Wasserschaden in der Wohnung: Was tun und welche Kosten entstehen

Ein geplatztes Rohr unter dem Waschbecken, eine undichte Waschmaschine oder Regenwasser, das durch ein defektes Fenster eindringt: Wasserschäden gehören zu den häufigsten Schadensfällen im Haushalt. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Schritten in den ersten Stunden lassen sich Folgeschäden oft deutlich begrenzen.

Erste Schritte bei einem Wasserschaden

Wenn Sie Wasser entdecken, das dort nicht hingehört, zählt jede Minute. Handeln Sie in dieser Reihenfolge:

  1. Wasserzufuhr stoppen. Drehen Sie den Hauptwasserhahn zu, wenn das Leck aus einer Leitung stammt. Bei Waschmaschine oder Geschirrspüler zusätzlich den Geräteanschluss schließen.

  2. Strom sichern. Schalten Sie die Sicherung für den betroffenen Bereich aus, bevor Sie in stehendes Wasser treten. Wasser und Elektrizität sind eine gefährliche Kombination.

  3. Stehendes Wasser entfernen. Schöpfen Sie grobes Wasser ab, saugen Sie es mit einem Nasssauger auf oder legen Sie Handtücher aus. Je schneller das Wasser weg ist, desto geringer die Durchfeuchtung.

  4. Schaden dokumentieren. Fotografieren Sie alle betroffenen Bereiche, bevor Sie aufräumen. Diese Bilder sind für die Versicherung entscheidend.

  5. Versicherung informieren. Melden Sie den Schaden zeitnah bei Ihrer Gebäude- oder Hausratversicherung. Viele Versicherer haben eine 24-Stunden-Hotline.

Diese Sofortmaßnahmen können Sie selbst durchführen. Für alles Weitere brauchen Sie Fachbetriebe.

Wer ist für was zuständig

Je nach Art und Ausmaß des Schadens sind unterschiedliche Gewerke gefragt:

Installateur bzw. Sanitärtechniker (AT) / SHK-Betrieb (DE) / Sanitärinstallateur (CH):
Der erste Ansprechpartner bei einem Leitungswasserschaden. Der Installateur führt die Leckortung durch, lokalisiert den Schaden mit speziellen Geräten wie Thermografie oder akustischer Ortung und repariert das defekte Rohr oder Ventil. Die Leckortung selbst dauert typischerweise zwei bis sechs Stunden, je nach Komplexität des Leitungssystems.

Trocknungsfirma bzw. Sanierungsunternehmen:
Nach der Reparatur muss das durchfeuchtete Mauerwerk, der Estrich oder die Dämmung getrocknet werden. Spezialisierte Betriebe stellen Bautrockner und Ventilatoren auf, kontrollieren die Feuchtigkeit und protokollieren den Trocknungsverlauf. Das Protokoll ist wichtig für die Versicherungsabwicklung.

Maler oder Trockenbauer:
Sobald die Trocknung abgeschlossen ist, beginnt die optische Sanierung. Maler bessern Putz und Anstrich aus, Trockenbauer ersetzen durchfeuchtete Gipskartonplatten oder Dämmungen.

In der Praxis koordiniert oft die Trocknungsfirma die weiteren Gewerke oder die Versicherung vermittelt einen Sanierungsmanager.

Wie lange dauert die Trocknung

Die Trocknungsdauer hängt stark vom Ausmaß des Schadens ab:

  • Oberflächliche Befeuchtung, schnell entdeckt: wenige Tage bis eine Woche
  • Mittlere Durchfeuchtung von Estrich oder Mauerwerk: zwei bis vier Wochen
  • Starke Durchfeuchtung mit Eindringen in die Dämmung: bis zu sechs Wochen
  • Extreme Fälle, bei denen Wasser lange unentdeckt blieb: bis zu zwölf Wochen

Je früher die Trocknung beginnt, desto kürzer dauert sie. Fachleute empfehlen, innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach dem Schaden mit der Bautrocknung zu starten. So lässt sich auch Schimmelbildung verhindern.

Was kostet die Wasserschadensanierung

Die Kosten variieren erheblich je nach Schadensausmaß und betroffener Fläche. Die folgenden Richtwerte stammen aus Branchendaten von 2025/2026:

Leistung Kostenrahmen Quelle
Leckortung 150–800 € Branchendaten DE, 2026
Bautrocknung pro m² 20–40 € Erfahrungswerte AT, 2025
Kleiner Wasserschaden (Trocknung + Oberfläche) 300–1.500 € Branchendaten AT, 2025
Mittlerer Wasserschaden (Austausch Platten) 1.000–3.500 € Branchendaten AT, 2025
Umfassende Sanierung Einfamilienhaus 3.000–12.000 € Branchendaten DE/AT, 2025/2026
Installateur-Stundensatz 50–90 € netto SHK-Branchendaten DE, 2026

In der Schweiz liegen die Stundensätze für Sanitärinstalleure in der Regel höher als in Deutschland und Österreich. Holen Sie für Ihr konkretes Projekt mehrere Angebote ein.

Welche Versicherung zahlt

Die Zuständigkeit hängt davon ab, was beschädigt wurde:

Gebäudeversicherung (Wohngebäudeversicherung):
Deckt Schäden am Gebäude selbst und an fest verbauten Teilen wie Rohren, Wänden, Böden, Fenstern und Türen. Die Gebäudeversicherung übernimmt in der Regel auch die Kosten für Leckortung und Bautrocknung.

Hausratversicherung:
Ersetzt Schäden an beweglichen Gegenständen wie Möbeln, Teppichen, Elektrogeräten oder Kleidung. Wenn also der neue Fernseher vom eindringenden Wasser zerstört wurde, ist das ein Fall für die Hausratversicherung.

Elementarversicherung:
Wasserschäden durch Naturereignisse wie Hochwasser, Starkregen oder Rückstau aus der Kanalisation sind in der Regel nur gedeckt, wenn Sie eine Elementarschadenversicherung als Zusatzbaustein haben. In allen drei Ländern ist dieser Schutz nicht automatisch enthalten.

Haftpflichtversicherung:
Wenn Sie den Wasserschaden bei einem Nachbarn verursacht haben, etwa durch eine übergelaufene Badewanne, greift Ihre private Haftpflichtversicherung.

So gehen Sie bei der Schadensmeldung vor

  1. Dokumentieren Sie den Schaden mit Fotos und Videos, bevor Sie aufräumen.
  2. Listen Sie beschädigte Gegenstände mit ungefährem Zeitwert auf.
  3. Melden Sie den Schaden telefonisch oder online bei Ihrer Versicherung.
  4. Warten Sie auf die Freigabe, bevor Sie mit größeren Sanierungsarbeiten beginnen. Kleine Maßnahmen zur Schadensbegrenzung dürfen und sollen Sie sofort ergreifen.
  5. Bewahren Sie alle Rechnungen und Belege auf.

Nach der Sanierung

Wenn Trocknung und Reparatur abgeschlossen sind, sollten Sie die Ursache analysieren. War es ein Materialfehler, ein Installationsmangel oder normaler Verschleiß? Bei älteren Wasserleitungen kann eine Inspektion durch einen Installateur sinnvoll sein, um künftige Schäden zu vermeiden.

Prüfen Sie auch Ihren Versicherungsschutz. Fehlt Ihnen eine Elementarversicherung, könnte jetzt ein guter Zeitpunkt sein, diese zu ergänzen. Die Prämien variieren stark je nach Lage und Gebäudetyp.

Betriebe in Ihrer Region, die bei Wasserschäden helfen, finden Sie z. B. über die Suche auf ReparaturProfi.

Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.

Titelbild: Tima Miroshnichenko via Pexels.

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