Einblasdämmung für zweischaliges Mauerwerk: Kosten und Ablauf im DACH-Raum
Wenn im Winter die Heizkosten steigen und die Außenwände kalt bleiben, liegt das oft an fehlendem Dämmstoff im Hohlraum zwischen den Mauerschalen. Viele Häuser aus den 1950er- bis 1980er-Jahren haben zweischaliges Mauerwerk mit einem Luftspalt von 4 bis 8 Zentimetern. Dieser Hohlraum lässt sich nachträglich mit Einblasdämmung füllen — ohne Gerüst, ohne wochenlange Baustelle und deutlich günstiger als ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS).
Was ist Einblasdämmung und für wen eignet sie sich
Bei der Einblasdämmung wird loser Dämmstoff über kleine Bohrlöcher in bestehende Hohlräume eingeblasen. Das Verfahren kommt bei zweischaligem Mauerwerk, aber auch bei Dachschrägen, obersten Geschossdecken und Holzbalkendecken zum Einsatz.
Voraussetzung ist ein durchgängiger, nicht verbauter Hohlraum. Vor der Ausführung prüft der Fachbetrieb mit einer Endoskopkamera, ob der Spalt frei von Mörtelresten, Bauschutt oder Feuchtigkeit ist. Wenn das Mauerwerk feucht ist oder der Hohlraum weniger als 4 Zentimeter breit, ist Einblasdämmung meist nicht sinnvoll.
Geeignete Gebäude sind typischerweise:
- Einfamilienhäuser und Reihenhäuser mit zweischaligem Sichtmauerwerk
- Gebäude ohne bereits vorhandene Kerndämmung
- Häuser mit intakter Außenschale ohne größere Risse
Dämmstoffe im Vergleich
Für die Einblasdämmung im Hohlraum kommen verschiedene Materialien infrage, die sich in Wärmeleitfähigkeit, Brandverhalten und Preis unterscheiden.
| Dämmstoff | Wärmeleitfähigkeit (λ) | Brandklasse | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| EPS-Granulat | 0,033–0,040 W/(m·K) | B1 (schwer entflammbar) | Günstig, wasserabweisend |
| Mineralwolle-Granulat | 0,035–0,045 W/(m·K) | A1 (nicht brennbar) | Guter Schallschutz |
| Zelluloseflocken | 0,038–0,042 W/(m·K) | B2 (normal entflammbar) | Ökologisch, gute Feuchteregulierung |
| Perlite | 0,045–0,050 W/(m·K) | A1 (nicht brennbar) | Mineralisch, setzungsstabil |
Die Wahl des Dämmstoffs hängt von den baulichen Gegebenheiten ab. Bei Brandschutzanforderungen (etwa Grenzbebauung) ist Mineralwolle oder Perlite vorzuziehen. Bei Gebäuden mit Feuchtigkeitsproblemen im Sockelbereich kann EPS-Granulat sinnvoll sein, da es kein Wasser aufnimmt.
Kosten pro Quadratmeter und Gesamtkosten
Die Kosten für Einblasdämmung bei zweischaligem Mauerwerk liegen 2026 laut Branchenangaben zwischen 25 und 60 Euro pro Quadratmeter inklusive Material und Montage. Die Spanne ergibt sich aus:
- Dämmstoffwahl (EPS-Granulat am günstigsten, Zellulose etwas teurer)
- Zugänglichkeit der Fassade
- Hohlraumbreite (breitere Spalte benötigen mehr Material)
- Regionale Lohnkosten
Bei einem typischen Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern Außenwandfläche ergeben sich Gesamtkosten von etwa 3.000 bis 7.200 Euro. Damit ist Einblasdämmung deutlich günstiger als ein WDVS, das bei vergleichbarer Fläche schnell 15.000 bis 25.000 Euro kosten kann.
Für die Dämmung von Dachschrägen oder obersten Geschossdecken gelten andere Preise: Bei Dächern rechnen Fachbetriebe mit 40 bis 65 Euro pro Quadratmeter, bei begehbaren Geschossdecken mit 15 bis 25 Euro pro Quadratmeter.
Ablauf: Bohren, Einblasen, Verschließen
Der Ablauf einer Einblasdämmung bei zweischaligem Mauerwerk folgt einem standardisierten Verfahren, das bei einem Einfamilienhaus meist an einem Arbeitstag abgeschlossen ist.
So gehen Sie vor
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Angebote einholen: Lassen Sie sich von mindestens zwei Fachbetrieben für Wärmedämmung ein Angebot erstellen. Achten Sie darauf, dass eine Hohlraumuntersuchung (Endoskopie) im Angebot enthalten ist.
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Hohlraumprüfung: Der Betrieb untersucht den Hohlraum mit einer Kamerasonde auf Durchgängigkeit, Breite und eventuelle Feuchtigkeit.
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Bohren: In die Außenwand werden im Abstand von etwa einem Meter Löcher mit 20 bis 25 Millimetern Durchmesser gebohrt — entweder in die Lagerfugen oder in die Steine selbst.
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Einblasen: Über einen Schlauch wird der Dämmstoff mit Druckluft in den Hohlraum eingeblasen. Der Betrieb arbeitet sich von unten nach oben vor, um eine lückenlose Füllung zu gewährleisten.
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Verschließen: Die Bohrlöcher werden mit Mörtel oder Stopfen verschlossen und farblich an das Mauerwerk angepasst.
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Dokumentation: Sie erhalten ein Protokoll mit Angaben zu Dämmstoff, eingeblasener Menge und erreichtem U-Wert. Dieses Dokument ist für die Förderanträge relevant.
Förderungen und steuerliche Absetzbarkeit
Die Förderlandschaft unterscheidet sich im DACH-Raum erheblich. Hier ein Überblick über den Stand im Herbst 2026:
Deutschland: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert Einblasdämmung im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit 15 Prozent Zuschuss auf die förderfähigen Kosten. Voraussetzung ist, dass der erreichte U-Wert den Anforderungen entspricht (bei Außenwänden maximal 0,20 W/(m²·K)) und ein Energieeffizienz-Experte aus der dena-Liste die Maßnahme begleitet. Der iSFP-Bonus von zusätzlich 5 Prozentpunkten greift seit dem 21. Juli 2026 nur noch bei förderfähigen Kosten oberhalb von 30.000 Euro — bei typischen Einblasdämmungen fällt er meist weg. Alternativ können Eigentümer selbstgenutzter Immobilien den Steuerbonus nach § 35c EStG nutzen, der 20 Prozent der Kosten über drei Jahre absetzbar macht.
Österreich: Der Sanierungsbonus 2026 ist seit Februar 2026 ausgeschöpft. Neue Anträge für Dämmmaßnahmen sind derzeit nicht möglich. Die Bundesförderung konzentriert sich aktuell auf den Heizungstausch („Raus aus Öl und Gas"). Es lohnt sich, die Landesförderungen zu prüfen — einige Bundesländer bieten eigene Programme für thermische Sanierung.
Schweiz: Das Gebäudeprogramm fördert Wärmedämmung kantonal unterschiedlich. Die Höhe der Beiträge und die Anforderungen variieren je nach Kanton. Auf der Plattform energiefranken.ch lässt sich nach Postleitzahl prüfen, welche Förderungen lokal verfügbar sind.
| Land | Förderung 2026 | Zuschusshöhe | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Deutschland | BAFA (BEG) | 15 % | Energieberater erforderlich |
| Österreich | derzeit keine | – | Sanierungsbonus ausgeschöpft |
| Schweiz | Gebäudeprogramm | kantonal unterschiedlich | Vorabprüfung empfohlen |
Was Sie vor der Entscheidung prüfen sollten
Einblasdämmung ist nicht für jedes Gebäude geeignet. Vor der Beauftragung sollten Sie klären lassen:
- Ist der Hohlraum durchgängig und mindestens 4 Zentimeter breit?
- Gibt es Feuchteschäden im Mauerwerk, die zuerst behoben werden müssen?
- Sind Installationen (Leitungen, Steckdosen) im Hohlraum verlegt, die den Einblasvorgang behindern?
- Welche Brandschutzanforderungen gelten für Ihr Gebäude?
Ein seriöser Fachbetrieb wird diese Punkte bei der Voruntersuchung klären und Sie beraten, ob Einblasdämmung die richtige Lösung ist — oder ob eine andere Maßnahme sinnvoller wäre.
Betriebe in Ihrer Region, die Einblasdämmung anbieten, finden Sie beispielsweise über die Suche auf ReparaturProfi.
Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.
Titelbild: Tima Miroshnichenko via Pexels.