Badewanne gegen Dusche tauschen: Kosten, Ablauf und Förderungen
Die Badewanne steht seit Jahren ungenutzt im Bad, der Einstieg wird mit zunehmendem Alter beschwerlicher, oder der Platz fehlt schlicht für beides: Immer mehr Haushalte im DACH-Raum entscheiden sich dafür, ihre Wanne gegen eine bodengleiche Dusche zu tauschen. Der Umbau ist in wenigen Tagen erledigt, kann aber je nach Ausgangslage und gewünschter Ausstattung sehr unterschiedlich ausfallen.
Warum immer mehr Haushalte die Wanne gegen eine Dusche tauschen
Bodengleiche Duschen sind nicht nur barrierefrei, sondern auch platzsparend und pflegeleicht. Für Haushalte mit älteren Bewohnern oder eingeschränkter Mobilität entfällt der riskante Einstieg über den Wannenrand. Jüngere Haushalte schätzen das moderne Erscheinungsbild und die schnellere Reinigung. In Mietwohnungen ist der Umbau grundsätzlich möglich, erfordert aber die schriftliche Zustimmung des Vermieters und gegebenenfalls die Verpflichtung zum Rückbau beim Auszug.
Ablauf des Umbaus: Was passiert in welcher Reihenfolge
Der Installateur (in der Schweiz: Sanitärinstallateur) koordiniert in der Regel den gesamten Ablauf, oft in Zusammenarbeit mit einem Fliesenleger. Die einzelnen Schritte:
So gehen Sie vor
- Aufmaß und Planung: Der Fachbetrieb nimmt Maße, prüft die Leitungsführung und bespricht Duschgröße, Ablaufposition und Ausstattung (z. B. Duschrinne, Duschwand, Haltegriffe).
- Demontage der Badewanne: Die alte Wanne wird fachgerecht ausgebaut und entsorgt. Bei Stahl- oder Gusswannen ist das aufwendiger als bei Acrylwannen.
- Anpassung der Anschlüsse: Wasser- und Abwasseranschlüsse werden auf die neue Duschposition angepasst. Bei bodengleichen Duschen muss der Ablauf tiefer liegen als bei Wannen, was je nach Bodenhöhe zusätzliche Arbeiten erfordern kann.
- Untergrund und Abdichtung: Der Boden wird für die Duschtasse oder Duschrinne vorbereitet und wasserdicht abgedichtet. Dieser Schritt ist entscheidend für die Langlebigkeit.
- Fliesen- und Montagearbeiten: Der Fliesenleger verlegt die neuen Fliesen im Duschbereich, anschließend werden Duschwand, Armaturen und gegebenenfalls Haltegriffe montiert.
- Endabnahme: Der Installateur prüft die Dichtheit und Funktion aller Anschlüsse.
Die Dauer beträgt bei unkomplizierten Verhältnissen zwei bis drei Arbeitstage. Wenn der Estrich angepasst oder die Fliesen im gesamten Bad erneuert werden müssen, kann es länger dauern.
Kosten im DACH-Raum: Material, Handwerker, Zusatzarbeiten
Die Gesamtkosten für den Umbau von Badewanne zu Dusche liegen laut Branchenangaben zwischen 3.000 und 6.500 Euro (Stand 2026). Die Spanne erklärt sich durch unterschiedliche Ausgangssituationen und Ausstattungswünsche:
| Kostenposition | Richtwert |
|---|---|
| Demontage und Entsorgung der Wanne | 100–300 € |
| Anpassung der Wasser-/Abwasseranschlüsse | 150–400 € |
| Duschtasse oder Duschrinne inkl. Abdichtung | 300–1.200 € |
| Fliesenarbeiten (Duschbereich) | 500–1.500 € |
| Duschwand (Echtglas) | 400–1.200 € |
| Armaturen, Brauseset | 150–600 € |
| Montage gesamt | 800–1.500 € |
Hinweis: Die Angaben verstehen sich als Orientierungswerte für den DACH-Raum. Regionale Unterschiede bei Handwerkerlöhnen, Materialqualität und baulichen Voraussetzungen können zu Abweichungen führen. Holen Sie mindestens zwei Angebote ein und achten Sie auf eine detaillierte Aufschlüsselung der Positionen.
Wenn Sie das gesamte Badezimmer im Zuge des Umbaus renovieren möchten, finden Sie weitere Informationen im Artikel Badezimmer renovieren lassen: Kosten, Ablauf und häufige Fehler.
Förderungen für barrierefreien Umbau in AT, DE und CH
In allen drei Ländern gibt es öffentliche Förderprogramme für barrierefreie Umbauten. Die Bedingungen und Förderhöhen unterscheiden sich jedoch erheblich.
Deutschland
Das KfW-Programm 455-B „Barrierereduzierung" wurde im April 2026 wieder aufgelegt (Quelle: KfW). Gefördert werden unter anderem bodengleiche Duschen, der Einbau von Haltegriffen und rutschfeste Böden. Der Zuschuss beträgt 10 % der förderfähigen Kosten, maximal 2.500 Euro pro Wohneinheit für Einzelmaßnahmen. Bei Erreichen des Standards „Altersgerechtes Haus" sind es 12,5 % bzw. maximal 6.250 Euro. Der Antrag muss vor Beginn der Bauarbeiten gestellt werden.
Für Personen mit anerkanntem Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse zusätzlich bis zu 4.180 Euro für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (§ 40 SGB XI). Diese Leistung ist unabhängig von der KfW-Förderung beantragbar.
Österreich
In Österreich fördert das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz den altersgerechten Umbau mit einem Investitionszuschuss von bis zu 35 % der förderfähigen Kosten, maximal 4.200 Euro (Quelle: Transparenzportal Österreich). Die Bundesländer bieten teils ergänzende Programme an:
| Bundesland | Förderhöhe |
|---|---|
| Wien | bis 4.200 € Zuschuss |
| Niederösterreich | 30 % Annuitätenzuschuss oder 15 % einmalig |
| Tirol | 25 % der anerkannten Kosten |
| Steiermark | 30 % der anerkannten Kosten (max. 30.000 € förderfähig) |
Die Förderbedingungen variieren je nach Bundesland. Ein wichtiger Grundsatz: Der Förderantrag muss vor Baubeginn gestellt und bewilligt sein.
Schweiz
In der Schweiz gibt es kein zentrales Förderprogramm wie die KfW. Die Kantone entscheiden individuell, welche Maßnahmen sie unter welchen Bedingungen fördern. Organisationen wie Procap und Inclusion Handicap bieten kostenlose Beratung zu den Fördermöglichkeiten im jeweiligen Kanton. Bei gesundheitlichen Einschränkungen kann die Invalidenversicherung (IV) unter bestimmten Voraussetzungen Beiträge zu baulichen Anpassungen leisten.
Häufige Fehler und worauf Sie bei der Planung achten sollten
Falsche Reihenfolge: Wer mit den Bauarbeiten beginnt, bevor der Förderantrag bewilligt ist, verliert in der Regel den Anspruch auf den Zuschuss. Das gilt in allen drei Ländern.
Zu knappe Bodenaufbauhöhe: Eine bodengleiche Dusche benötigt ausreichend Platz unter dem Boden für den Ablauf. In Altbauten mit dünnem Estrich kann das zusätzliche Aufbauarbeiten oder den Einbau einer flachen Duschtasse erfordern.
Abdichtung unterschätzt: Die Abdichtung des Duschbereichs ist keine Stelle, an der gespart werden sollte. Feuchteschäden in angrenzenden Räumen oder der Decke darunter sind teuer zu beheben.
Barrierefreiheit nur halb gedacht: Wer für das Alter vorsorgt, sollte neben der bodengleichen Dusche auch an ausreichend breite Türen (mindestens 80 cm), Haltegriffe und rutschfeste Fliesen denken. Manche Förderprogramme setzen mehrere Maßnahmen voraus.
Kein schriftliches Angebot: Lassen Sie sich ein detailliertes Angebot mit Aufschlüsselung aller Positionen geben. So können Sie Angebote vergleichen und haben bei Nachforderungen eine klare Grundlage.
Für Informationen zu den Kosten von Fliesenarbeiten lohnt sich ein Blick in den Artikel Fliesen verlegen lassen: Kosten, Ablauf und worauf es ankommt. Betriebe in Ihrer Region finden Sie z. B. über die Suche auf ReparaturProfi.
Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.