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Trinkwasserleitungen nach dem Urlaub richtig spülen

Wer aus dem Sommerurlaub zurückkommt, freut sich auf das eigene Zuhause. Doch nach zwei oder mehr Wochen Abwesenheit hat das Wasser in den Leitungen still gestanden. In dieser Zeit können sich Keime vermehren, gelöste Metalle anreichern und im schlimmsten Fall Legionellen bilden. Ein kurzes Durchspülen vor der ersten Nutzung schafft Abhilfe.

Warum stehendes Wasser zum Problem wird

Trinkwasser ist kein steriles Produkt. Es enthält geringe Mengen an Mikroorganismen, die unter normalen Umständen unbedenklich sind. Fließt das Wasser jedoch längere Zeit nicht, fehlt der Durchfluss, der diese Keime ausspült. Gleichzeitig kann sich die Wassertemperatur in den Leitungen dem Raumklima angleichen.

Legionellen sind Bakterien, die sich im Temperaturbereich zwischen 25 und 50 Grad Celsius besonders stark vermehren. Erst ab etwa 55 Grad sterben sie zuverlässig ab. Steht das Warmwasser mehrere Wochen, kann der Speicher oder die Leitung in diesen kritischen Bereich fallen. Eine Infektion erfolgt typischerweise durch das Einatmen feiner Wassertröpfchen, etwa beim Duschen. Die Legionärskrankheit, eine schwere Lungenentzündung, trifft vor allem ältere oder immungeschwächte Personen.

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Neben Keimen kann auch Metallgeschmack auftreten. Bei älteren Installationen mit Kupfer- oder Bleileitungen lösen sich bei langer Stagnation Metalle ins Wasser. Das Resultat: ein bitterer Beigeschmack und im Extremfall erhöhte Schwermetallwerte.

Richtiges Spülen: Wie lange und welche Hähne zuerst

Die gute Nachricht: Ein gründliches Spülen beseitigt das Problem in den meisten Fällen. Die Faustregel lautet: Lassen Sie das Wasser so lange laufen, bis es konstant kalt beziehungsweise konstant heiß aus dem Hahn kommt. Je nach Leitungslänge dauert das 3 bis 5 Minuten pro Entnahmestelle.

So gehen Sie vor

  1. Beginnen Sie mit dem Wasserhahn, der am weitesten vom Hausanschluss entfernt ist. Das ist oft das Badezimmer im oberen Stockwerk.
  2. Öffnen Sie zuerst den Kaltwasserhahn vollständig und lassen Sie das Wasser laufen, bis es spürbar kühl ist.
  3. Wiederholen Sie das mit dem Warmwasserhahn, bis deutlich heißes Wasser kommt.
  4. Arbeiten Sie sich Raum für Raum zum Hausanschluss vor.
  5. Vergessen Sie nicht selten genutzte Entnahmestellen: Gäste-WC, Waschküche, Außenwasserhahn.
  6. Spülen Sie auch Duschköpfe und Perlatoren, da sich dort Biofilme bilden können. Schrauben Sie Perlatoren gegebenenfalls ab und reinigen Sie sie.

Ein offenes Fenster während des Spülens sorgt dafür, dass mögliche Aerosole entweichen. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt das Warmwasser zunächst nur aus dem Hahn laufen und duscht erst danach.

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Wann ein Installateur prüfen sollte

In den meisten Haushalten reicht das Spülen aus. Es gibt jedoch Situationen, in denen eine fachliche Prüfung sinnvoll ist:

  • Sehr lange Abwesenheit: Bei mehr als sechs Wochen Stillstand steigt das Risiko, dass sich Keime auch in schwer zugänglichen Leitungsabschnitten festgesetzt haben.
  • Alte Leitungen: Installationen, die vor 1973 verlegt wurden, können Bleileitungen enthalten. Ein Installateur kann eine Wasserprobe nehmen und die Leitungen bewerten.
  • Ungewöhnlicher Geruch oder Verfärbung: Riecht das Wasser auch nach dem Spülen modrig oder ist es trüb, sollte ein Fachbetrieb die Ursache klären.
  • Mehrfamilienhäuser mit zentraler Warmwasserbereitung: Hier gelten strengere Prüfpflichten für Vermieter, doch auch Mieter können eine Untersuchung anregen.

Ein Installateur (DE) / Sanitärtechniker (AT) / Sanitärinstallateur (CH) kann eine mikrobiologische Wasserprobe entnehmen und an ein akkreditiertes Labor senden. Der Grenzwert für Legionellen liegt in allen drei Ländern bei 100 koloniebildenden Einheiten (KBE) pro 100 Milliliter.

Trinkwasserverordnung: Unterschiede in AT, DE und CH

Die Grundprinzipien sind im gesamten DACH-Raum ähnlich, doch die technischen Normen und Zuständigkeiten unterscheiden sich.

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Aspekt Deutschland Österreich Schweiz
Rechtliche Grundlage Trinkwasserverordnung (TrinkwV) Trinkwasserverordnung (TWV), Lebensmittelbuch Lebensmittelverordnung, BAG-/BLV-Empfehlungen
Technische Norm DIN 1988, DVGW W 551 ÖNORM B 5019 SVGW W3/E4, SIA 385/1
Legionellen-Grenzwert 100 KBE/100 ml 100 KBE/100 ml 100 KBE/100 ml
Warmwasser-Speicher mind. 60 °C mind. 60 °C mind. 60 °C (1 h/Tag)
Temperatur an Zapfstelle mind. 55 °C mind. 55 °C mind. 50 °C

In Deutschland sind Vermieter von Mehrfamilienhäusern mit zentraler Warmwasserbereitung zur regelmäßigen Legionellenprüfung verpflichtet. In Österreich und der Schweiz gelten vergleichbare Pflichten für Betreiber größerer Anlagen. Für Einfamilienhäuser bestehen in keinem der drei Länder gesetzliche Prüfpflichten, doch die Empfehlungen zum Spülen nach längerer Abwesenheit gelten überall.

Was kostet eine professionelle Prüfung

Wer nach dem Spülen unsicher bleibt, kann einen Trinkwassertest beauftragen. Die Kosten variieren je nach Umfang:

Leistung Preisspanne (brutto, Stand 2026)
Einzelne Legionellenprobe (Labor) 30–50 €
Komplette Probenahme inkl. Anfahrt (mind. 3 Proben) 210–390 €
Selbsttest-Kit (Eigenkontrolle) 40–100 €

Die genannten Preise beziehen sich auf Deutschland (laut Kostencheck.de und Fachportalen für Trinkwasseruntersuchungen) und können in Österreich und der Schweiz abweichen. Die Kosten für die gesetzlich vorgeschriebene Legionellenprüfung in Mietwohnungen sind in der Regel auf die Mieter umlagefähig.

Fazit

Ein paar Minuten Spülen nach dem Urlaub gehören zur Routine wie das Lüften der Wohnung. Wer länger als zwei Wochen weg war, sollte alle Entnahmestellen gründlich durchspülen, bevor das Wasser zum Trinken, Kochen oder Duschen verwendet wird. Bei sehr langer Abwesenheit, alten Leitungen oder auffälligem Geruch lohnt sich der Kontakt zu einem Installateurbetrieb. Betriebe in Ihrer Region finden Sie etwa über die Suche auf ReparaturProfi.

Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.

Titelbild: Liisbet Luup via Pexels.

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