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Schaben im Haus: Wann der Schädlingsbekämpfer muss und was es kostet

Wer abends das Licht in der Küche einschaltet und kleine, flinke Insekten über die Arbeitsfläche huschen sieht, hat möglicherweise Schaben im Haus. Diese Insekten sind keine Bagatelle: Sie vermehren sich schnell, übertragen Keime und lassen sich mit Hausmitteln kaum dauerhaft vertreiben. Im Hochsommer, wenn Wärme und Feuchtigkeit zusammentreffen, explodieren Schabenpopulationen regelrecht.

Welche Schabenarten kommen in DACH vor

In Mitteleuropa treten vor allem drei Arten auf, die unterschiedlich zu bewerten sind.

Die Deutsche Schabe (Blattella germanica) ist die häufigste Art in Wohngebäuden. Sie wird etwa 12 bis 15 Millimeter lang, ist hellbraun gefärbt und hat zwei dunkle Längsstreifen auf dem Halsschild. Deutsche Schaben leben bevorzugt in warmen, feuchten Bereichen wie Küchen, Bädern oder hinter Kühlschränken. Sie sind nachtaktiv und scheuen Licht.

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Die Orientalische Schabe (Blatta orientalis), auch Küchenschabe oder Kakerlake genannt, ist größer (20 bis 28 Millimeter) und dunkelbraun bis schwarz. Sie bevorzugt kühlere, feuchte Orte wie Keller, Abflussschächte oder Müllräume. Ein Befall deutet oft auf Probleme mit der Gebäudehygiene oder defekte Abwasserleitungen hin.

Die Waldschabe (Ectobius sylvestris) hingegen ist harmlos. Sie lebt eigentlich im Freien und verirrt sich gelegentlich durch offene Fenster ins Haus. Sie kann sich in Innenräumen nicht vermehren und stirbt dort nach kurzer Zeit. Waldschaben sind etwas kleiner, heller gefärbt und fliegen aktiv, anders als die beiden erstgenannten Arten.

Für Laien ist die Unterscheidung nicht immer einfach. Wer unsicher ist, sollte ein gefangenes Exemplar fotografieren und einem Schädlingsbekämpfer zeigen.

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Anzeichen für einen Schabenbefall

Schaben sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber in Ritzen, hinter Geräten oder unter Spülen. Ein Befall bleibt deshalb oft lange unbemerkt. Folgende Hinweise deuten auf Schaben hin:

  • Kotspuren: Kleine, dunkle Krümel oder schmierige Streifen entlang von Fußleisten, in Schubladen oder hinter Elektrogeräten. Der Kot ähnelt Kaffeesatz oder gemahlenem Pfeffer.
  • Häutungsreste: Schaben häuten sich mehrfach während ihrer Entwicklung. Die durchsichtigen, bräunlichen Hüllen finden sich oft in Verstecken.
  • Eipakete (Ootheken): Längliche, braune Kapseln, etwa 8 Millimeter lang. Ein einziges Eipaket der Deutschen Schabe enthält bis zu 40 Eier.
  • Übler Geruch: Bei starkem Befall verbreiten Schaben einen muffig-süßlichen Geruch, der von ihren Drüsensekreten stammt.
  • Sichtungen bei Nacht: Wenn Sie nachts das Licht einschalten und Schaben davonlaufen sehen, ist der Befall meist schon fortgeschritten. Bei einzelnen Sichtungen am Tag ist die Population oft bereits sehr groß.

Warum Hausmittel bei Schaben meist versagen

Im Internet kursieren zahlreiche Tipps: Backpulver, Lorbeerblätter, Essig oder ätherische Öle sollen Schaben vertreiben. In der Praxis funktionieren diese Mittel nicht zuverlässig.

Schaben sind extrem anpassungsfähig. Sie können wochenlang ohne Nahrung überleben, fressen fast alles (Papier, Seife, Leder, organische Abfälle) und verstecken sich in kleinsten Spalten. Die Eipakete sind durch einen Chitinpanzer geschützt, sodass selbst wirksame Kontaktgifte die nächste Generation nicht erreichen.

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Freiverkäufliche Sprays oder Köderdosen aus dem Baumarkt töten zwar einzelne Tiere, erreichen aber selten die versteckten Nester. Sobald ein Teil der Population überlebt, vermehren sich die Tiere innerhalb weniger Wochen wieder auf das ursprüngliche Niveau.

Ein professioneller Schädlingsbekämpfer arbeitet mit Fraßködern (Gel-Köder), die von den Schaben ins Nest getragen werden und dort auch die Brut erreichen. Zusätzlich kommen Klebefallen zur Befallskontrolle und bei Bedarf Sprühbehandlungen für schwer zugängliche Bereiche zum Einsatz. Meist sind zwei bis drei Behandlungen im Abstand von einigen Wochen nötig, um auch nachschlüpfende Jungtiere zu erfassen.

So gehen Sie bei Verdacht vor

  1. Dokumentieren Sie die Sichtung: Datum, Uhrzeit, Ort im Gebäude, möglichst ein Foto des Insekts.
  2. Prüfen Sie typische Verstecke: hinter Kühlschrank und Herd, unter der Spüle, entlang von Warmwasserleitungen, in Schubladen mit Lebensmitteln.
  3. Kontaktieren Sie einen konzessionierten Schädlingsbekämpfer. In Österreich, Deutschland und der Schweiz benötigen Betriebe eine entsprechende Gewerbeberechtigung.
  4. Vermeiden Sie eigenmächtige Sprühaktionen mit Insektiziden. Diese vertreiben die Schaben oft nur in andere Gebäudeteile und erschweren die professionelle Bekämpfung.
  5. Informieren Sie in Mehrfamilienhäusern die Hausverwaltung. Schabenbefall betrifft selten nur eine Wohnung.

Was kostet eine professionelle Schabenbekämpfung

Die Kosten hängen von der Befallsstärke, der Größe der betroffenen Fläche und der Anzahl der nötigen Behandlungen ab. Die folgenden Richtwerte beziehen sich auf eine durchschnittliche Wohnung mit zwei bis drei Behandlungen (Stand 2026).

Land Kostenrahmen Anmerkung
Deutschland 150–300 € (leichter Befall), 400–1.000 € (starker Befall, mehrere Termine) Quelle: Branchenportale für Schädlingsbekämpfung
Österreich 200–600 € pro Wohnung, gesamt 400–900 € inkl. aller Termine Stundensatz Fachbetrieb: 80–120 €/h
Schweiz CHF 400–1.200 inkl. Anfahrt und 1–3 Behandlungen Zuschläge in Zürich (+15 %) und Genferseeregion (+20 %), Notdienst +CHF 100–250

Seriöse Betriebe bieten vor Arbeitsbeginn einen Festpreis oder zumindest einen verbindlichen Kostenvoranschlag an. Vorsicht ist geboten bei Anbietern, die am Telefon pauschale Billigpreise nennen und dann vor Ort deutlich mehr verlangen.

In Mietwohnungen stellt sich die Frage, wer die Kosten trägt. Grundsätzlich ist der Vermieter für die Schädlingsfreiheit des Gebäudes verantwortlich, sofern der Befall nicht nachweislich durch das Verhalten des Mieters verursacht wurde. Die genaue Regelung unterscheidet sich je nach Land und Mietvertrag. Im Streitfall hilft eine Beratung bei der Mietervereinigung oder dem Mieterschutzbund.

Hygiene und Prävention nach der Bekämpfung

Eine erfolgreiche Schabenbekämpfung ist nur der erste Schritt. Damit die Tiere nicht zurückkehren, sollten Sie folgende Maßnahmen dauerhaft einhalten:

Lebensmittel gehören in verschlossene Behälter aus Glas, Metall oder stabilem Kunststoff. Papiertüten oder Kartons bieten keinen Schutz.

Essensreste, Krümel und Fettspritzer sollten täglich entfernt werden. Schaben finden auch kleinste Nahrungsquellen.

Müll, insbesondere Bioabfall, sollte täglich entsorgt oder in einem dicht schließenden Behälter aufbewahrt werden.

Wasserquellen abstellen: Tropfende Wasserhähne reparieren, Kondenswasser an Kühlschränken regelmäßig entfernen, Spülen und Duschwannen nach Gebrauch trocken wischen.

Ritzen und Spalten abdichten: Schaben gelangen durch kleinste Öffnungen ins Gebäude. Besonders kritisch sind Durchführungen von Rohren und Kabeln, Fugen entlang von Fußleisten sowie Spalten hinter Einbauküchen.

Regelmäßige Kontrolle: In den Monaten nach einer Bekämpfung empfiehlt es sich, Klebefallen aufzustellen. So erkennen Sie einen erneuten Befall frühzeitig.

Wann ist ein Befall meldepflichtig

In der Gastronomie, in Lebensmittelbetrieben und in bestimmten Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Pflegeheimen gelten strenge Hygienevorschriften. Hier ist ein Schabenbefall in der Regel dem zuständigen Gesundheitsamt zu melden. Für private Haushalte besteht in Österreich, Deutschland und der Schweiz keine allgemeine Meldepflicht. Dennoch ist schnelles Handeln geboten, da sich die Tiere rasch ausbreiten.

Einen Schädlingsbekämpfer in Ihrer Region finden Sie etwa über die Suche auf ReparaturProfi.

Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.

Titelbild: Osviel Rodriguez Valdés via Pexels.

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