Silikonfugen im Bad erneuern lassen: Kosten und Ablauf

Dunkle Verfärbungen in der Silikonfuge zwischen Badewanne und Fliese, ein unangenehmer Geruch oder Fugen, die sich bereits von der Wand lösen: Irgendwann ist die Erneuerung der Silikonfugen im Bad unvermeidlich. Die gute Nachricht: Der Austausch ist ein überschaubarer Eingriff, der meist innerhalb weniger Stunden erledigt ist.

Wann müssen Silikonfugen im Bad erneuert werden?

Silikonfugen haben eine begrenzte Lebensdauer. Je nach Belastung und Belüftung des Badezimmers halten sie zwischen fünf und fünfzehn Jahren. Drei Anzeichen sprechen dafür, dass ein Austausch fällig ist:

Schimmelbefall: Schwarze oder grünliche Verfärbungen, die sich nicht mehr entfernen lassen, deuten auf Schimmel hin, der ins Material eingedrungen ist. Oberflächliche Reinigung hilft dann nicht mehr.

Abriss und Hohlräume: Wenn sich die Fuge von der Wand oder Wanne löst, kann Wasser in den Unterbau eindringen. Das führt zu Feuchtigkeitsschäden, die teurer werden als die Fugenerneuerung selbst.

Verhärtung und Risse: Altes Silikon verliert seine Elastizität, wird spröde und reißt. Solche Fugen dichten nicht mehr zuverlässig ab.

Wer unsicher ist, kann einen einfachen Test machen: Mit dem Fingernagel leicht auf die Fuge drücken. Intaktes Silikon gibt nach und kehrt in seine Form zurück. Bleibt eine Delle oder bröckelt das Material, ist es Zeit für einen Wechsel.

Selbst machen oder Fachbetrieb beauftragen?

Das Erneuern von Silikonfugen gilt als vergleichsweise einfache Arbeit. Wer handwerklich geübt ist und das nötige Werkzeug besitzt, kann die Arbeit selbst übernehmen. Benötigt werden: Fugenkratzer oder Cuttermesser, Silikonentferner, Reinigungsalkohol, Abklebeband, Kartuschenpresse und hochwertiges Sanitärsilikon.

Der Fachbetrieb lohnt sich in folgenden Fällen:

  • Bei großflächigem Schimmelbefall, der möglicherweise tiefer sitzt
  • Wenn die Fugen schwer zugänglich sind, etwa hinter WC oder Waschmaschine
  • Bei hochwertigen Materialien wie Naturstein, die empfindlich auf falsche Reiniger reagieren
  • Wenn mehrere Räume gleichzeitig gemacht werden sollen
  • Bei Mietwohnungen, wenn der Vermieter die Arbeiten beauftragt

Zuständig für Silikonfugen im Sanitärbereich sind in der Regel Installateure (in Deutschland auch SHK-Fachbetriebe genannt, in der Schweiz Sanitärinstallateure). Auch Fliesenleger bieten diese Leistung an, insbesondere wenn sie ohnehin Fliesenarbeiten im selben Raum durchführen.

Was kostet die Silikonfugen-Erneuerung?

Die Kosten für die Fugenerneuerung setzen sich zu 80 bis 85 Prozent aus Arbeitskosten zusammen. Das Material selbst, eine Kartusche Sanitärsilikon, kostet nur 5 bis 20 Euro beziehungsweise CHF. Der eigentliche Aufwand liegt im sauberen Entfernen der alten Fugen, der Reinigung des Untergrunds und dem präzisen Auftragen des neuen Silikons.

Land Kosten pro Laufmeter Typisches Bad (ca. 15 lfm) Quelle
Deutschland 8–18 € 120–270 € MyHammer Preisradar 2026
Österreich 10–18 € 150–270 € MyHammer.at, Herold 2026
Schweiz 8–16 CHF 120–240 CHF Kitt-Fugen.ch 2026

Hinzu kommt in der Regel eine Anfahrtspauschale: In Deutschland und Österreich meist 30 bis 40 Euro, in der Schweiz 40 bis 100 CHF. In Großstädten wie München, Wien oder Zürich liegen die Preise erfahrungsgemäß 20 bis 30 Prozent über dem Durchschnitt.

Die Preisspanne erklärt sich durch mehrere Faktoren: Fugenbreite, Zustand des Untergrunds, Anzahl der Ecken und Anschlüsse sowie die Wahl des Silikons. Hochwertige Sanitärsilikone mit Fungizid-Zusatz gegen Schimmel kosten mehr, halten dafür länger.

So gehen Sie vor

  1. Holen Sie zwei bis drei Angebote von Betrieben in Ihrer Nähe ein.
  2. Achten Sie darauf, dass die Angebote die Laufmeter-Zahl und den Leistungsumfang (Entfernen, Reinigen, Neuauftrag) klar benennen.
  3. Fragen Sie nach der Trocknungszeit, bevor Dusche oder Badewanne wieder genutzt werden kann.
  4. Klären Sie bei Mietwohnungen vorab mit dem Vermieter, wer die Kosten trägt.

Ablauf beim Fachbetrieb

Die Erneuerung von Silikonfugen in einem durchschnittlichen Badezimmer dauert etwa ein bis zwei Stunden. Der Ablauf folgt einem festen Schema:

Entfernen: Die alte Fuge wird mit einem Fugenkratzer oder Spezialwerkzeug herausgeschnitten. Bei hartnäckigen Resten kommt ein chemischer Silikonentferner zum Einsatz.

Reinigen: Der Untergrund muss fett- und staubfrei sein, damit das neue Silikon haftet. Der Fachbetrieb reinigt die Fugenränder mit Isopropanol oder einem vergleichbaren Reiniger.

Grundieren: Bei porösen Untergründen oder wenn die alte Fuge besonders hartnäckig war, wird ein Primer aufgetragen. Das verbessert die Haftung.

Abkleben: Mit Malerkrepp werden die Ränder sauber abgeklebt. Das sorgt für eine gleichmäßige Fugenkante.

Auftragen: Das Silikon wird gleichmäßig in die Fuge gespritzt und mit einem Fugenglätter oder angefeuchtetem Finger abgezogen. Die Übergänge zu Fliesen und Sanitärobjekten müssen lückenlos sein.

Trocknen: Sanitärsilikon ist in der Regel nach 24 Stunden ausgehärtet. In dieser Zeit sollte die Fuge nicht mit Wasser in Kontakt kommen. Die vollständige Durchhärtung kann je nach Produkt bis zu sieben Tage dauern.

Wer trägt die Kosten in einer Mietwohnung?

In Mietverhältnissen ist die Frage nicht immer eindeutig. Als Faustregel gilt: Silikonfugen unterliegen einer natürlichen Abnutzung und gehören zur Instandhaltung, die der Vermieter schuldet. Anders sieht es aus, wenn der Schaden durch unsachgemäße Nutzung oder mangelnde Belüftung entstanden ist. Die genauen Regelungen unterscheiden sich nach Land und Mietvertrag. Im Zweifel hilft ein Blick in den Mietvertrag oder eine Rückfrage beim zuständigen Mieterverein.

Betriebe in Ihrer Region, die Silikonfugen erneuern, finden Sie etwa über die Suche auf ReparaturProfi.

Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.

Titelbild: www.kaboompics.com via Pexels.

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