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Infrarotheizung installieren lassen: Kosten, Vorteile und wann sie sinnvoll ist

Die alte Nachtspeicherheizung soll raus, die Gasrechnung steigt, oder im Wintergarten fehlt eine Wärmequelle: Immer öfter taucht die Infrarotheizung als Alternative auf. Die Technik verspricht angenehme Strahlungswärme ohne Rohrleitungen. Doch die Betriebskosten hängen am Strompreis, und in der Schweiz gelten strenge Einschränkungen. Dieser Ratgeber erklärt, wann Infrarot eine gute Lösung ist, was die Installation kostet und worauf Sie achten sollten.

Was ist eine Infrarotheizung und wie funktioniert sie

Eine Infrarotheizung wandelt elektrischen Strom direkt in Wärmestrahlung um. Anders als klassische Heizkörper, die vor allem die Luft erwärmen (Konvektionswärme), strahlen Infrarotpaneele Wärme auf Gegenstände und Körper ab. Das Prinzip ähnelt der Sonnenwärme: Sie spüren die Wärme auf der Haut, auch wenn die Raumluft noch kühl ist.

Die Geräte gibt es in verschiedenen Ausführungen:

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  • Standard-Paneele für Wand- oder Deckenmontage, meist 300 bis 1.000 Watt Leistung
  • Spiegel- und Bildheizungen, die sich in Badezimmer oder Wohnräume einfügen
  • Mobile Standgeräte, die per Stecker betrieben werden und keiner Festinstallation bedürfen

Der Wirkungsgrad liegt bei nahezu 100 Prozent, da elektrische Energie fast vollständig in Wärme umgewandelt wird. Das klingt effizient, ist es aber nur bedingt: Strom ist in der Erzeugung teurer als Gas oder Fernwärme, weshalb die Betriebskosten höher ausfallen können.

Wann Infrarot sinnvoll ist und wann nicht

Die Infrarotheizung eignet sich nicht für jedes Gebäude. Ob sie sich rechnet, hängt vom Dämmstandard, der Nutzung und den lokalen Strompreisen ab.

Sinnvolle Einsatzszenarien:

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  • Zusatzheizung in Räumen, die nur gelegentlich beheizt werden: Hobbyraum, Gästezimmer, Wintergarten. Die schnelle Wärme ohne Vorlaufzeit ist hier ein Vorteil.
  • Niedrigenergie- und Passivhäuser mit sehr geringem Heizwärmebedarf, oft unter 25 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Hier können die niedrigen Anschaffungskosten die Stromkosten über die Jahre ausgleichen.
  • Sanierung ohne Platz für Rohre, etwa beim Ersatz von Nachtspeicheröfen in Altbauwohnungen, wo eine Zentralheizung baulich schwer umsetzbar wäre.
  • Badezimmer, wo ein Infrarotpaneel an der Wand schnell Wärme liefert und Spiegel-Varianten gleichzeitig den Raum erweitern.

Weniger geeignet:

  • Schlecht gedämmte Altbauten als Hauptheizung: Hier schießen die Stromkosten in die Höhe. Laut Berechnungen von Energieberatungen kann ein 60-Quadratmeter-Altbau mit schlechter Dämmung auf jährliche Heizkosten von rund 2.900 Euro kommen, während dieselbe Fläche bei guter Dämmung nur etwa 950 Euro verursacht.
  • Große Wohnflächen über 100 Quadratmeter als alleiniges Heizsystem: Die Anschaffung mehrerer Paneele summiert sich, und die jährlichen Stromkosten liegen deutlich über denen einer Wärmepumpe oder Gasheizung.

Kosten: Anschaffung, Installation und Betrieb

Anschaffungskosten

Ein einzelnes Infrarotpaneel kostet je nach Leistung und Ausführung zwischen 200 und 700 Euro. Richtwerte für 2026:

Leistung Preisspanne
300 Watt 200–350 Euro
600 Watt 250–550 Euro
800 Watt 300–650 Euro
1.000 Watt 400–700 Euro

Sonderausführungen wie Spiegelheizungen oder Designpaneele liegen am oberen Ende oder darüber.

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Installationskosten

Die Installation durch einen Elektrofachbetrieb ist in den meisten Fällen unkompliziert. Da keine Rohrleitungen verlegt werden müssen, beschränkt sich die Arbeit auf die Wandmontage und den elektrischen Anschluss. Rechnen Sie mit 50 bis 150 Euro pro Paneel, abhängig von der Zugänglichkeit und ob ein neuer Stromkreis gezogen werden muss.

Betriebskosten

Die laufenden Kosten hängen direkt vom Strompreis ab. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) nennt für 2026 einen durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von etwa 37 Cent pro Kilowattstunde in Deutschland. In Österreich und der Schweiz liegen die Preise in ähnlicher Größenordnung, je nach Anbieter zwischen 25 und 40 Cent.

Beispielrechnung für verschiedene Raumgrößen (bei 0,30 Euro/kWh, Quelle: Heatness.at):

Nutzung Jahreskosten ca.
Hobbyraum 15 m² 130 Euro
Wohnzimmer 30 m² 580 Euro
Einfamilienhaus 120 m², gut gedämmt 1.750 Euro

Im Vergleich: Eine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3,4 benötigt für denselben Wärmebedarf nur etwa ein Drittel des Stroms.

Installation durch den Elektriker: Ablauf und Vorschriften

Was der Fachbetrieb prüft

Vor der Installation prüft der Elektriker:

  1. Anschlussleistung: Reicht die vorhandene Hausinstallation für die zusätzliche Last? Ein 1.000-Watt-Paneel zieht bei 230 Volt gut 4 Ampere. Werden mehrere Geräte gleichzeitig betrieben, muss die Absicherung stimmen.
  2. Leitungsquerschnitt: Für fest angeschlossene Paneele gelten die VDE-Normen in Deutschland, die ÖVE-Normen in Österreich und die NIV in der Schweiz.
  3. Fehlerstromschutz: In Feuchträumen wie Badezimmern ist ein FI-Schutzschalter vorgeschrieben.

Regionale Besonderheiten

Die rechtlichen Rahmenbedingungen unterscheiden sich im DACH-Raum erheblich:

Deutschland: Infrarotheizungen dürfen ohne Genehmigung installiert werden. Die Installation muss den VDE-Vorschriften entsprechen. Für Neubauten empfiehlt sich eine Abstimmung mit dem Energieberater, da das Gebäudeenergiegesetz (GEG) Mindestanforderungen an die Gesamteffizienz stellt.

Österreich: Die OIB-Richtlinie 6 erlaubt elektrische Widerstandsheizungen als Hauptheizung, sofern das Gebäude bestimmte Energieeffizienzwerte erreicht. Bei Gebäuden mit mehr als drei Wohneinheiten und einem Heizwärmebedarf über 25 kWh/m² pro Jahr muss ein zentrales Wärmeverteilsystem zumindest baulich vorbereitet sein.

Schweiz: Hier gelten die strengsten Regeln. Laut EnergieSchweiz ist der Neueinbau von Infrarotheizungen als Hauptheizung in allen Kantonen verboten. Mobile Kleingeräte ohne Festinstallation sind davon ausgenommen. Als Zusatzheizung kann die Situation je nach Kanton variieren. Vor einer geplanten Installation empfiehlt sich eine Anfrage bei der kantonalen Energiefachstelle.

So gehen Sie vor

  1. Klären Sie den Einsatzzweck: Zusatzheizung für einzelne Räume oder Hauptheizung für das gesamte Gebäude?
  2. Lassen Sie den Wärmebedarf berechnen, um die benötigte Leistung zu ermitteln.
  3. Holen Sie Angebote von Elektrofachbetrieben ein. Fragen Sie nach der Absicherung und ob zusätzliche Leitungen nötig sind.
  4. In der Schweiz: Prüfen Sie vorab die kantonalen Vorschriften.
  5. Nach der Installation: Thermostate richtig einstellen und Verbrauch im ersten Winter beobachten.

Fazit

Die Infrarotheizung kann eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn Sie einzelne Räume bedarfsgerecht beheizen oder in einem sehr gut gedämmten Neubau auf ein einfaches System setzen möchten. Als alleinige Heizung in größeren oder schlecht gedämmten Gebäuden sind die Betriebskosten meist zu hoch. Die niedrigen Anschaffungskosten sollten nicht über die laufenden Stromkosten hinwegtäuschen. Elektrofachbetriebe in Ihrer Region finden Sie beispielsweise über die Suche auf ReparaturProfi.

Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.

Titelbild: Max Vakhtbovych via Pexels.

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