Solarthermie-Anlage installieren lassen: Kosten und Förderungen im DACH-Raum
Wer die Sonne zur Warmwasserbereitung oder Heizungsunterstützung nutzen möchte, stößt schnell auf zwei Begriffe: Photovoltaik und Solarthermie. Während Photovoltaik Strom erzeugt, wandelt Solarthermie Sonnenlicht direkt in Wärme um. Für Hausbesitzer, die ihre Heizkosten senken wollen, ist die thermische Variante oft die passendere Wahl.
Was ist Solarthermie und wie unterscheidet sie sich von Photovoltaik?
Eine Solarthermie-Anlage besteht aus Kollektoren auf dem Dach, einem Wärmespeicher im Keller und einem Rohrsystem dazwischen. In den Kollektoren zirkuliert eine Trägerflüssigkeit, die sich durch die Sonneneinstrahlung erhitzt und ihre Wärme an den Speicher abgibt. Von dort lässt sich das erwärmte Wasser für Dusche, Waschbecken oder die Heizung nutzen.
Der Unterschied zur Photovoltaik liegt im Ergebnis: Eine PV-Anlage erzeugt elektrischen Strom, eine Solarthermie-Anlage erzeugt Wärme. Beide Systeme nutzen die Sonne, sind aber nicht austauschbar. Wer vor allem die Stromrechnung senken will, ist mit Photovoltaik besser beraten. Wer hingegen die Gas- oder Ölrechnung für Warmwasser und Heizung reduzieren möchte, sollte Solarthermie in Betracht ziehen.
Es gibt zwei Kollektortypen: Flachkollektoren sind günstiger in der Anschaffung und eignen sich gut für die reine Warmwasserbereitung. Vakuumröhrenkollektoren sind effizienter, besonders bei niedrigen Außentemperaturen, kosten aber mehr. Der Installateur (in Österreich und der Schweiz) beziehungsweise der SHK-Fachbetrieb (in Deutschland) berät, welche Variante für das jeweilige Gebäude sinnvoll ist.
Für wen lohnt sich eine Solarthermie-Anlage?
Solarthermie rechnet sich vor allem dann, wenn ein hoher Warmwasserbedarf besteht. Ein Vier-Personen-Haushalt mit täglichem Duschbedarf profitiert stärker als ein Single-Haushalt. Auch die Ausrichtung des Dachs spielt eine Rolle: Ideal ist eine Südausrichtung mit einer Neigung zwischen 30 und 45 Grad.
Wer bereits eine Öl- oder Gasheizung betreibt, kann Solarthermie als Ergänzung einsetzen. Die Anlage deckt dann einen Teil des Wärmebedarfs, während die bestehende Heizung an trüben Tagen oder im Winter einspringt. Bei einem Neubau oder einer Komplettsanierung lässt sich Solarthermie auch mit einer Wärmepumpe kombinieren.
Weniger sinnvoll ist die Investition bei stark verschatteten Dächern, sehr kleinen Dachflächen oder wenn ohnehin ein Umstieg auf eine vollelektrische Lösung geplant ist. In solchen Fällen kann Photovoltaik die bessere Wahl sein.
Kosten für Anlage und Installation im DACH-Raum
Die Gesamtkosten hängen von der Anlagengröße und dem Einsatzzweck ab. Für die reine Warmwasserbereitung reichen etwa 4 bis 6 Quadratmeter Kollektorfläche, was für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt ausreicht. Soll die Anlage auch die Raumheizung unterstützen, sind 10 bis 16 Quadratmeter oder mehr nötig.
| Einsatzzweck | Kollektorfläche | Kosten (inkl. Installation) |
|---|---|---|
| Warmwasser | 4–6 m² | 3.000–6.000 € |
| Warmwasser + Heizung | 10–16 m² | 7.000–17.000 € |
Richtwerte für ein Einfamilienhaus im DACH-Raum, Stand 2026. Quellen: co2online.de, solaranlage.eu, tarife.at
Die Kosten setzen sich zusammen aus:
- Kollektoren: Flachkollektoren kosten etwa 250 bis 600 Euro pro Quadratmeter, Vakuumröhrenkollektoren 350 bis 800 Euro pro Quadratmeter.
- Speicher: Ein Warmwasserspeicher mit 300 bis 500 Litern Fassungsvermögen schlägt mit 1.000 bis 2.500 Euro zu Buche. Bei Heizungsunterstützung sind größere Pufferspeicher nötig.
- Installation: Die Montage durch den Fachbetrieb macht je nach Aufwand 1.500 bis 3.000 Euro aus.
- Laufende Kosten: Wartung, Versicherung und Strom für die Umwälzpumpe belaufen sich auf etwa 100 bis 200 Euro pro Jahr.
In der Schweiz liegen die Preise erfahrungsgemäß etwas höher als in Deutschland und Österreich, da die Arbeitskosten dort generell höher sind. Konkrete Angaben in Schweizer Franken variieren stark nach Kanton und Anbieter.
So gehen Sie vor
- Bedarfsanalyse: Überlegen Sie, ob die Anlage nur Warmwasser liefern oder auch die Heizung unterstützen soll.
- Dachprüfung: Lassen Sie prüfen, ob Ausrichtung, Neigung und Statik für die gewünschte Kollektorfläche geeignet sind.
- Angebote einholen: Holen Sie mindestens zwei bis drei Angebote von Installateuren oder Heizungsbauern ein. Achten Sie darauf, dass alle Posten (Kollektoren, Speicher, Verrohrung, Montage) einzeln ausgewiesen sind.
- Förderung klären: Informieren Sie sich vor Vertragsabschluss über Fördermöglichkeiten. In Deutschland muss der Antrag vor der Auftragsvergabe gestellt werden.
- Installation und Abnahme: Die Montage dauert in der Regel ein bis zwei Tage. Nach Inbetriebnahme sollten Sie die Anlage jährlich warten lassen.
Förderungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz
Die Förderlandschaft unterscheidet sich erheblich zwischen den drei Ländern.
Österreich: Im Rahmen der Bundesförderung „Kesseltausch" gibt es einen Solarbonus von 2.500 Euro, wenn beim Heizungstausch gleichzeitig eine thermische Solaranlage installiert wird. Die Förderquote kann bis zu 30 Prozent der Investitionskosten betragen. Die Kollektoren müssen mindestens 6 Quadratmeter Bruttofläche haben und das Austria Solar Gütesiegel oder ein vergleichbares Zertifikat (z. B. Solar Keymark) tragen. Zusätzlich gibt es in den meisten Bundesländern Landesförderungen, die mit der Bundesförderung kombinierbar sind. (Quelle: umweltfoerderung.at)
Deutschland: Seit 2024 ist die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) für die Förderung von Solarthermie im Rahmen des Heizungstausches zuständig. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Durch den Klimageschwindigkeitsbonus (20 Prozent) und den Einkommensbonus (30 Prozent für Haushalte mit unter 40.000 Euro Jahreseinkommen) sind bis zu 70 Prozent Förderung möglich. Wichtig: Der Antrag muss vor Vertragsabschluss mit dem Installateur bei der KfW eingereicht werden. Alternativ können Hausbesitzer 20 Prozent der Sanierungskosten über drei Jahre steuerlich absetzen, sofern das Gebäude mindestens zehn Jahre alt ist. (Quelle: co2online.de, energie-experten.org)
Schweiz: Es gibt keine einheitliche Bundesförderung für Solarthermie. Die Förderung erfolgt über kantonale Programme, die sich stark unterscheiden. Einige Kantone fördern Solarthermie im Rahmen von Gebäudesanierungsprogrammen, andere konzentrieren sich auf Heizungsersatz oder Beratung. Um die verfügbaren Förderungen zu ermitteln, empfiehlt sich eine Abfrage auf energiefranken.ch mit der eigenen Postleitzahl oder eine Anfrage bei der kantonalen Energiefachstelle.
Fazit
Solarthermie ist eine bewährte Technik, um Warmwasser und Heizung mit Sonnenenergie zu unterstützen. Die Investitionskosten sind überschaubar, und mit den aktuellen Förderungen in Deutschland und Österreich lässt sich ein erheblicher Teil der Kosten decken. Wer einen passenden Fachbetrieb sucht, findet Installateure und Heizungsbauer in der Region z. B. über die Suche auf ReparaturProfi.
Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.