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Kellerfenster und Lichtschächte sichern: Einbruchschutz im Untergeschoss

Während die Haustür oft mit mehreren Schlössern gesichert ist, bleibt der Kellerbereich bei vielen Gebäuden eine Schwachstelle. Dabei zeigen Statistiken, dass Einbrecher genau dort ansetzen: In Österreich wurden laut Bundeskriminalamt im Jahr 2021 mehr als 7.000 Kellereinbrüche angezeigt — mehr als doppelt so viele wie Wohnungseinbrüche im selben Zeitraum. Mit dem Herbstbeginn und den längeren Dunkelstunden lohnt sich ein Blick auf die vorhandenen Sicherungen.

Warum Kellerfenster und Lichtschächte besonders gefährdet sind

Kellerfenster liegen oft ebenerdig oder knapp darüber und sind von der Straße aus schwer einsehbar. Einbrecher können ungestört arbeiten, weil Nachbarn den Bereich nicht im Blick haben. Lichtschächte verstärken das Problem: Sie bieten einen natürlichen Sichtschutz und sind selten beleuchtet.

Hinzu kommt, dass ältere Kellerfenster häufig nur einfache Beschläge besitzen. Anders als moderne Fenster in oberen Stockwerken fehlt oft die Pilzkopfverriegelung, die das Aufhebeln erschwert. In Deutschland entfallen laut Kriminalstatistik etwa 4,5 Prozent aller Wohnungseinbrüche auf den Einstieg durch Kellerfenster — ein Anteil, der sich mit überschaubarem Aufwand deutlich senken lässt.

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Sicherungsoptionen im Überblick

Fenstergitter

Fenstergitter aus Stahl oder Edelstahl werden von außen oder innen vor dem Fenster montiert. Wichtig ist die Befestigung: Ein Gitter, das nur in den Putz geschraubt wird, lässt sich leicht herausreißen. Die Schrauben sollten tief im Mauerwerk verankert sein, idealerweise mit Spreizankern.

Für Mietwohnungen oder denkmalgeschützte Gebäude gibt es Varianten, die ohne Bohren auskommen — etwa Teleskopgitter, die in den Fensterrahmen geklemmt werden. Deren Sicherheitswirkung ist allerdings geringer.

Lichtschachtabdeckungen

Der Standard-Lichtschachtrost aus dem Baumarkt wiegt oft nur wenige Kilogramm und lässt sich anheben. Abschließbare Modelle verhindern das: Ein Zylinderschloss oder ein Vorhängeschloss sichert den Rost am Rahmen. Noch widerstandsfähiger sind Abdeckungen mit sogenannter RC2-Zertifizierung (Widerstandsklasse 2), die mindestens drei Minuten einem Aufbruchversuch mit einfachem Werkzeug standhalten.

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Sicherheitsglas und Sicherheitsfolie

Verbundsicherheitsglas (VSG) erschwert das Einschlagen des Fensters. Auch nachträglich lässt sich Sicherheitsfolie auf bestehendes Glas aufbringen. Das Glas splittert dann nicht mehr, sondern hält zusammen — allerdings schützt Folie allein nicht vor dem Aufhebeln des Rahmens.

Zusatzriegel und Stangenschlösser

Für Kellerfenster, die selten geöffnet werden, eignen sich Zusatzriegel. Sie werden auf der Innenseite montiert und verriegeln den Flügel zusätzlich zum Standardbeschlag. Stangenschlösser sichern die gesamte Höhe des Fensters und bieten bei Altbau-Fenstern mit schmalen Rahmen oft besseren Halt als einzelne Riegel.

Kosten im DACH-Raum

Die Preise für Sicherungsprodukte unterscheiden sich je nach Material, Größe und Zertifizierung. Die folgenden Richtwerte beziehen sich auf das Jahr 2026 und stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen (Herstellerangaben, Baumärkte, Fachportale).

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Fenstergitter

Variante Preisspanne
Kleines Kellerfenster (ca. 50 × 30 cm), Stahl 70–120 €
Mittleres Fenster (ca. 80 × 60 cm), Stahl 120–200 €
Großes Fenster (ca. 100 × 100 cm), Stahl 150–250 €
Maßanfertigung durch Metallbauer ab ca. 200 €
Schmiedeeisen, ornamental bis ca. 500 €

Lichtschachtabdeckungen

Variante (Standardgröße ca. 100 × 60 cm) Preisspanne
Stahl, nicht abschließbar 60–90 €
Aluminium, nicht abschließbar 130–170 €
Edelstahl, abschließbar 280–450 €
RC2-zertifiziert (geprüfte Widerstandsklasse) 400–600 €

Hinzu kommen Kosten für das Schloss selbst: Ein Vorhängeschloss schlägt mit etwa 40–80 € zu Buche, ein Zylinderschloss mit 80–150 €.

Montagekosten

Wer die Montage nicht selbst übernimmt, zahlt für einen Fachbetrieb — etwa einen Metallbauer oder Schlosser — in der Regel 50–150 € pro Fenster oder Lichtschacht. Die genauen Stundensätze variieren regional: In städtischen Gebieten liegen sie tendenziell höher als im ländlichen Raum.

Montage: Selbst machen oder Fachbetrieb beauftragen

Nicht jede Sicherung erfordert einen Handwerker. Klemmgitter für Fenster oder einfache Lichtschachtroste mit Vorhängeschloss lassen sich mit handwerklichem Grundwissen montieren. Anders sieht es aus, wenn Bohrlöcher ins Mauerwerk gesetzt werden müssen oder die Maße nicht Standard sind.

So gehen Sie vor

  1. Bestandsaufnahme: Zählen Sie alle Kellerfenster und Lichtschächte. Notieren Sie die Maße und das vorhandene Mauerwerk (Beton, Ziegel, Hohlblockstein).
  2. Sicherheitsziel festlegen: Soll das Gitter nur abschrecken oder einem gezielten Angriff standhalten? Für Letzteres sind zertifizierte Produkte sinnvoll.
  3. Angebote einholen: Bei Maßanfertigungen oder RC2-Produkten lohnt sich der Vergleich von zwei bis drei Metallbaubetrieben.
  4. Montage planen: Klären Sie, ob die Befestigung von innen oder außen erfolgen soll. Bei Mietwohnungen brauchen Sie die Zustimmung des Vermieters.
  5. Förderungen prüfen: In Deutschland fördert die KfW unter bestimmten Voraussetzungen Maßnahmen zum Einbruchschutz. In Österreich gibt es je nach Bundesland regionale Programme. Erkundigen Sie sich vor dem Kauf bei Ihrer Gemeinde oder Landesregierung.

Wann sich ein Metallbauer lohnt

Für Standardgitter in gängigen Maßen reicht oft der Gang zum Baumarkt. Sobald jedoch eine der folgenden Bedingungen zutrifft, ist ein Fachbetrieb die bessere Wahl:

  • Die Fensteröffnung hat Sondermaße oder eine ungewöhnliche Form (Rundbogen, schräge Laibung).
  • Das Mauerwerk ist alt oder bröckelig und erfordert spezielle Dübel.
  • Sie wünschen eine optisch ansprechende Lösung, die zur Fassade passt.
  • Das Produkt soll eine geprüfte Widerstandsklasse (RC2 oder höher) erfüllen und muss korrekt montiert werden, damit die Zertifizierung gilt.

Metallbauer und Schlosser sind in allen drei DACH-Ländern als eigenes Gewerk organisiert. Betriebe in Ihrer Region finden Sie beispielsweise über die Suche auf ReparaturProfi.

Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.

Titelbild: Lisett Kruusimäe via Pexels.

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