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Bewässerungsanlage winterfest machen: Ablauf und Kosten

Eine automatische Gartenbewässerung spart im Sommer viel Arbeit. Doch sobald die Temperaturen im Herbst unter vier Grad Celsius fallen, wird das Wasser in den Leitungen zum Problem. Gefriert es, dehnt es sich aus — Rohre können platzen, Ventile bersten, und selbst unterirdisch verlegte Systeme nehmen Schaden. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Vorbereitung lässt sich das vermeiden.

Warum die Einwinterung so wichtig ist

Wasser dehnt sich beim Gefrieren um etwa neun Prozent aus. In geschlossenen Leitungen entsteht dabei ein enormer Druck, der Kunststoffrohre sprengen und Messingventile zerstören kann. Besonders gefährdet sind Magnetventile, Regnerköpfe und Tropfschläuche — also genau jene Komponenten, die bei einer Neuanschaffung ins Geld gehen.

Die Folgekosten eines Frostschadens sind erheblich. Reparaturen an unterirdischen Bewässerungssystemen können laut Branchenangaben mehrere tausend Euro erreichen, wenn Leitungen aufgegraben und ersetzt werden müssen. Hinzu kommt der Ärger: Der Schaden zeigt sich oft erst im Frühjahr, wenn die Anlage wieder in Betrieb geht — und dann beginnt die Gartensaison mit einer unerwarteten Baustelle.

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Auch oberirdische Komponenten sind gefährdet. Ein vergessener Gartenschlauch am Außenwasserhahn, ein nicht entleerter Verteiler oder ein Regensensor mit Wasserrest — all das kann bei Minusgraden Schaden nehmen. Die Einwinterung betrifft daher nicht nur die Hauptleitungen, sondern das gesamte System bis zum letzten Anschluss.

Ablauf der Einwinterung

Die Einwinterung folgt einem klaren Schema, das bei den meisten Systemen gleich ist. Der richtige Zeitpunkt liegt vor dem ersten Bodenfrost — in Mitteleuropa meist zwischen Mitte Oktober und Anfang November. In höheren Lagen der Alpenregion (Österreich, Schweiz, Süddeutschland) kann der erste Frost bereits Ende September auftreten. Wer auf Nummer sicher gehen will, orientiert sich an der Wettervorhersage und handelt, sobald Nachttemperaturen unter fünf Grad Celsius angekündigt werden.

So gehen Sie vor

  1. Hauptwasserzufuhr absperren. Drehen Sie den Absperrhahn, der die Bewässerungsanlage versorgt, vollständig zu. Bei Systemen mit Regenwassernutzung die Pumpe abschalten.

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  2. Steuergerät auf Wintermodus stellen. Viele moderne Bewässerungscomputer haben einen speziellen Modus, der die Ventile stromlos schaltet, aber die Programmierung speichert. Alternativ das Gerät komplett ausschalten.

  3. Leitungen mit Druckluft ausblasen. Mit einem Kompressor wird Druckluft in das System geblasen. Wichtig: maximal 3 bis 4 bar verwenden, um die Komponenten nicht zu beschädigen. Jede Bewässerungszone wird einzeln angesteuert, bis kein Wasser mehr austritt. Bei unterirdischen Anlagen ist dieser Schritt unverzichtbar, da Restwasser in Tiefpunkten sonst nicht abfließt.

  4. Magnetventile einzeln durchblasen. Öffnen Sie jedes Ventil nacheinander, damit auch dort kein Wasser verbleibt.

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  5. Regnerköpfe und Tropfschläuche prüfen. Versenkregner sollten nach dem Ausblasen leicht nach oben gezogen werden, damit eventuelles Restwasser ablaufen kann. Oberirdische Tropfschläuche können Sie abnehmen und frostfrei lagern.

  6. Steuergerät und Sensoren sichern. Bei batteriebetriebenen Geräten die Batterien entnehmen. Regensensoren, die nicht frostsicher sind, abmontieren und trocken einlagern.

Kosten im DACH-Raum

Die Einwinterung durch einen Fachbetrieb — in der Regel ein Gartenbaubetrieb oder ein Installateur mit Erfahrung in Bewässerungstechnik — dauert bei einem typischen Einfamilienhaus-Garten zwischen 30 und 90 Minuten. Die Kosten setzen sich aus Anfahrt und Arbeitszeit zusammen.

Land Stundensatz Fachbetrieb Typische Gesamtkosten
Deutschland 35–75 €/h (Gärtner/GaLaBau) 70–150 €
Österreich 40–70 €/h (Gärtner) 80–150 €
Schweiz 80–120 CHF/h (Gartenbau) 100–200 CHF

Stand 2026. Quellen: gartenbau.org (DE), baunex.ch und mrclean.ch (CH). Die tatsächlichen Kosten hängen von Anlagengröße und Anfahrtsentfernung ab.

Wer die Einwinterung selbst durchführen möchte, kann bei vielen Baumärkten einen Kompressor mieten — die Tagesmiete liegt bei etwa 30 bis 60 Euro. Voraussetzung ist ein Gerät mit ausreichender Luftmenge (mindestens 200 Liter pro Minute).

Selbst machen oder Fachbetrieb beauftragen

Einfache oberirdische Systeme mit wenigen Anschlüssen lassen sich oft selbst einwintern. Voraussetzung ist ein Kompressor mit ausreichender Luftleistung und ein Druckregler, um die empfohlenen 3 bis 4 bar nicht zu überschreiten. Viele Baumarkt-Kompressoren liefern zwar genug Druck, aber zu wenig Luftmenge — das Ausblasen dauert dann sehr lange oder gelingt nicht vollständig.

Ein Fachbetrieb ist sinnvoll, wenn:

  • die Anlage unterirdisch verlegt ist und Sie den Leitungsverlauf nicht genau kennen,
  • mehrere Bewässerungszonen mit Magnetventilen gesteuert werden,
  • das System an eine Regenwasserzisterne oder einen Brunnen angeschlossen ist,
  • Sie unsicher sind, ob alle Tiefpunkte vollständig entleert wurden.

Ein nicht vollständig entleertes System ist riskant: Schon kleine Wasserreste in einem Ventil können bei Frost Schäden verursachen. Die einmalige Investition in eine professionelle Einwinterung ist im Zweifel günstiger als eine aufwendige Reparatur im Frühjahr.

Gartenbaubetriebe bieten die Einwinterung oft als Teil eines Herbst-Wartungspakets an. Betriebe in Ihrer Region finden Sie z. B. über die Suche auf ReparaturProfi.

Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.

Titelbild: Birgit Böllinger via Pexels.

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