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Regenwasser auf dem Grundstück versickern: Systeme und Kosten im DACH-Raum

Starkregen überlastet vielerorts die Kanalisation. Gleichzeitig schreiben immer mehr Gemeinden in Österreich, Deutschland und der Schweiz vor, dass Regenwasser auf dem eigenen Grundstück versickern muss, statt in den Mischwasserkanal zu fließen. Wer baut oder saniert, steht deshalb vor der Frage: Welches System ist geeignet und was kostet es?

Was ist Regenwasserversickerung und warum ist sie sinnvoll?

Bei der Regenwasserversickerung wird Niederschlagswasser nicht in die Kanalisation geleitet, sondern auf dem Grundstück in den Boden abgeführt. Das entlastet das öffentliche Kanalnetz, reduziert Überschwemmungen bei Starkregen und speist das Grundwasser auf.

Für Grundstückseigentümer hat die Versickerung noch einen weiteren Vorteil: In vielen Gemeinden entfällt bei nachgewiesener Versickerung die Niederschlagswassergebühr. Je nach Region liegt diese Gebühr bei 0,50 bis 2,00 Euro pro Quadratmeter versiegelter Fläche und Jahr. Bei einem Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Dach- und Hoffläche summiert sich das auf 75 bis 300 Euro jährlich.

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Ob Versickerung auf Ihrem Grundstück möglich ist, hängt vom Boden ab. Lehmige oder tonige Böden nehmen kaum Wasser auf. Ein sogenannter Sickerversuch zeigt, wie durchlässig der Untergrund ist. Diese Prüfung führen Landschaftsbauer oder Tiefbauunternehmen durch, bevor eine Anlage geplant wird.

Versickerungssysteme im Vergleich: Mulde, Rigole, Sickerschacht

Es gibt drei gängige Methoden, Regenwasser auf dem Grundstück versickern zu lassen. Welche sich eignet, hängt von der verfügbaren Fläche, dem Bodentyp und der Menge an Niederschlag ab.

Muldenversickerung

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Eine Versickerungsmulde ist eine flache, begrünte Senke im Garten. Das Regenwasser sammelt sich dort und sickert langsam in den Boden. Die Methode ist einfach und kostengünstig, benötigt aber Platz. Eine Mulde sollte mindestens 10 bis 20 Prozent der angeschlossenen versiegelten Fläche groß sein. Bei sandigen, gut durchlässigen Böden funktioniert sie zuverlässig.

Rigolenversickerung

Eine Rigole ist ein unterirdischer Speicher aus Kies, Schotter oder Kunststoff-Sickerelementen. Das Wasser fließt von Dach oder Hof in die Rigole, wird dort zwischengespeichert und sickert nach und nach ins Erdreich. Rigolen eignen sich für Grundstücke mit wenig Platz, da sie unter Rasen, Einfahrten oder Terrassen liegen können. Bei homogen durchlässigen Böden sind sie die Standardlösung.

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Sickerschacht

Ein Sickerschacht ist ein vertikaler Betonring oder Kunststoffschacht, der tief in den Boden reicht. Er eignet sich besonders, wenn die obere Bodenschicht wenig durchlässig ist, aber darunter eine sickerfähige Schicht liegt. Sickerschächte brauchen wenig Grundfläche, erfordern aber tiefere Erdarbeiten.

System Platzbedarf Geeigneter Boden Typische Anwendung
Mulde hoch sandig, durchlässig große Gärten
Rigole gering homogen durchlässig Einfamilienhäuser
Sickerschacht sehr gering tieferliegende Sickerschicht kleine Grundstücke

Kosten für Versickerungsanlagen im DACH-Raum

Die Kosten hängen von der Größe der entwässerten Fläche, dem gewählten System und den örtlichen Bodenverhältnissen ab. Die folgenden Richtwerte gelten für Einfamilienhäuser im DACH-Raum (Stand 2026):

System Kostenrahmen (inkl. Einbau)
Muldenversickerung 500 – 1.500 Euro
Rigolenversickerung 2.000 – 5.000 Euro
Sickerschacht 1.500 – 4.000 Euro

Für größere Projekte rechnen Fachbetriebe oft pro Quadratmeter angeschlossener Fläche. Laut der Initiative RISA Hamburg liegen Rigolen bei etwa 15 bis 25 Euro pro Quadratmeter. Eine einfache Flächenversickerung ohne Speicher kostet rund 5 Euro pro Quadratmeter.

Hinzu kommen Kosten für den Sickerversuch (meist 200 bis 500 Euro) und gegebenenfalls für Genehmigungen. Die tatsächlichen Preise variieren je nach Region und Betrieb. Holen Sie mehrere Angebote ein, bevor Sie sich entscheiden.

Vorschriften und Genehmigungen in Österreich, Deutschland und der Schweiz

Die Regelungen zur Regenwasserversickerung unterscheiden sich im DACH-Raum erheblich. In allen drei Ländern gilt jedoch: Vor dem Bau einer Versickerungsanlage sollten Sie bei der zuständigen Behörde nachfragen.

Deutschland

Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG, § 55 Abs. 2) sieht vor, dass Niederschlagswasser möglichst vor Ort versickert oder in ein Gewässer eingeleitet werden soll. Die konkrete Umsetzung regeln die Bundesländer. In manchen Regionen, etwa in Nordrhein-Westfalen, besteht bei Neubauten eine Versickerungspflicht, wenn der Boden es zulässt. Die Genehmigung erteilt in der Regel die Untere Wasserbehörde.

Österreich

Die Bauordnungen der Bundesländer und kommunale Entwässerungsverordnungen legen fest, wann Regenwasser versickert werden muss. Bei Neubauten und Erweiterungen versiegelter Flächen ist ein Kanalanschluss oft nur noch zweite Wahl. Technische Anforderungen regelt die ÖNORM B 2506. Ein Sickerversuch ist in der Regel Pflicht, bevor eine Anlage genehmigt wird.

Schweiz

Nach dem Gewässerschutzgesetz (GSchG) muss Regenwasser grundsätzlich versickert werden, sofern der Boden und die Lage es erlauben. In Grundwasserschutzzonen ist Versickerung allerdings verboten. Im Kanton Zürich beispielsweise benötigen unterirdische Versickerungsanlagen eine Bewilligung, die zusammen mit dem Baugesuch bei der Gemeinde eingereicht wird.

So gehen Sie vor

  1. Klären Sie bei Ihrer Gemeinde oder der Wasserbehörde, ob eine Versickerungspflicht besteht und welche Genehmigungen nötig sind.
  2. Lassen Sie einen Sickerversuch durchführen, um die Bodendurchlässigkeit zu prüfen.
  3. Holen Sie Angebote von zwei bis drei Landschaftsbau- oder Tiefbaubetrieben ein.
  4. Reichen Sie das Baugesuch mit den erforderlichen Unterlagen ein.
  5. Dokumentieren Sie die fertige Anlage für die Abnahme durch die Behörde.

Fazit

Regenwasser auf dem Grundstück versickern zu lassen, ist in vielen Gemeinden keine freiwillige Maßnahme mehr, sondern Auflage bei Neubau und Sanierung. Die Wahl des richtigen Systems hängt vom Platz, vom Boden und vom Budget ab. Qualifizierte Landschaftsbauer oder Pflasterer beraten Sie vor Ort und übernehmen Planung, Genehmigung und Einbau. Betriebe in Ihrer Region finden Sie etwa über die Suche auf ReparaturProfi.

Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.

Titelbild: Mariya Eskina via Pexels.

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