Zaun bauen lassen: Kosten, Materialien und Genehmigungspflicht im DACH-Raum
Welcher Zaun passt? Materialien im Überblick
Die Wahl des Materials beeinflusst nicht nur die Optik, sondern auch Haltbarkeit, Pflegeaufwand und Preis.
Holz bleibt der Klassiker für Gartenzäune. Lärche, Douglasie oder druckimprägnierte Fichte sind witterungsbeständiger als unbehandeltes Fichtenholz. Holzzäune fügen sich natürlich in den Garten ein, benötigen aber regelmäßige Pflege — alle zwei bis drei Jahre sollte ein Schutzanstrich erfolgen, sonst vergraut das Holz und wird anfällig für Pilzbefall.
Metall umfasst ein breites Spektrum: vom einfachen Maschendrahtzaun über Doppelstabmatten bis zum schmiedeeisernen Ziergitter. Verzinkte und pulverbeschichtete Metallzäune sind praktisch wartungsfrei und halten mehrere Jahrzehnte. Doppelstabmattenzäune bieten guten Sichtschutz, wenn sie mit Kunststoffstreifen oder Hecken kombiniert werden.
WPC (Wood-Plastic-Composite) besteht aus Holzfasern und Kunststoff. Das Material sieht aus wie Holz, verzieht sich aber nicht und muss nicht gestrichen werden. WPC-Zäune kosten mehr als reine Holzzäune, sind aber langlebiger und pflegeleichter.
Gabionen — mit Steinen gefüllte Drahtkörbe — eignen sich als robuste Grundstücksabgrenzung mit guter Schalldämmung. Sie brauchen allerdings ein solides Fundament und sind vergleichsweise teuer.
Aluminium ist leicht, rostfrei und in vielen Farben erhältlich. Aluzäune werden häufig als moderne Alternative zu Schmiedeeisen eingesetzt und benötigen kaum Wartung.
Was kostet ein Zaun? Preise pro Laufmeter im DACH-Vergleich
Die Gesamtkosten setzen sich aus Materialkosten und Montagekosten zusammen. Beide variieren je nach Zauntyp, Höhe und Geländebeschaffenheit. Die folgenden Richtwerte beziehen sich auf 2026 und beinhalten Material sowie Montage durch einen Fachbetrieb.
| Zauntyp | Österreich | Deutschland | Schweiz |
|---|---|---|---|
| Einfacher Holzzaun | 20–50 €/lfm | 20–40 €/lfm | 40–80 CHF/lfm |
| Maschendrahtzaun | 25–40 €/lfm | 20–35 €/lfm | 35–60 CHF/lfm |
| Doppelstabmattenzaun | 50–100 €/lfm | 40–90 €/lfm | 80–150 CHF/lfm |
| WPC-Sichtschutzzaun | 80–150 €/lfm | 70–130 €/lfm | 120–200 CHF/lfm |
| Gabionenzaun | 150–300 €/lfm | 130–250 €/lfm | 200–400 CHF/lfm |
| Aluminiumzaun | 70–170 €/lfm | 60–150 €/lfm | 100–220 CHF/lfm |
Quellen: MyHammer Deutschland und Österreich, Daibau Schweiz (Stand: April 2026). Die Angaben sind Durchschnittswerte; tatsächliche Preise hängen von Höhe, Untergrundbeschaffenheit und regionalen Lohnkosten ab.
Die Arbeitsstunde eines Zaunbauers liegt in Deutschland bei etwa 45 bis 70 Euro, in Österreich ähnlich, in der Schweiz bei 55 bis 100 Franken.
Zusatzkosten entstehen durch Fundamente (besonders bei Gabionen und hohen Metallzäunen), Tore, Geländeanpassungen bei Hanglagen sowie die Entsorgung alter Zäune.
Brauche ich eine Genehmigung? Regelungen in AT, DE und CH
Die Genehmigungspflicht für Zäune ist nicht einheitlich geregelt — sie hängt vom Land, vom Bundesland beziehungsweise Kanton und manchmal sogar von der Gemeinde ab.
Österreich
In Österreich regelt jedes Bundesland die Einfriedung unterschiedlich. Ein paar Beispiele:
- Wien: Zäune bis 2,50 Meter Höhe sind bewilligungsfrei.
- Burgenland: Im Vorgartenbereich maximal 1,50 Meter (Sockelhöhe bis 60 cm), außerhalb des Vorgartens maximal 2 Meter.
- Salzburg: Vorgärten dürfen grundsätzlich nicht eingefriedet werden; außerhalb des Vorgartens maximal 1,50 Meter.
- Tirol: Anzeigepflicht bei Zäunen bis 2 Meter.
Grundsätzlich gilt: Vor Baubeginn bei der Gemeinde oder der zuständigen Baubehörde nachfragen. Das Nachbarschaftsrecht verpflichtet Eigentümer in Österreich zudem, an der von der Straße aus gesehen rechten Grundstücksseite eine Einfriedung zu errichten.
Deutschland
Die Landesbauordnungen der einzelnen Bundesländer legen fest, ab welcher Höhe eine Genehmigung erforderlich ist. In den meisten Fällen sind Zäune bis etwa 1,20 bis 1,80 Meter genehmigungsfrei. Einige Richtwerte:
- Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen: bis 1,20 Meter ohne Genehmigung
- Berlin, Brandenburg: Maschendrahtzäune bis 1,25 Meter
- Bayern: bis 2 Meter in der Regel genehmigungsfrei
Achtung: Selbst wenn das Bundesland keine Genehmigung verlangt, kann der örtliche Bebauungsplan Höhen, Materialien oder Farben vorschreiben. Ein Blick ins Bauamt oder in den Bebauungsplan der Gemeinde schützt vor späteren Konflikten.
Schweiz
In der Schweiz regelt jeder Kanton — und oft jede Gemeinde — die Vorschriften eigenständig. Typische Richtwerte:
- Kanton Zürich: Geschlossene Zäune und Mauern bis 0,80 Meter sind bewilligungsfrei; offene Zäune (z. B. Maschendraht, Lattenzaun) ebenfalls. Höhere Einfriedungen erfordern eine Baubewilligung.
- Übrige Kantone: Grenzzäune bis etwa 1,20 bis 1,50 Meter sind häufig bewilligungsfrei, Sichtschutzwände bis 1,80 bis 2 Meter mancherorts ebenfalls — aber nicht überall.
Vor dem Kauf sollten Sie bei der Gemeindeverwaltung die genauen Bestimmungen einholen, insbesondere was Grenzabstände und maximale Höhen betrifft.
Zaunbauer beauftragen: Worauf Sie achten sollten
So gehen Sie vor
- Grundstück vermessen: Halten Sie die Gesamtlänge fest, notieren Sie Ecken, Tore und eventuelle Höhenunterschiede.
- Material und Höhe festlegen: Überlegen Sie, ob Sie Sichtschutz brauchen oder ob ein einfacher Abgrenzungszaun genügt.
- Vorschriften klären: Rufen Sie bei der Gemeinde an oder prüfen Sie den Bebauungsplan online, falls verfügbar.
- Mehrere Angebote einholen: Vergleichen Sie mindestens zwei bis drei Offerten. Achten Sie darauf, dass Materialkosten, Arbeitskosten, Fundamente und Entsorgung separat ausgewiesen sind.
- Termin und Ablauf besprechen: Klären Sie, wie lange die Montage dauert und ob Sie während der Arbeiten Zugang zum Grundstück gewähren müssen.
Ein seriöser Zaunbauer besichtigt das Grundstück vor der Angebotserstellung und weist Sie auf mögliche Probleme hin — etwa auf Leitungen im Boden oder auf schwierige Bodenverhältnisse.
Fazit
Ein neuer Zaun ist eine Investition, die gut geplant sein will. Die Kosten pro Laufmeter reichen je nach Material von rund 20 Euro bis über 300 Euro. Ob Sie eine Genehmigung brauchen, hängt von Ihrem Wohnort ab — die Regelungen unterscheiden sich nicht nur zwischen Österreich, Deutschland und der Schweiz, sondern auch zwischen Bundesländern, Kantonen und Gemeinden. Wer vorab bei der Baubehörde nachfragt und mehrere Angebote vergleicht, vermeidet böse Überraschungen. Betriebe in Ihrer Region finden Sie z. B. über die Suche auf ReparaturProfi.
Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.