Photovoltaikanlage installieren lassen: Kosten und Ablauf im DACH-Raum
Wer über eine Photovoltaikanlage nachdenkt, steht vor ähnlichen Fragen: Wie viel kostet das Ganze, wie lange dauert die Installation, und welche Förderungen gibt es? Die Antworten unterscheiden sich je nach Land, Dachbeschaffenheit und Anlagengröße erheblich. Dieser Ratgeber gibt einen Überblick über die aktuelle Lage in Österreich, Deutschland und der Schweiz.
Was kostet eine Photovoltaikanlage?
Die Kosten für eine schlüsselfertige PV-Anlage werden üblicherweise pro Kilowatt Peak (kWp) angegeben. Ein kWp entspricht der Nennleistung unter Standardtestbedingungen. Eine typische Anlage für ein Einfamilienhaus liegt zwischen 5 und 10 kWp.
Preisspannen im Vergleich (Stand: April 2026)
| Land | Preisspanne pro kWp (ohne Speicher) | Quelle |
|---|---|---|
| Deutschland | 1.000–1.400 € | Bundesnetzagentur / Branchendaten |
| Österreich | 1.000–1.800 € brutto | PV Austria / Marktübersicht |
| Schweiz | 1.600–2.200 CHF | CKW / Branchendaten |
Die Preise hängen stark von der Anlagengröße ab: Größere Anlagen sind pro kWp günstiger, weil Fixkosten (Gerüst, Anschluss, Planung) auf mehr Leistung verteilt werden. Eine 10-kWp-Anlage in Deutschland kostet damit brutto meist zwischen 10.000 und 14.000 Euro. In Österreich liegt der Bereich ähnlich, in der Schweiz bei etwa 16.000 bis 22.000 CHF.
Mit Stromspeicher steigen die Kosten auf etwa 2.000 bis 2.800 €/kWp (DE/AT) bzw. 2.500–3.500 CHF/kWp (CH). Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch, rechnet sich aber nicht in jedem Fall — das hängt vom Strompreis und dem eigenen Verbrauchsprofil ab.
Ablauf der Installation: Von der Anfrage bis zur Inbetriebnahme
Der Weg zur eigenen Photovoltaikanlage verläuft in mehreren Schritten, die insgesamt zwischen vier und zwölf Wochen dauern können.
So gehen Sie vor
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Anfrage und Vor-Ort-Termin: Kontaktieren Sie einen oder mehrere Solarteur-Betriebe (auch PV-Installateur oder Solarinstallateur genannt). Seriöse Anbieter besichtigen das Dach, prüfen Ausrichtung, Neigung und Statik und erstellen ein individuelles Angebot.
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Angebote vergleichen: Achten Sie auf die Gesamtkosten inkl. Montage, Wechselrichter, Zählerkasten-Anpassung und Netzanschluss. Fragen Sie nach verwendeten Modultypen, Garantien (Produktgarantie vs. Leistungsgarantie) und ob ein Speicher sinnvoll wäre.
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Netzanmeldung: In allen drei Ländern muss die Anlage beim Netzbetreiber angemeldet werden. Der Solarteur übernimmt das oft, aber klären Sie das im Vorfeld.
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Förderanträge stellen: In Österreich und der Schweiz werden Förderungen vor oder kurz nach Beauftragung beantragt. In Deutschland erfolgt die Einspeisevergütung automatisch nach Inbetriebnahme.
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Montage: Die eigentliche Dachmontage dauert bei einem Einfamilienhaus meist ein bis zwei Tage. Hinzu kommen Elektroarbeiten im Keller oder Technikraum.
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Inbetriebnahme und Abnahme: Nach dem Anschluss durch einen konzessionierten Elektriker und der Abnahme durch den Netzbetreiber kann die Anlage Strom einspeisen.
Förderungen im Vergleich: Österreich, Deutschland, Schweiz
Die Förderlandschaft unterscheidet sich erheblich. Hier die wichtigsten Programme (Stand: April 2026):
Österreich: EAG-Investitionszuschuss
Die EAG-Förderung (Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz) gewährt einmalige Investitionszuschüsse. Die Fördersätze für 2026 betragen laut EAG-Abwicklungsstelle:
- Anlagen bis 10 kWp: 160 €/kWp
- Anlagen 10–20 kWp: 150 €/kWp
- Anlagen 20–100 kWp: bis zu 140 €/kWp (Bieterprinzip)
Die Anträge werden in befristeten Fördercalls eingereicht. Der erste Call 2026 läuft vom 23. April bis 11. Mai. Insgesamt stehen 60 Millionen Euro Bundesmittel zur Verfügung. Speicher werden nur gefördert, wenn sie gemeinsam mit einer neuen PV-Anlage errichtet werden.
Hinweis: Seit 1. April 2025 gilt beim Kauf und der Installation von PV-Anlagen in Österreich wieder der Regelsteuersatz von 20 Prozent Umsatzsteuer. Der frühere Nullsteuersatz ist ausgelaufen.
Deutschland: Einspeisevergütung nach EEG
In Deutschland gibt es keine klassische Investitionsförderung auf Bundesebene, dafür eine garantierte Einspeisevergütung für 20 Jahre. Laut Bundesnetzagentur gelten seit 1. Februar 2026 folgende Sätze für Anlagen bis 10 kWp:
- Teileinspeisung (Eigenverbrauch + Überschuss ins Netz): 7,78 ct/kWh
- Volleinspeisung: 12,35 ct/kWh
Ab August 2026 sinken diese Sätze leicht auf 7,71 bzw. 12,23 ct/kWh. Seit Februar 2025 gibt es bei negativen Strompreisen an der Börse keine Vergütung — die betroffenen Stunden werden jedoch an die 20-Jahres-Frist angehängt.
Daneben existieren regionale Förderprogramme einzelner Bundesländer und Kommunen, etwa zinsgünstige Kredite der KfW. Hier lohnt sich ein Blick auf die Förderdatenbank des Bundes.
Schweiz: Einmalvergütung (EIV) über Pronovo
Die Schweiz setzt auf eine Einmalvergütung, die über die Zertifizierungsstelle Pronovo abgewickelt wird. Für Kleinanlagen unter 100 kWp (KLEIV) beträgt der Förderbeitrag je nach Kanton und Anlagenart zwischen 15 und 30 Prozent der Investitionskosten. Die Auszahlung erfolgt rund drei Monate nach Einreichung des vollständigen Antrags.
Neu seit 1. Januar 2026: Der bisherige Höhenbonus wurde durch einen Winterstrombonus ersetzt. Dieser gilt für Anlagen ab 100 kWp, die im Winterhalbjahr mehr als 500 kWh pro kW Leistung erzeugen.
Zusätzlich bieten viele Kantone eigene Förderprogramme. Eine Übersicht bietet die Website von Energieschweiz.
Worauf bei der Wahl des Solarteurs achten?
Die Qualität der Installation beeinflusst die Lebensdauer und den Ertrag der Anlage erheblich. Einige Punkte, die bei der Auswahl helfen:
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Konzession / Zulassung: In Österreich benötigt der ausführende Betrieb eine Gewerbeberechtigung für Elektrotechnik oder ein verwandtes Gewerbe. In Deutschland muss der Betrieb in der Handwerksrolle eingetragen sein. In der Schweiz braucht es für Niederspannungsinstallationen eine entsprechende Bewilligung.
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Referenzen und Erfahrung: Fragen Sie nach bereits realisierten Projekten in ähnlicher Größe. Ein Betrieb, der hauptsächlich Großanlagen baut, ist nicht automatisch die beste Wahl fürs Einfamilienhaus.
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Garantien: Unterscheiden Sie zwischen Produktgarantie (Herstellergarantie auf Module und Wechselrichter) und Leistungsgarantie (zugesicherte Mindestleistung nach 20 oder 25 Jahren). Klären Sie auch, wer im Garantiefall Ansprechpartner ist.
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Wartungsangebot: Viele Betriebe bieten Wartungsverträge an. Eine jährliche Sichtprüfung und Ertragskontrolle kann sinnvoll sein, ist aber nicht verpflichtend.
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Regionale Nähe: Ein Betrieb aus der Region kann bei Problemen schneller reagieren und kennt die lokalen Netzbetreiber.
Zusammenfassung
Eine Photovoltaikanlage für ein Einfamilienhaus kostet 2026 je nach Land und Ausstattung zwischen 10.000 und 25.000 Euro bzw. CHF. Förderungen in allen drei Ländern senken die Nettokosten, wobei die Programme unterschiedlich funktionieren: Österreich setzt auf Investitionszuschüsse mit begrenzten Fördercalls, Deutschland auf eine garantierte Einspeisevergütung, die Schweiz auf eine Einmalvergütung plus kantonale Beiträge.
Wer mehrere Angebote einholt, auf Qualifikation und Garantien achtet und die Förderfristen im Blick behält, legt den Grundstein für eine wirtschaftlich sinnvolle Anlage. Solarteur-Betriebe in Ihrer Region finden Sie etwa über die Suche auf ReparaturProfi.
Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.
Titelbild: Markus Spiske via Pexels.