei geschlossener Tür und trockenem Holz, ist die Ursache zu prüfen: ein verschmutzter Zug, ein zu langer oder mehrfach geknickter Rauchrohransatz, ein zu enger Querschnitt oder fehlende Verbrennungsluft im Aufstellraum.

Auch Unterdruck spielt mit, etwa durch Dunstabzug oder Lüftungsanlage in dichten Gebäuden. Bei milder Witterung ist der Temperaturunterschied zwischen Abgas und Außenluft klein, dann macht sich ein Zugproblem häufiger bemerkbar; Details dazu unter Schornstein zieht schlecht.

Auf einen Defekt deuten diese Beobachtungen:

  • Rauch tritt an Rauchrohrverbindungen oder an der Kaminverkleidung aus.
  • Die Sichtscheibe verrußt trotz trockenem Holz schnell, die Türdichtung liegt sichtbar nicht an.
  • Es riecht dauerhaft nach Rauch in der Wohnung, auch ohne Betrieb.
  • Der Ofen brennt nach einer Reinigung kurz besser und danach wieder schlechter.

Für Ofen und Anschluss ist der Holzofen- oder Kaminbauer zuständig, für Abgasanlage und Überprüfung der Schornsteinfeger, Rauchfangkehrer oder Kaminfeger. Die Bezeichnungen sind nicht austauschbar:

Begriff (AT) Begriff (DE) Begriff (CH)
Rauchfangkehrer Schornsteinfeger Kaminfeger
Zimmerofen Kaminofen Cheminéeofen

In Österreich sind die Kehr- und Überprüfungsintervalle landesgesetzlich geregelt. Eine zusätzliche Überprüfung ist unter anderem nach der ersten Inbetriebnahme, nach einer Instandsetzung, nach wesentlichen baulichen Änderungen und nach längerer Nichtbenützung vorgesehen, wie die Arbeiterkammer Niederösterreich zusammenfasst. In Deutschland hat die Feuerstättenschau binnen sieben Jahren zweimal zu erfolgen, wie die sächsische Landesverwaltung erläutert. In der Schweiz gilt kantonales Recht: Die Gebäudeversicherung Kanton Zürich schreibt für Gasfeuerungen eine jährliche Kontrolle vor, bei raumluftunabhängigen Geräten alle zwei Jahre.

Kosten: Kehrung, Rußentfernung und Überprüfung

In Österreich sind die Entgelte für Rauchfangkehrerarbeiten Höchsttarife, die der Landeshauptmann je Bundesland per Verordnung festsetzt; die Wirtschaftskammer Österreich verweist auf die Höchsttarifverordnung des jeweiligen Bundeslandes. Für Wien gilt seit 1. Jänner 2026 der Kehrtarif 2026 im Landesgesetzblatt: Mindestjahrestarif 79,77 Euro brutto einschließlich Objekt- und Wohnungstarif, 1,96 bis 5,60 Euro brutto je Meter Fang und für Arbeiten, die der Tarif nicht erfasst, 12,91 bis 16,49 Euro je angefangene Viertelstunde für Geselle oder Meister.

In Deutschland sind nur die hoheitlichen Tätigkeiten bepreist: Feuerstättenschau, Feuerstättenbescheid und eine Überprüfung, bei der tatsächlich Mängel festgestellt wurden. Die Gebühr ergibt sich aus Arbeitswerten, die nach Paragraf 6 der Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) mit 1,40 Euro zuzüglich Umsatzsteuer bewertet sind. Kehren, Messen und die im Feuerstättenbescheid festgelegten Arbeiten kalkuliert der Betrieb selbst.

In der Schweiz gibt es keinen einheitlichen Tarif. Der Preisüberwacher des Bundes weist darauf hin, dass Kantone mit fest zugeteilten Gebieten die Kaminfegerpreise hoheitlich festlegen, während sie in Zürich, Zug oder Basel-Stadt im Wettbewerb entstehen. Die Gebäudeversicherung Kanton Zürich empfiehlt, vorab eine Offerte zu verlangen und den Arbeitsrapport aufzubewahren.

Land Leistung Ansatz 2026 Quelle
AT (Wien) Mindestjahrestarif brutto 79,77 € Kehrtarif 2026, Landesgesetzblatt für Wien
AT (Wien) Kehrung je Meter Fang 1,96 bis 5,60 € brutto Kehrtarif 2026, Landesgesetzblatt für Wien
AT (Wien) Nicht tariflich geregelte Arbeiten 12,91 bis 16,49 € je angefangene Viertelstunde Kehrtarif 2026, Landesgesetzblatt für Wien
DE Hoheitliche Gebühren Arbeitswert 1,40 € netto, Anzahl je Fall unterschiedlich Paragraf 6 KÜO
CH Kein bundesweiter Tarif kantonal geregelt oder frei vereinbart, Offerte verlangen Preisüberwacher, GVZ Kanton Zürich

Folgenreich wird ein misslungener Anheizversuch erst, wenn sich über eine Saison Glanzruß bildet und ein Kaminbrand entsteht. Ob Züge gerissen, Rohre verzogen oder Teile der Abgasanlage beschädigt sind, zeigt die Überprüfung; ohne Befund lassen sich die Kosten einer Instandsetzung nicht beziffern.

Prüfen Sie zuerst Holzfeuchte, Luftführung und Türdichtung, bevor Sie einen Fachbetrieb beauftragen. Bleiben Qualm und Rußbelag bestehen, klären Sie die Ursache, statt die Luftzufuhr weiter zu drosseln. Betriebe in Ihrer Region finden Sie zum Beispiel über die Suche auf ReparaturProfi.

Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.

Titelbild: Ahmet Yüksek ✪ via Pexels.

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