Kaminofen einbauen lassen: Kosten und Vorschriften im DACH-Raum
Der Gedanke an knisterndes Feuer im Wohnzimmer klingt verlockend, doch zwischen Wunsch und erstem Anzünden liegen einige Planungsschritte. Wer einen Kaminofen nachrüsten möchte, braucht nicht nur das passende Gerät, sondern auch einen geeigneten Schornstein, ausreichend Verbrennungsluft und die Freigabe durch den zuständigen Fachbetrieb. Dieser Artikel zeigt, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, welche Voraussetzungen Ihre Wohnung erfüllen sollte und wie der Ablauf vom ersten Beratungstermin bis zur Abnahme aussieht.
Was ein Kaminofen kostet — Gerät und Einbau
Die Gesamtkosten setzen sich aus dem Ofen selbst, den Anschlussarbeiten und gegebenenfalls baulichen Anpassungen zusammen. Die Spanne ist breit, weil Modell, Leistung und örtliche Gegebenheiten stark variieren.
| Kostenposition | Deutschland | Österreich | Schweiz |
|---|---|---|---|
| Kaminofen (Gerät) | 500–3.000 € | 1.500–4.000 € | 1.500–5.000 CHF |
| Ofenrohr und Anschluss | 200–500 € | 200–500 € | 300–800 CHF |
| Schornsteinsanierung (falls nötig) | 500–2.000 € | 500–2.000 € | 800–3.000 CHF |
| Montage durch Fachbetrieb | 300–800 € | 300–800 € | 500–2.000 CHF |
| Abnahme | 50–200 € | 100–300 € | 100–250 CHF |
| Richtwert gesamt | 2.500–6.000 € | 3.000–8.000 € | 4.000–12.000 CHF |
Die angegebenen Werte sind Richtwerte auf Basis von Branchenportalen und Fachverbänden (Stand 2026). Für ein verbindliches Angebot ist immer eine Vor-Ort-Besichtigung durch den Ofenbauer nötig.
Sonderausstattungen wie Speichersteine, Wassertaschen zur Heizungsunterstützung oder besondere Verkleidungen treiben den Preis zusätzlich nach oben. Wer einen bestehenden Schornstein nutzen kann, spart sich die aufwendigste Position.
Welche Voraussetzungen Ihre Wohnung erfüllen muss
Nicht jede Wohnung ist ohne Weiteres kaminofentauglich. Drei Punkte entscheiden, ob ein Einbau überhaupt möglich ist.
Schornstein oder Abgasanlage
Ein Kaminofen braucht einen funktionierenden Abzug. In Altbauten ist oft ein ungenutzter Kaminzug vorhanden, der sich nach Prüfung durch den Schornsteinfeger (DE), Rauchfangkehrer (AT) oder Kaminfeger (CH) reaktivieren lässt. Fehlt ein Schornstein, kann ein außen liegender Edelstahlschornstein nachgerüstet werden — das erhöht die Kosten allerdings erheblich.
Verbrennungsluftzufuhr
Jede Feuerstätte benötigt Sauerstoff. In modernen, dicht schließenden Gebäuden kann der Unterdruck so stark werden, dass der Ofen nicht richtig zieht oder Abgase in den Raum gelangen. Lösungen sind raumluftunabhängige Öfen mit externer Luftzufuhr oder eine separate Zuluftöffnung im Aufstellraum. Welche Variante bei Ihnen sinnvoll ist, klärt der Fachbetrieb bei der Erstbesichtigung.
Aufstellfläche und Abstände
Der Untergrund muss nicht brennbar sein. Vor und neben dem Ofen schreiben die Landesbauordnungen Mindestabstände zu brennbaren Materialien vor — in der Regel 40 cm nach vorne und 20 cm seitlich. Eine Funkenschutzplatte aus Glas oder Stahl erfüllt diese Anforderung, wenn der vorhandene Boden aus Holz oder Teppich besteht.
Ablauf: Vom Vor-Ort-Termin bis zur Abnahme
Der Weg zum fertigen Kaminofen folgt einem klaren Ablauf. Wer die Reihenfolge einhält, vermeidet Verzögerungen und böse Überraschungen.
So gehen Sie vor
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Kontakt zum Schornsteinfeger, Rauchfangkehrer oder Kaminfeger aufnehmen. Vor dem Kauf eines Ofens sollte der zuständige Fachbetrieb prüfen, ob ein geeigneter Schornstein vorhanden ist und welche Auflagen gelten. Dieser Schritt kostet wenig und spart später Ärger.
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Ofenbauer oder Kaminbauer hinzuziehen. Der Fachbetrieb besichtigt die Räumlichkeiten, bespricht Ihre Wünsche und erstellt ein Angebot inklusive Montage.
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Gegebenenfalls Baubewilligung einholen (Schweiz). In der Schweiz kann für den Einbau eines Schornsteins eine Bewilligung der Baubehörde erforderlich sein. In Deutschland und Österreich ist eine Baugenehmigung in der Regel nicht nötig, sofern der Schornstein bereits existiert.
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Einbau durch den Fachbetrieb. Der Kaminbauer stellt den Ofen auf, verlegt das Ofenrohr und schließt den Ofen an den Schornstein an.
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Abnahme durch den Schornsteinfeger, Rauchfangkehrer oder Kaminfeger. Erst nach positiver Abnahme darf der Ofen in Betrieb gehen. Der Fachbetrieb prüft Abstände, Dichtheit und den ordnungsgemäßen Rauchabzug.
Die reine Montage dauert bei unkomplizierten Verhältnissen einen Arbeitstag. Wartezeiten entstehen eher bei der Terminvergabe: Im Herbst sind Ofenbauer oft ausgebucht, weshalb eine Planung im Frühjahr oder Sommer sinnvoll ist.
Genehmigung und Abnahme in AT, DE und CH — was sich unterscheidet
Alle drei Länder verlangen eine Abnahme durch den zuständigen Fachbetrieb, bevor der Ofen betrieben werden darf. Die Details unterscheiden sich jedoch.
Deutschland: Die Abnahme erfolgt durch den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger. Er prüft, ob der Ofen die Anforderungen der Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) erfüllt. Seit 2025 gelten mit der BImSchV Stufe 3 verschärfte Emissionsgrenzwerte — moderne Kaminöfen halten diese in der Regel ein. Eine gesonderte Baugenehmigung ist bei bestehendem Schornstein meist nicht erforderlich.
Österreich: Die Abnahme obliegt dem Rauchfangkehrer. Die konkreten Vorschriften sind Ländersache und variieren zwischen den Bundesländern. Die Erstabnahme wird auch als Befundung bezeichnet und ist bei jeder neuen oder wesentlich veränderten Feuerstätte Pflicht. Nähere Informationen zu Kosten und Pflichten des Rauchfangkehrers finden Sie in unserem Artikel Schornsteinfeger, Rauchfangkehrer, Kaminfeger: Kosten und Pflichten im DACH-Vergleich.
Schweiz: Der Kaminfeger führt die Abnahme durch. Zusätzlich muss der Kaminofen eine Leistungserklärung besitzen, die bestätigt, dass er die Grenzwerte der Luftreinhalteverordnung einhält. Für einen neuen Schornstein ist unter Umständen eine Baubewilligung der Gemeinde nötig. Die Brandschutzvorschriften richten sich nach den VKF-Richtlinien der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen.
| Land | Zuständig für Abnahme | Baugenehmigung nötig? | Wichtigste Rechtsgrundlage |
|---|---|---|---|
| DE | Bezirksschornsteinfeger | In der Regel nein | BImSchV, Landesbauordnung |
| AT | Rauchfangkehrer | In der Regel nein | Landesfeuerpolizeigesetze |
| CH | Kaminfeger | Für neuen Schornstein oft ja | VKF-Richtlinien, Luftreinhalteverordnung |
Was Sie vor dem Kauf beachten sollten
Ein Kaminofen ist eine langfristige Anschaffung. Wer vor dem Kauf den Schornsteinfeger, Rauchfangkehrer oder Kaminfeger einbezieht, vermeidet Fehlkäufe und kostspielige Nachbesserungen. Achten Sie darauf, dass der gewählte Ofen die aktuellen Emissionsgrenzwerte erfüllt — sonst droht in einigen Jahren eine Nachrüstung oder Stilllegung.
Betriebe in Ihrer Region, die Kaminöfen einbauen und beraten, finden Sie z. B. über die Suche auf ReparaturProfi.
Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.
Titelbild: Ahmet Yüksek ✪ via Pexels.