Kellerfenster tauschen lassen: Kosten und worauf es ankommt
Ein Kellerfenster, das nicht mehr richtig schließt, verzogene Rahmen zeigt oder bei Regen Feuchtigkeit durchlässt, ist mehr als ein optisches Ärgernis. Gerade im Sommer, wenn warme Außenluft auf kühle Kellerwände trifft, kondensiert die Feuchtigkeit an undichten Stellen — Schimmelbildung ist dann oft nur eine Frage der Zeit. Wann ein Austausch sinnvoll ist und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, erfahren Sie hier.
Warum alte Kellerfenster zum Problem werden
Kellerfenster fristen oft ein Schattendasein: Sie befinden sich hinter Lichtschächten, werden selten geöffnet und bei Renovierungen gerne übersehen. Dabei sind sie besonderen Belastungen ausgesetzt.
Wärmebrücken und Energieverlust: Ältere Kellerfenster bestehen häufig aus einfach verglasten Stahlrahmen oder Einscheiben-Holzfenstern. Diese leiten Kälte direkt ins Mauerwerk und verursachen unnötige Heizkosten — selbst wenn der Keller nicht als Wohnraum genutzt wird.
Feuchtigkeit und Schimmel: Undichte Fenster lassen nicht nur Regenwasser ein, sondern auch feuchte Luft. Besonders der untere Fensteranschluss ist kritisch: Hier sammelt sich Wasser aus dem Lichtschacht und dringt bei mangelhafter Abdichtung in die Kellerwand ein.
Einbruchrisiko: Kellerfenster sind ein beliebter Einstiegspunkt für Einbrecher. Alte Fenster ohne Sicherheitsbeschläge lassen sich oft mit einfachen Werkzeugen aufhebeln. Die Polizei empfiehlt für einen Basisschutz mindestens Fenster der Widerstandsklasse RC 2 gemäß DIN EN 1627.
Welche Kellerfenstertypen es gibt
Nicht jedes Kellerfenster ist gleich. Die Wahl hängt von der Nutzung, der vorhandenen Öffnung und dem Budget ab.
Kippfenster: Die einfachste und günstigste Variante. Das Fenster lässt sich nur nach innen kippen, was für Lüftung ausreicht, aber keine vollständige Öffnung ermöglicht. Üblich in Lagerräumen und Heizungskellern.
Dreh-Kipp-Fenster: Lässt sich sowohl kippen als auch komplett öffnen. Sinnvoll, wenn Sie den Keller regelmäßig lüften oder als Werkstatt nutzen. Etwas teurer als reine Kippfenster.
Festverglasung: Fenster ohne Öffnungsfunktion. Günstiger und dichter, aber nur geeignet, wenn keine Lüftung über das Fenster nötig ist und ein anderer Luftaustausch besteht.
Lichtschachtmaß vs. Normmaß: Viele Kellerfenster folgen keinem Standardmaß, sondern sind an den vorhandenen Lichtschacht angepasst. Das kann bedeuten, dass ein Fensterbauer das neue Fenster als Sonderanfertigung bestellen muss — mit entsprechendem Aufpreis.
Kosten für Material und Einbau im DACH-Raum
Die Preise für Kellerfenster variieren je nach Größe, Material, Verglasung und regionalem Lohnniveau. Die folgenden Richtwerte beziehen sich auf Kunststoff-Kellerfenster in Standardgröße (bis ca. 80 × 60 cm) mit Zweifachverglasung, inklusive fachgerechtem Einbau (Stand 2026).
| Land | Preisspanne pro Fenster (inkl. Einbau) | Quelle |
|---|---|---|
| Deutschland | 250–600 € | energieheld.de, baupreislexikon.de |
| Österreich | 400–650 € | fenster-schmidinger.at, fixbuddy.at |
| Schweiz | CHF 600–1.200 | handwerker-kosten.ch, helply.ch |
Was den Preis beeinflusst:
- Größe: Kellerfenster unter 1 m² sind am günstigsten. Größere Formate oder bodentiefe Fenster kosten deutlich mehr.
- Verglasung: Dreifachverglasung verbessert die Dämmung, kostet aber 20–30 % mehr als Zweifachverglasung.
- Material: Kunststoff ist die günstigste Option. Holz-Alu-Rahmen können den Preis verdoppeln.
- Sicherheitsausstattung: RC-2-Beschläge und Sicherheitsglas erhöhen den Preis um 80–150 € pro Fenster.
- Sondermaße: Wenn das Fenster nicht aus dem Katalog kommt, sondern individuell gefertigt werden muss, steigen die Kosten um 30–50 %.
Zusätzliche Arbeiten, die oft anfallen:
- Ausbau und Entsorgung des Altfensters: 15–30 € pro m²
- Abdichtungsarbeiten am Mauerwerk: 50–150 € pro Fenster
- Laibungsverkleidung oder Putzarbeiten: je nach Aufwand 30–100 €
So gehen Sie vor
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Bestandsaufnahme: Prüfen Sie alle Kellerfenster auf Dichtigkeit, Schließfunktion und sichtbare Schäden. Messen Sie grob die Außenmaße.
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Anforderungen klären: Brauchen Sie nur Lichteinlass oder auch Lüftung? Ist Einbruchschutz ein Thema? Soll der Keller künftig beheizt werden?
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Angebote einholen: Kontaktieren Sie zwei bis drei Fensterbauer in Ihrer Region. Achten Sie darauf, dass das Angebot Aufmaß, Lieferung, Einbau, Abdichtung und Entsorgung des Altfensters separat ausweist.
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Aufmaß vor Ort: Ein seriöser Betrieb wird die Maße vor Ort abnehmen, nicht nur nach Ihren Angaben bestellen. Gerade bei älteren Gebäuden weichen die tatsächlichen Maße oft von Bauzeichnungen ab.
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Auf Abdichtung bestehen: Der untere Fensteranschluss muss fachgerecht gegen drückendes Wasser abgedichtet werden. Fragen Sie nach, welches System verwendet wird (z. B. Kompribänder, Butylbänder oder Flüssigabdichtung).
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Abnahme und Dokumentation: Nach dem Einbau prüfen Sie, ob das Fenster leichtgängig öffnet und schließt, ob die Dichtungen sauber anliegen und ob außen keine Spalten sichtbar sind.
Förderungen und steuerliche Absetzbarkeit
In Deutschland können Sie über das BAFA-Programm BEG EM (Bundesförderung für effiziente Gebäude — Einzelmaßnahmen) 15–20 % der förderfähigen Kosten erstattet bekommen, wenn ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) vorliegt. Kellerfenster allein erfüllen allerdings selten die Mindestanforderungen — meist lohnt sich die Förderung nur in Kombination mit weiteren Dämmmaßnahmen.
In Österreich variieren die Förderungen nach Bundesland. Beispiele: Wien fördert Schall- und Wärmeschutzfenster mit bis zu 35 % der Kosten, die Steiermark bietet über den Sanierungspass 10–30 % je nach Maßnahmenanzahl (Stand 2026, laut rekord-fenster.com).
In der Schweiz gibt es kantonale Förderprogramme, die sich meist auf energetische Gesamtsanierungen konzentrieren. Ein einzelnes Kellerfenster wird selten gefördert, kann aber Teil eines förderfähigen Sanierungspakets sein.
Unabhängig von Förderungen können Handwerkerleistungen in Deutschland steuerlich geltend gemacht werden (20 % der Arbeitskosten, max. 1.200 € pro Jahr). In Österreich und der Schweiz gelten andere Regelungen — hier lohnt sich eine Rückfrage beim Steuerberater.
Wann sich der Tausch lohnt
Ein Kellerfenstertausch ist keine zwingende Sanierung, wenn das alte Fenster noch dicht ist und schließt. Sinnvoll wird er, wenn Sie Feuchtigkeitsprobleme im Keller haben, die Heizkosten senken oder den Einbruchschutz verbessern möchten. Die Kosten sind überschaubar — ein einzelnes Kunststoff-Kellerfenster mit Einbau bleibt in der Regel unter 600 €.
Betriebe in Ihrer Region, die Kellerfenster einbauen, finden Sie z. B. über die Suche auf ReparaturProfi.
Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.
Titelbild: Lisett Kruusimäe via Pexels.