Erwerbstätige in der DACH-Region 2025: Berlin, Wien & Bern im Vergleich
Die DACH-Region — Deutschland, Österreich und die Schweiz — gehört zu den wirtschaftlich stärksten Räumen Europas. Doch wie steht es 2025 um den Arbeitsmarkt? Wie viele Erwerbstätige gibt es in den drei Hauptstädten Berlin, Wien und Bern? Und was bedeutet die aktuelle Entwicklung für Handwerker, Fachkräfte und Betriebe?
In diesem Beitrag liefern wir Ihnen die aktuellen Zahlen 2025 — basierend auf Daten von Destatis, Statistik Austria, dem Bundesamt für Statistik (BFS) und weiteren offiziellen Quellen.
Erwerbstätige in der DACH-Region 2025 — die Gesamtübersicht
Zusammengenommen arbeiten in der DACH-Region über 55 Millionen Menschen. Die einzelnen Länder zeigen dabei unterschiedliche Trends:
| Land | Erwerbstätige 2025 | Veränderung zum Vorjahr | Arbeitslosenquote (ILO) |
|---|---|---|---|
| 🇩🇪 Deutschland | 46,0 Mio. | ±0,0 % | 3,5 % |
| 🇦🇹 Österreich | 4,5 Mio. | +0,3 % | 5,5 % |
| 🇨🇭 Schweiz | 5,3 Mio. | +0,7 % | 4,6 % |
Fazit: Während die Schweiz weiter wächst und Österreich leichtes Beschäftigungswachstum verzeichnet, stagniert Deutschland erstmals seit der Corona-Krise. Die industrielle Rezession und der anhaltende Strukturwandel bremsen den größten Arbeitsmarkt der Region.
Die drei Hauptstädte im Vergleich: Berlin, Wien und Bern
Die Hauptstädte spielen als Wirtschaftsmotoren eine zentrale Rolle. Hier die aktuellen Beschäftigungszahlen:
| Hauptstadt | Beschäftigte / Erwerbstätige | Trend 2025 | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Berlin | 2.195.000 | −0,1 % | Erster Rückgang seit 2020 |
| Wien | 923.600 | +1,0 % | Stärkstes Wachstum unter den drei Hauptstädten |
| Bern | ~201.800 | stabil | Kanton Bern: 650.000 Beschäftigte, 2,0 % Arbeitslosigkeit |
Berlin: Stagnation nach Jahren des Wachstums

Mit 2,195 Millionen Erwerbstätigen bleibt Berlin Deutschlands größter städtischer Arbeitsmarkt. Doch 2025 verzeichnete die Hauptstadt erstmals seit der Pandemie einen leichten Rückgang (−2.400 Personen). Die Berliner Wirtschaft leidet unter der bundesweiten Konjunkturschwäche — die Industrieproduktion fiel zum dritten Mal in Folge.
Dennoch: Der Dienstleistungssektor macht über 75 % der Berliner Beschäftigung aus. Start-ups, IT und die Kreativwirtschaft halten die Stadt wirtschaftlich attraktiv. Im Handwerk fehlen allerdings tausende Fachkräfte.
Wien: Rekord-Beschäftigung trotz hoher Arbeitslosigkeit

Wien zeigt ein paradoxes Bild: Die Hauptstadt erreichte mit 923.600 unselbstständig Beschäftigten einen neuen Rekord — und gleichzeitig lag die Arbeitslosenquote bei 11,7 %, der höchste Wert aller Bundesländer. Das zeigt einen strukturellen Mismatch: Viele offene Stellen für Fachkräfte, aber zu wenig qualifizierte Bewerber.
Die Wiener Wirtschaft ist stark von Mikro-Unternehmen geprägt — 77,8 % der Betriebe haben weniger als 10 Mitarbeiter. Die Beschäftigungsquote liegt mit 72,3 % unter dem österreichischen Durchschnitt von 76,9 %. Besonders Handwerker und Reparaturbetriebe suchen händeringend nach Personal.
Bern: Klein, aber fein — niedrigste Arbeitslosigkeit
Die Schweizer Bundesstadt ist mit ~201.800 Beschäftigten in rund 15.100 Betrieben deutlich kleiner als Berlin oder Wien. Dafür glänzt der Kanton Bern mit einer Arbeitslosenquote von nur 2,0 % — fast Vollbeschäftigung.
Rund 80.000 Personen arbeiten im Kanton Bern in der Industrie. Die Schweiz insgesamt verzeichnete im 1. Quartal 2025 rund 5,34 Millionen Erwerbstätige — ein Plus von 0,7 % gegenüber dem Vorjahr. Das macht die Schweiz zum wachstumsstärksten Arbeitsmarkt in der DACH-Region.
Fachkräftemangel im Handwerk: Das DACH-weite Problem

Das Handwerk ist in allen drei Ländern ein tragender Wirtschaftspfeiler — und gleichzeitig am stärksten vom Fachkräftemangel betroffen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:
| Kennzahl | Deutschland | Österreich | Schweiz |
|---|---|---|---|
| Handwerksbetriebe | 1.038.315 | 233.453 | ~40.100 |
| Beschäftigte im Handwerk | 5,6 Mio. | 801.000 | ~350.000 |
| Offene Fachkräfte-Stellen | ~200.000 | ~176.000 | rückläufig, aber spürbar |
| Anteil an allen Lehrlingen | 28,2 % | 50,1 % | k. A. |
| Umsatz (jährlich) | 770,7 Mrd. € | 138 Mrd. € | k. A. |
Deutschland: 200.000 Handwerker fehlen
Mit über einer Million Betrieben und 5,6 Millionen Beschäftigten ist das deutsche Handwerk ein Schwergewicht. Doch dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) zufolge fehlen rund 200.000 Fachkräfte. Besonders betroffen sind:
- Elektrotechnik — 18.300 offene Stellen
- Sanitär, Heizung, Klima (SHK) — über 12.000 unbesetzte Positionen
- Dachdecker — mehr als 3.000 fehlende Fachkräfte
Gleichzeitig gibt es einen Lichtblick bei den Lehrlingen: 2025 wurden 135.540 neue Ausbildungsverträge im Handwerk abgeschlossen — ein leichtes Plus, entgegen dem allgemeinen Ausbildungstrend (−2,1 %). Außerdem stehen 125.000 Betriebsübernahmen in den kommenden Jahren an, da viele Meister in Rente gehen.
Österreich: Jeder zweite Lehrling lernt im Gewerbe
In Österreich bildet die Sparte Gewerbe und Handwerk über 50 % aller Lehrlinge aus und trägt 22,7 % zum BIP bei. Mit 233.453 Betrieben und 801.000 Beschäftigten ist das Handwerk der größte Arbeitgeber der gewerblichen Wirtschaft.
Doch 42,7 % der Betriebe berichten von Schwierigkeiten bei der Personalsuche. Rund 176.000 Fachkräftestellen sind unbesetzt. Besonders gesucht werden Installateure, Elektriker und Bautechniker.
Schweiz: Energiewende treibt Handwerker-Nachfrage
In der Schweiz ging der allgemeine Fachkräftemangel-Index 2025 zwar um 23 % zurück. Doch im Handwerk — insbesondere in der Gebäudetechnik und Energietechnik — stieg die Nachfrage nach Fachkräften massiv an.
Ein alarmierendes Detail: In den nächsten zehn Jahren gehen in der Schweiz über eine Million Arbeitnehmer in Pension — weniger als die Hälfte wird durch Nachwuchs ersetzt. Das betrifft besonders die Baubranche, Produktionsleiter und Handwerksmeister.
Demografische Zeitbombe: Was kommt auf uns zu?
Die DACH-Region steht vor einer demografischen Wende. Laut OECD Employment Outlook 2025 wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in den OECD-Ländern bis 2060 um 8 % schrumpfen. In mehr als einem Viertel der OECD-Staaten wird der Rückgang sogar über 30 % betragen.
Für den Arbeitsmarkt bedeutet das:
- Steigende Arbeitslosigkeit bei gleichzeitigem Fachkräftemangel — ein strukturelles Paradoxon
- Der Altenquotient wird von 31 % (2023) auf 52 % (2060) steigen
- Die Babyboomer-Generation geht in Rente — allein in Deutschland stehen 125.000 Handwerks-Betriebsübernahmen an
- Ohne Migration und Automatisierung können viele Stellen nicht nachbesetzt werden
Was bedeutet das für Handwerksbetriebe und Kunden?
Für Handwerksbetriebe in Österreich und der gesamten DACH-Region ergeben sich klare Handlungsfelder:
Für Betriebe:
- Online-Sichtbarkeit erhöhen: Handwerksbetriebe, die auf Plattformen wie ReparaturProfi.com gelistet sind, werden von Kunden leichter gefunden
- Lehrlingsausbildung stärken: Wer heute ausbildet, sichert sich morgen Fachkräfte
- Digitalisierung nutzen: Online-Buchungssysteme, digitale Angebote und Bewertungsportale schaffen Wettbewerbsvorteile
- Arbeitgebermarke aufbauen: Gute Bewertungen und ein professionelles Profil helfen bei der Mitarbeitergewinnung
Für Kunden:
- Frühzeitig planen: In Zeiten des Fachkräftemangels haben Handwerker volle Auftragsbücher — rechtzeitig buchen!
- Bewertungen nutzen: Qualifizierte Betriebe erkennt man an positiven Kundenbewertungen
- Förderungen checken: Der Handwerkerbonus fördert Arbeitskosten mit bis zu 2.000 €/Jahr
- Mehrere Angebote einholen: Trotz Fachkräftemangel lohnt sich ein Preisvergleich
Quellen und weiterführende Links
- Destatis — Erwerbstätigenzahl 2025
- Statistik Austria — Erwerbsstatus
- BFS Schweiz — Arbeit und Erwerb
- ZDH — Kennzahlen des Handwerks
- WKO — Gewerbe und Handwerk Kennzahlen
- OECD Employment Outlook 2025
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viele Erwerbstätige gibt es 2025 in Deutschland?
Im Jahresdurchschnitt 2025 waren rund 46,0 Millionen Personen in Deutschland erwerbstätig (Inlandskonzept). Die Zahl stagnierte erstmals seit der Corona-Krise — ein Rückgang von nur 5.000 Personen gegenüber 2024.
Wie viele Beschäftigte hat Wien 2025?
Wien verzeichnete rund 923.600 unselbstständig Beschäftigte (Jahresdurchschnitt 2024/25) — ein Plus von 1,0 % gegenüber dem Vorjahr. Die Beschäftigungsquote liegt bei 72,3 %, die Arbeitslosenquote allerdings bei 11,7 %.
Wie hoch ist die Arbeitslosigkeit in der Schweiz 2025?
Die Arbeitslosenquote (SECO-Definition) betrug im Jahresdurchschnitt 2025 2,8 %, stieg aber bis Dezember auf 3,1 % an. Nach ILO-Definition lag die Quote bei 4,6–5,1 %. Die Schweiz hat damit die niedrigste Arbeitslosigkeit in der DACH-Region.
Wie viele Handwerker fehlen in der DACH-Region?
In Deutschland fehlen laut ZDH rund 200.000 Handwerker, in Österreich sind ca. 176.000 Fachkräftestellen unbesetzt. In der Schweiz ging der Mangel-Index zwar zurück, doch in der Gebäudetechnik steigt die Nachfrage massiv. Insgesamt gehen in allen drei Ländern mehr Fachkräfte in Rente, als Nachwuchs nachkommt.
Wo finde ich einen qualifizierten Handwerker in Österreich?
Auf ReparaturProfi.com finden Sie geprüfte Handwerksbetriebe in ganz Österreich — mit Bewertungen, Kontaktdaten und direkter Anfrage-Möglichkeit. Alle Betriebe sind nach Gewerk und Region filterbar.