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Motten im Haus: Kleidermotten und Lebensmittelmotten richtig bekämpfen

Die Winterkleidung kommt aus dem Schrank, und mit ihr manchmal ein Lochmuster in einem Wollpullover, das im Frühjahr noch nicht da war. Fraßschäden an Wolle und Textilien fallen typischerweise im Herbst auf, wenn Decken, Anzüge und Wintersachen wieder benutzt werden. Gleichzeitig zeigen sich nach dem Sommer häufiger Lebensmittelmotten in Vorratskammer und Küchenschrank.

Kleidermotte oder Lebensmittelmotte: Der Unterschied entscheidet über die Bekämpfung

Bei Textilien geht es meist um die Kleidermotte (Tineola bisselliella); der umgangssprachliche Begriff Textilmotte meint in der Regel diese Art. Die Falter werden laut Umweltbundesamt bis zu einem Zentimeter lang und sind gelb bis bräunlich gefärbt. Die Larven sind weiß-gelblich, etwa neun Millimeter lang und leben in einem selbst gesponnenen, röhrenartigen Köcher.

Für den Schaden sind ausschließlich die Larven verantwortlich, die erwachsenen Tiere nehmen keine Nahrung auf. Gefressen werden keratinhaltige Materialien wie Wolle, Haare und Federn; Baumwolle und andere pflanzliche Fasern werden nach Angaben des Umweltbundesamts nicht befallen. Gefährdet sind also Wollpullover, Anzüge, Decken und Wollteppiche, dazu Wollflusen und Tierhaare in Ritzen und auf Haustierbetten.

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In Vorratsräumen sind andere Arten aktiv. Die Verbraucherzentralen nennen in ihrer Übersicht die Mehlmotte, die vor allem in Mehl und Backzutaten auftritt, und die Dörrobstmotte, die Nüsse, Trockenfrüchte und Schokolade befällt. Auffällig sind Gespinste und Larven, bei der Dörrobstmotte auch Falter im Vorratsschrank.

Die Unterscheidung ist wichtig, weil die Maßnahmen auseinandergehen: Bei Textilien helfen Reinigung, Sonne und Kälte, in Vorräten müssen befallene Lebensmittel entsorgt und die Schränke gründlich gereinigt werden. Ist die Art unklar, lässt sie sich bestimmen lassen – die Fachstelle Schädlingsprävention der Stadt Zürich etwa bestimmt Insekten für Stadtzürcher Haushalte kostenlos und führt in Wohnungen kostenlose Inspektionen durch. Bei anderen Haushaltsschädlingen gelten wiederum eigene Abläufe, etwa bei Mäusen und Ratten oder bei Schaben.

Befall erkennen: typische Spuren in Schrank, Teppich und Vorratskammer

Bei Textilien gelten kleine, unregelmäßige Fraßlöcher als typisch, die über das gesamte Stück verteilt sind. Dazu kommen Kotbröckchen mit unregelmäßiger Oberfläche, die in der Farbe oft dem befallenen Gewebe ähneln und leicht mit Motteneiern verwechselt werden.

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Motten und Larven halten sich bevorzugt in geschützten, dunklen Bereichen auf. Deshalb fällt ein Befall oft spät auf: in Kleidersäcken, unter Schränken, an Teppichrändern, in Dielenritzen, an Fußleisten oder auf Haustierbetten. Das Raumklima entscheidet mit: Temperaturen um 24 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 75 Prozent sind für die Entwicklung optimal, unter 15 Grad, über 30 Grad und Trockenheit wirken ungünstig.

In Vorräten verraten Gespinste, Larven oder Falter den Befall. Wichtig zu wissen: Papier-, Papp- und dünne Kunststoffverpackungen können die Tiere durchdringen. Neben Mehl, Reis, Nudeln, Nüssen und Gewürzen ist auch Tierfutter ein häufiges Ziel.

Pheromonfallen, Hausmittel und Schlupfwespen: Was wirkt

Lockstofffallen (Pheromonfallen) enthalten Duftstoffe, die männliche Motten anlocken, die dann auf einem Klebestreifen hängen bleiben. Solche Fallen zeigen, ob und wo ein Befall besteht, und sollten an mehreren Stellen stehen, um den Befallsherd einzugrenzen. Nach einer Behandlung dienen sie der Erfolgskontrolle. Allein beseitigen sie einen Befall nicht – die Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass die Lockstoffe sogar weitere Motten anziehen können.

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Bei Textilien setzt das Umweltbundesamt auf Mechanik und Temperatur: Ritzen, Fugen und Fußleisten gründlich aussaugen, Flächen mit Essigwasser auswischen, Textilien reinigen, ausklopfen und der Sonne aussetzen. Textilien können auch eingefroren werden, mindestens bei minus 19 Grad für mindestens 36 Stunden und über mehrere Wochen wiederholt. Nicht mehr verwendbare Stücke gehören in einer verschlossenen Tüte über den Hausmüll entsorgt.

Duftstoffe aus Lavendel, Nelken oder Zedernholz schrecken Motten nur ergänzend ab. Die Stiftung Warentest hat 2022 vierzehn Mittel gegen Kleidermotten geprüft und kam zu einem ernüchternden Ergebnis: Nur eine Klebefalle und ein Insektizid schnitten gut ab, Vertreibungsmittel wie Duftsäckchen oder Hänger mit Lavandinöl bewirkten kaum etwas. Teure Duftprodukte sind also kein Ersatz für Reinigung und Kälte.

Schlupfwespen (Trichogramma evanescens) sind rund 0,4 Millimeter klein, für Menschen und Haustiere ungefährlich und legen ihre Eier in Motteneier. Laut Umweltbundesamt müssen die Kärtchen über rund viereinhalb Monate bis zu sechsmal erneuert werden; bei Lebensmittelmotten empfehlen die Verbraucherzentralen einen Austausch über etwa zehn Wochen, drei- bis viermal. Schnelle Erfolge sind nicht zu erwarten. Sprays und Elektroverdampfer sollten Sie dabei nicht einsetzen, da sie den Raum belasten und die Nützlinge beeinträchtigen.

Bei Lebensmittelmotten gilt außerdem: Befallene Ware in einer verschlossenen Tüte außerhalb des Wohnraums in die Hausmülltonne geben, den Schrank vollständig ausräumen und auch Ritzen, Fugen und Bohrlöcher der Regalböden reinigen. Unbefallene Vorräte kommen in Glas-, Keramik- oder stabile Kunststoffbehälter mit dichtem Deckel. Kontrollieren Sie in den folgenden Wochen alle zwei bis drei Tage auf neue Spuren.

Wann der Schädlingsbekämpfer kommen muss

Bei hartnäckigem, wiederkehrendem Befall empfiehlt das Umweltbundesamt, eine sachkundige Schädlingsbekämpfungsfirma beizuziehen. Sie bestimmt die Art und den Befallsgrad und legt geeignete Maßnahmen fest. Ein Grund dafür: Die Maßnahmen müssen über Wochen wiederholt werden und wirken unterschiedlich gut gegen die einzelnen Entwicklungsstadien. Ein weiterer: Großflächig verlegte Textilien, mehrere Räume oder mehrere Wohnungen im Haus sind für Eigenmaßnahmen meist zu umfangreich.

Bei der Auswahl hilft ein Blick auf die Gewerbeberechtigung, die sich in Österreich über das Firmenverzeichnis der Wirtschaftskammer prüfen lässt. Die Kammer empfiehlt, zwei bis drei Angebote einzuholen und vorab zu klären, wie abgerechnet wird und wie ein Beleg aussieht. Lassen Sie sich nicht zu einer Sofortzahlung drängen: Die Verbraucherzentralen berichten regelmäßig über überhöhte Rechnungen in dieser Branche, und auch das Konsumentenmagazin Kassensturz des Schweizer Fernsehens SRF warnt vor unseriösen Anbietern. Grundsätzliches zur Beauftragung steht in Schädlingsbekämpfer beauftragen: Kosten und Ablauf.

Wer die Kosten trägt, ist unterschiedlich geregelt. In der Schweiz gilt laut der Stadt Zürich: Wer eine Firma beauftragt, zahlt zunächst auch. Waren Schädlinge schon beim Einzug vorhanden, gilt das als Mangel der Mietsache, und die Behebung ist Sache der Vermieterschaft. Für Österreich und Deutschland unterscheiden sich die Regeln je nach Fall; klären Sie das im Zweifel mit Mietervereinigung oder Verbraucherberatung.

So gehen Sie vor

  1. Spuren dokumentieren und die Art bestimmen lassen, wenn Sie unsicher sind.
  2. Den Befallsherd eingrenzen: mehrere Lockstofffallen an verschiedenen Stellen in Schrank, Truhe oder Vorratsbereich platzieren.
  3. Gründlich reinigen: Schränke ausräumen, Ritzen, Fugen und Bohrlöcher aussaugen, Flächen auswischen, Räume trocknen lassen.
  4. Textilien behandeln: reinigen, ausklopfen, Sonne und Kälte nutzen; stark befallene Stücke entsorgen.
  5. Vorräte sichern: Befallenes in verschlossener Tüte über den Hausmüll entsorgen, den Rest in dicht schließende Behälter umfüllen und alle zwei bis drei Tage kontrollieren.
  6. Nach zwei bis drei Wochen mit Lockstofffallen prüfen, ob der Befall zurückgeht; wenn nicht, einen Fachbetrieb beauftragen und Angebote vergleichen.

Was die Mottenbekämpfung kostet: Richtwerte für AT, DE und CH

Amtliche Preislisten für die Mottenbekämpfung gibt es in keinem der drei Länder. Belastbare, öffentlich nachvollziehbare Anhaltspunkte liefern Kammern und Verbraucherzentralen, allerdings meist anhand anderer Schädlingsarten. Die folgenden Werte sind deshalb Größenordnungen und keine Preise für Ihren konkreten Fall.

Land Orientierungswert Quelle und Stand
Österreich 200 bis 350 Euro für eine Bekämpfung im Haus bei einem seriösen Anbieter (Beispiel Ameisenbekämpfung) Branchenverband der österreichischen Schädlingsbekämpfer in der Wirtschaftskammer Österreich, zitiert in einem Beitrag von help.ORF.at (2019)
Deutschland 150 bis 250 Euro plus Mehrwertsteuer für einen Einsatz ohne besonderen Aufwand (Beispiel Wespennestentfernung) Verbraucherzentrale, Stand Januar 2026
Schweiz keine öffentliche Preisliste; kommunale Fachstellen beraten kostenlos, Fachfirmen rechnen nach Aufwand ab Stadt Zürich, Fachstelle Schädlingsprävention

Den Preis bestimmen Befallsstärke, Größe der betroffenen Fläche, Zahl der Termine, Nachkontrollen und Anfahrt. Bei hartnäckigem Befall sind zwei oder drei Besuche keine Seltenheit, wodurch die Rechnung deutlich über dem ersten Einsatz liegt. Ein Fixpreis lässt sich seriös nicht nennen; üblich ist ein Preis nach Besichtigung, der vor Auftragserteilung vereinbart wird.

Wer die Art kennt, den Befallsherd eingegrenzt und über Wochen konsequent gereinigt hat, bekommt viele Befälle selbst in den Griff. Bleibt der Befall trotzdem bestehen, ist der Fachbetrieb meist die wirtschaftlichere Lösung als weitere Versuche mit Duftmitteln und Sprays. Betriebe in Ihrer Region finden Sie z. B. über die Suche auf ReparaturProfi.

Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.

Titelbild: Osviel Rodriguez Valdés via Pexels.

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