Innentüren einbauen lassen: Kosten, Ablauf und worauf es ankommt

Die Zimmertüren stammen noch aus den Achtzigern, das Türblatt ist verzogen oder der Schallschutz reicht für das neue Homeoffice nicht mehr aus. Wer Innentüren tauschen lässt, steht vor mehreren Fragen: Welches Material passt zum Raum? Wer baut die Tür korrekt ein? Und was kostet das Ganze im DACH-Raum?

Wann lohnt sich ein Türtausch?

Nicht jede alte Tür muss sofort raus. Ein Austausch ist sinnvoll, wenn eines der folgenden Kriterien zutrifft:

  • Verschleiß: Das Türblatt ist verzogen, die Kanten abgestoßen oder die Oberfläche lässt sich nicht mehr aufarbeiten. Hohltüren mit Wabeneinlage neigen nach Jahren zum Durchhängen.
  • Schallschutz: Moderne Innentüren erreichen Schallschutzklassen von 27 bis 42 dB. Wer ein Homeoffice, ein Musikzimmer oder ein Kinderzimmer abtrennen will, profitiert von einer schwereren Tür mit Dichtungen.
  • Optik und Stil: Nach einer Renovierung passen alte Türen oft nicht mehr zum neuen Boden oder Wandton. Eine einheitliche Türgestaltung hebt die Raumwirkung.
  • Funktion: Schiebetüren oder Glastüren schaffen Platz in kleinen Räumen. Wer barrierefrei umbauen möchte, braucht breitere Durchgänge (mindestens 80 cm lichte Breite).

Bei oberflächlichen Schäden genügt manchmal ein neuer Anstrich oder der Austausch von Beschlägen. Ein Tischler kann vor Ort einschätzen, ob sich eine Aufarbeitung rechnet.

Ablauf: Von Aufmaß bis Montage

Der Einbau einer Innentür durch den Fachbetrieb folgt einem festen Ablauf.

1. Aufmaß

Der Tischler (in Deutschland auch Schreiner genannt) misst die Maueröffnung exakt aus. Standardmaße für Innentüren sind 198,5 cm Höhe und 61 bis 98,5 cm Breite. Im Altbau weichen die Maße häufig ab, sodass Sonderanfertigungen oder Anpassarbeiten nötig werden.

2. Beratung und Angebot

Auf Basis des Aufmaßes erstellt der Betrieb ein Angebot. Darin sind Türblatt, Zarge (der Rahmen, in den die Tür eingehängt wird), Beschläge und Montagekosten aufgeschlüsselt. Fragen Sie gezielt nach:

  • Ist die Demontage und Entsorgung der alten Tür enthalten?
  • Welche Zargenart wird verwendet (Umfassungszarge, Blockzarge, Eckzarge)?
  • Sind Anfahrtskosten separat ausgewiesen?

3. Demontage der alten Tür

Der Handwerker entfernt Türblatt und Zarge. Im Altbau kann dabei Putz abplatzen, der anschließend ausgebessert werden muss. Seriöse Betriebe weisen auf solche Zusatzarbeiten im Angebot hin.

4. Einbau der neuen Zarge

Die Zarge wird lot- und waagerecht in die Maueröffnung eingepasst und mit Montageschaum oder Schrauben fixiert. Bei Umfassungszargen wird die Wandöffnung komplett verkleidet, bei Blockzargen bleibt der Wandputz sichtbar.

5. Einhängen des Türblatts

Das Türblatt wird in die Scharniere eingehängt und justiert. Der Tischler prüft, ob die Tür sauber schließt, nicht schleift und die Dichtungen gleichmäßig anliegen.

6. Endkontrolle

Beschläge, Drücker und gegebenenfalls Schloss werden montiert. Eine saubere Übergabe umfasst das Entfernen von Schutzfolien und eine kurze Funktionsprüfung gemeinsam mit Ihnen.

Kosten im DACH-Raum

Die Preise für Innentüren inklusive Einbau variieren je nach Material, Zargentyp und Einbausituation. Die folgenden Angaben beziehen sich auf 2026 und stellen Richtwerte dar.

Position Deutschland Österreich Schweiz
Türblatt (Standard, Dekorfolie) 50–200 Euro 80–250 Euro 150–300 CHF
Türblatt (furniert / Massivholz) 200–800 Euro 250–600 Euro 400–900 CHF
Zarge (Umfassungszarge) 80–300 Euro 100–350 Euro 150–400 CHF
Montage pro Tür 50–150 Euro 100–200 Euro 200–380 CHF
Demontage und Entsorgung 30–80 Euro 40–100 Euro 120–170 CHF
Anfahrtskosten 25–100 Euro 30–80 Euro 50–120 CHF

Paketpreis für eine Standard-Innentür (Türblatt mit Dekorfolie, Umfassungszarge, Montage): In Deutschland rechnen Sie mit etwa 200 bis 450 Euro, in Österreich mit 300 bis 500 Euro und in der Schweiz mit rund 400 bis 700 CHF.

Im Altbau können Zusatzarbeiten die Kosten erhöhen: Putzausbesserungen, Maueröffnungen anpassen oder unebene Böden ausgleichen. Für solche Arbeiten fallen in Deutschland laut Branchenportalen bis zu 290 Euro extra an.

Die Preisspannen basieren auf Angaben von daibau.at, daibau.de, daibau.ch, ofri.ch und my-hammer.at (Stand: Mai 2026). Es handelt sich um Richtwerte — holen Sie für Ihr Projekt mehrere Angebote ein.

Tischler, Schreiner oder Montageservice?

Im deutschsprachigen Raum gibt es unterschiedliche Bezeichnungen für denselben Beruf:

  • Tischler (Österreich, Norddeutschland)
  • Schreiner (Schweiz, Süddeutschland)

Beide Berufsbezeichnungen meinen das gleiche Handwerk. In Österreich ist die Tischlerei ein reglementiertes Gewerbe, in Deutschland ein zulassungspflichtiges Handwerk, in der Schweiz ein Lehrberuf mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis.

Daneben bieten Baumärkte und spezialisierte Montagefirmen einen reinen Einbauservice an. Dieser ist oft günstiger, beschränkt sich aber auf Standardtüren und einfache Einbausituationen. Wenn Sie Sondermaße brauchen, eine aufwendige Zargenverkleidung wünschen oder im Altbau mit unebenen Wänden arbeiten, ist ein Tischler- oder Schreinerbetrieb die bessere Wahl.

Betriebe in Ihrer Region finden Sie zum Beispiel über die Suche auf ReparaturProfi.

So holen Sie das beste Angebot ein

  1. Mehrere Angebote einholen: Mindestens zwei bis drei Betriebe anfragen. Achten Sie darauf, dass alle Positionen (Türblatt, Zarge, Montage, Entsorgung, Anfahrt) einzeln ausgewiesen sind.
  2. Aufmaß vor Ort: Ein seriöser Betrieb kommt zum Messen vorbei, statt nur nach Ihren Angaben zu kalkulieren. Gerade im Altbau spart das Überraschungen.
  3. Lieferzeit klären: Sondermaße oder furnierte Türen haben längere Lieferzeiten (oft vier bis acht Wochen). Planen Sie das in Ihren Renovierungszeitplan ein.
  4. Referenzen prüfen: Fragen Sie nach abgeschlossenen Projekten oder lesen Sie Bewertungen. Ein Betrieb, der Zimmertüren regelmäßig einbaut, arbeitet routinierter als einer, der das nur gelegentlich macht.

Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.

Titelbild: Max Vakhtbovych via Pexels.

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