Elektriker oder Elektroinstallateur — Was ist der Unterschied?
Sie brauchen jemanden für eine Steckdose, einen neuen Sicherungskasten oder die komplette Elektrik im Neubau — aber wen rufen Sie an? Einen Elektriker oder einen Elektroinstallateur? Und gibt es überhaupt einen Unterschied?
Kurze Antwort: In Österreich meinen beide Begriffe im Alltag oft dasselbe. Aber es gibt feine, wichtige Unterschiede — vor allem wenn es um Gewerbeberechtigung, Haftung und die richtige Fachkraft für Ihr Projekt geht.
Elektriker vs. Elektroinstallateur — die Begriffe erklärt

| Elektriker | Elektroinstallateur | |
|---|---|---|
| Umgangssprache | Sammelbegriff für alle, die mit Strom arbeiten | Fachbegriff für den konzessionierten Handwerker |
| Ausbildung | Unterschiedlich — kann angelernt oder ausgebildet sein | 3,5-jährige Lehre (Elektrotechnik) + Meisterprüfung für Selbstständigkeit |
| Gewerbeberechtigung | Nicht immer vorhanden | Reglementiertes Gewerbe — Befähigungsnachweis erforderlich |
| Befugnisse | Variiert | Darf Anlagen planen, installieren, prüfen und in Betrieb nehmen |
| Haftung | Variiert | Volle Haftung, Pflichtversicherung, Prüfprotokolle |
Was ist ein Elektriker?
„Elektriker” ist der umgangssprachliche Oberbegriff für Fachkräfte, die mit elektrischen Anlagen arbeiten. Das kann ein ausgebildeter Elektrotechniker sein, ein Elektromonteur auf der Baustelle oder ein Elektroniker in der Industrie. Im Alltag sagen die meisten Menschen „Elektriker”, wenn sie einen Fachmann für Steckdosen, Licht oder Sicherungen brauchen.
Was ist ein Elektroinstallateur?
Der Elektroinstallateur (offiziell: Elektrotechnik — reglementiertes Gewerbe) ist die korrekte Berufsbezeichnung für den selbstständigen Handwerker, der elektrische Anlagen in Gebäuden planen, errichten, prüfen und instand halten darf. In Österreich braucht man dafür eine abgeschlossene Lehre plus Befähigungsprüfung oder Meisterprüfung.
Wichtig: Nur ein konzessionierter Elektroinstallateur darf in Österreich Arbeiten an der festen Elektroinstallation durchführen und ein Prüfprotokoll (Anlagenbuch) ausstellen. Das ist gesetzlich vorgeschrieben.
Wann brauche ich welchen?

Für die meisten Arbeiten im Haushalt suchen Sie einen Elektriker / Elektroinstallateur — der Unterschied liegt im Detail:
Elektroinstallateur beauftragen bei:
- Neuinstallation — Komplett neue Elektrik im Neubau oder bei Kernsanierung
- Zählerkasten / Sicherungskasten — Austausch, Erweiterung, FI-Schutzschalter nachrüsten
- Starkstrom — Herd-Anschluss, Wallbox für E-Auto, Sauna, Wärmepumpe
- Prüfprotokoll — Pflicht bei Neubau, Umbauten und Wohnungsübergaben
- Gewerbliche Anlagen — Büro, Werkstatt, Geschäftslokal
Elektriker (allgemein) reicht für:
- Steckdosen & Lichtschalter — Tauschen, versetzen, nachrüsten
- Lampen montieren — Deckenleuchten, Spots, Außenbeleuchtung
- Kleinreparaturen — Defekte Schalter, lockere Klemmen, Dimmer einbauen
- Smart Home — Smarte Schalter, Thermostate, WLAN-Steckdosen
- Fehlersuche — Wenn der FI fliegt oder eine Sicherung ständig auslöst
Praxis-Tipp: Die meisten Betriebe auf Reparatur Profi sind konzessionierte Elektroinstallationsbetriebe — also für alle genannten Arbeiten qualifiziert. Sie finden die Gewerbeberechtigung oft direkt im Firmenprofil.
Ausbildung & Qualifikation in Österreich
Der Weg zum selbstständigen Elektroinstallateur in Österreich:
- Lehre Elektrotechnik (3,5 Jahre) — mit Schwerpunkt Elektro- und Gebäudetechnik, Anlagen- und Betriebstechnik oder Automatisierungs- und Prozessleittechnik
- Gesellenprüfung (LAP) — Lehrabschlussprüfung zum/zur Elektrotechniker/in
- Praxis — Mehrere Jahre Berufserfahrung als Geselle
- Befähigungsprüfung / Meisterprüfung — Voraussetzung für die Gewerbeberechtigung und Selbstständigkeit
- Gewerbeanmeldung — Reglementiertes Gewerbe „Elektrotechnik” bei der WKO
Zusätzliche Spezialisierungen sind möglich: KNX-Zertifizierung (Smart Home / Gebäudeautomation), Photovoltaik-Fachkraft, E-Mobilität (Wallbox-Installation) oder Blitzschutz.
Was kostet ein Elektriker / Elektroinstallateur?
| Leistung | Typische Kosten (inkl. Material) |
|---|---|
| Stundensatz | 65–100 €/h (zzgl. 20 % MwSt.) |
| Steckdose versetzen | 80–150 € |
| Lichtschalter tauschen | 50–100 € |
| Sicherungskasten erneuern | 800–2.500 € |
| FI-Schutzschalter nachrüsten | 150–350 € |
| Herd-Anschluss (Starkstrom) | 120–250 € |
| Wallbox E-Auto installieren | 500–1.500 € |
| Komplett-Elektrik Wohnung (80 m²) | 5.000–12.000 € |
| Prüfprotokoll / E-Befund | 150–400 € |
Detaillierte Stundensätze für alle Gewerke finden Sie in unserem Handwerker-Kosten-Ratgeber 2026.
Darauf sollten Sie bei der Auswahl achten
- Gewerbeberechtigung prüfen — Fragen Sie nach dem Gewerbeschein „Elektrotechnik” (prüfbar im GISA-Register). Nur damit darf der Betrieb Installationsarbeiten ausführen und Prüfprotokolle ausstellen.
- Haftpflichtversicherung — Ein seriöser Betrieb hat eine Betriebshaftpflicht. Bei Elektroarbeiten ist das besonders wichtig (Brandgefahr).
- Prüfprotokoll verlangen — Nach jeder Installation oder Änderung an der festen Elektrik haben Sie Anrecht auf ein Prüfprotokoll. Ohne Protokoll kann die Versicherung im Schadensfall die Leistung verweigern.
- Mehrere Angebote einholen — Holen Sie mindestens 2–3 Angebote ein. Mehr Tipps dazu in unserem Ratgeber: 7 Tipps um den richtigen Betrieb zu wählen.
- Bewertungen lesen — Auf Reparatur Profi sehen Sie echte Google-Bewertungen und können Betriebe direkt vergleichen.
Häufige Irrtümer rund um Elektroarbeiten
„Steckdose tauschen kann ich selbst”
Nein. In Österreich dürfen nur befugte Fachkräfte an der festen Elektroinstallation arbeiten. Selbst der Tausch einer Steckdose ist ohne Fachausbildung nicht erlaubt und im Schadensfall nicht versichert. Ausnahme: Leuchtmittel wechseln und Geräte anschließen (Stecker in Dose).
„Jeder Elektriker darf ein Prüfprotokoll ausstellen”
Nein. Nur ein Betrieb mit aufrechter Gewerbeberechtigung „Elektrotechnik” darf einen E-Befund erstellen. Das Dokument bestätigt, dass die Anlage den ÖVE-Normen entspricht und sicher ist.
„Alte Elektrik ist kein Problem, solange alles funktioniert”
Gefährlich. Anlagen ohne FI-Schutzschalter, mit Aluminium-Leitungen oder veralteten Schmelzsicherungen sind ein erhebliches Brandrisiko. Bei Gebäuden vor 1990 empfiehlt sich eine Überprüfung durch einen Fachbetrieb.
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