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PV-Anlage liefert weniger Strom: Ursachen und wann der Solarteur hilft

Der Hochsommer ist die ertragreichste Zeit für Photovoltaikanlagen. Wenn die Werte auf dem Wechselrichter-Display oder in der App trotzdem hinter den Erwartungen bleiben, stellt sich die Frage: Liegt ein technisches Problem vor, oder sind die Erwartungen schlicht zu hoch? Eine gezielte Fehlersuche spart oft mehr Geld, als sie kostet.

Ertragseinbußen erkennen und richtig einschätzen

Bevor Sie einen Fachbetrieb beauftragen, sollten Sie selbst prüfen, ob tatsächlich ein Problem besteht. Photovoltaikanlagen unterliegen natürlichen Schwankungen: Bewölkung, Temperatur und Sonnenstunden variieren von Jahr zu Jahr. Ein direkter Vergleich mit dem Vorjahresmonat ist daher aussagekräftiger als der Vergleich mit dem Vormonat.

Viele Wechselrichter und Monitoring-Apps zeichnen Ertragsdaten auf. Vergleichen Sie den aktuellen Monatsertrag mit dem gleichen Zeitraum der vergangenen zwei bis drei Jahre. Ein Rückgang von fünf bis zehn Prozent kann wetterbedingt sein. Liegt der Unterschied bei mehr als zehn bis fünfzehn Prozent, ist eine genauere Prüfung sinnvoll.

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So dokumentieren Sie den Ertrag

  1. Notieren Sie die monatlichen kWh-Werte aus dem Wechselrichter oder der App.
  2. Vergleichen Sie mit den gleichen Monaten der Vorjahre.
  3. Prüfen Sie, ob die Einstrahlungswerte in Ihrer Region ähnlich waren (Wetterdienste oder Solarportale liefern Referenzdaten).
  4. Halten Sie fest, seit wann der Rückgang auftritt und ob er plötzlich oder schleichend begann.

Diese Dokumentation hilft dem Solarteur bei der späteren Fehlersuche.

Häufige Ursachen für Ertragsrückgang

Photovoltaikanlagen sind robust, aber nicht wartungsfrei. Die häufigsten Ursachen für sinkende Erträge lassen sich in vier Kategorien einteilen.

Verschmutzung: Staub, Pollen, Vogelkot oder Laub verringern die Lichtausbeute. In den meisten Fällen reinigt Regen die Module ausreichend. Bei flachen Dachneigungen unter 15 Grad oder in Regionen mit hoher Staubbelastung (Landwirtschaft, Baustellen) kann sich jedoch eine Schmutzschicht aufbauen. Professionelle Reinigung kostet laut Branchenangaben rund 2,50 Euro pro Quadratmeter Modulfläche. Bei normaler Verschmutzung genügt eine Reinigung alle drei bis fünf Jahre.

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Verschattung: Neue Hindernisse wie gewachsene Bäume, Nachbargebäude oder Antennen können Module teilweise beschatten. Da Module in Serie geschaltet sind, kann die Verschattung eines einzigen Moduls die Leistung des gesamten Strings erheblich reduzieren. Prüfen Sie im Tagesverlauf, ob Schatten auf die Anlage fällt, der bei der Installation noch nicht vorhanden war.

Defekte Module: Mikrorisse, Zellschäden oder defekte Bypass-Dioden führen zu lokalen Widerstandserhöhungen und damit zu Wärmestau. Von außen sind solche Defekte oft nicht sichtbar. Eine Thermografie-Aufnahme (Wärmebildkamera) zeigt betroffene Stellen zuverlässig an.

Wechselrichter-Probleme: Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom der Module in Wechselstrom um. Alterung, Überhitzung oder Komponentenausfall können die Effizienz senken. Wechselrichter halten typischerweise zehn bis fünfzehn Jahre, während Module 25 Jahre und länger funktionieren. Wenn die Anlage älter als zehn Jahre ist und der Ertrag sinkt, liegt die Ursache häufig hier.

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Diagnose durch den Solarteur

Wenn die Eigenprüfung auf ein Problem hindeutet, ist ein Fachbetrieb gefragt. In Österreich, Deutschland und der Schweiz bieten Solarteure, Elektroinstallationsbetriebe oder spezialisierte PV-Servicefirmen Fehlersuche an.

Ablauf einer professionellen Prüfung

Der Solarteur beginnt mit einer Sichtprüfung: Zustand der Module, Kabelführung, Befestigung und sichtbare Schäden. Anschließend folgt die elektrische Messung. Mit einem Kennlinienmessgerät wird geprüft, ob die Module ihre Nennleistung erreichen. Abweichungen deuten auf Zellschäden oder Alterung hin.

Bei Verdacht auf versteckte Defekte kommt die Thermografie zum Einsatz. Dabei wird die Anlage mit einer Wärmebildkamera (oft per Drohne) bei Sonneneinstrahlung aufgenommen. Defekte Zellen oder Verbindungen erscheinen als Hotspots. Nach der Prüfung erhalten Sie einen Zustandsbericht mit Bildern und Handlungsempfehlungen.

Der TÜV Rheinland empfiehlt eine jährliche Sichtprüfung und alle zwei Jahre eine vertiefte technische Prüfung. Diese Intervalle gelten unabhängig davon, ob ein akutes Problem vorliegt.

Kosten für Fehlersuche und Reparatur im DACH-Raum

Die Kosten variieren je nach Anlagengröße, Aufwand und Anbieter. Die folgenden Richtwerte beziehen sich auf das Jahr 2026 und typische Einfamilienhaus-Anlagen mit acht bis zwölf Kilowatt-Peak.

Leistung Kostenrahmen (2026) Anmerkung
Thermografie-Prüfung (Drohne) 290–400 € Deutschland: 300–400 €, Österreich: ab 290 €
Jährliche Wartung 150–250 € Sichtprüfung, elektrische Messung, Protokoll
Modulreinigung ca. 2,50 €/m² Bei normaler Verschmutzung alle 3–5 Jahre
Wechselrichter-Reparatur 300–600 € Lohnt nur unter 40 % des Neupreises
Wechselrichter-Austausch inkl. Einbau 1.500–2.500 € Bei 8–12 kWp, modernes Gerät

Die Preise in der Schweiz liegen erfahrungsgemäß 20 bis 40 Prozent über den deutschen Richtwerten. Für konkrete Angebote empfiehlt sich die Anfrage bei mehreren Fachbetrieben vor Ort.

Quellen: Branchenportale energie-experten.org, 42watt.de, reduco.ai sowie Anbieter-Websites (copter-drone.com, solar-rein.at), Stand 2026.

Wann sich die Fehlersuche lohnt

Eine Thermografie-Prüfung für 300 bis 400 Euro kann versteckte Defekte aufdecken, die sonst über Jahre unbemerkt Ertrag kosten. Bei einer typischen Anlage mit 10 kWp und einem Jahresertrag von rund 10.000 kWh bedeutet ein Verlust von 15 Prozent etwa 1.500 kWh weniger pro Jahr. Je nach Einspeisevergütung oder Eigenverbrauchsanteil entspricht das einem Wert von 150 bis 450 Euro jährlich.

Die Investition in eine professionelle Prüfung amortisiert sich oft schon im ersten Jahr nach der Reparatur. Bei älteren Anlagen mit Wechselrichtern jenseits der Zehn-Jahres-Marke kann auch ein Austausch gegen ein effizienteres Modell wirtschaftlich sinnvoll sein.

Betriebe in Ihrer Region, die PV-Wartung und -Reparatur anbieten, finden Sie über die Suche auf ReparaturProfi nach den Kategorien Solarteur oder Elektriker.

Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.

Titelbild: Enric Cruz López via Pexels.

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