TÜV, Pickerl, MFK: Kosten und Ablauf der Fahrzeugprüfung in DACH

Wer mit dem Auto in den Sommerurlaub fährt, sollte vorher einen Blick auf die Prüfplakette werfen. In Österreich heißt die wiederkehrende technische Überprüfung Pickerl, in Deutschland TÜV (genauer: Hauptuntersuchung, kurz HU), in der Schweiz MFK (Motorfahrzeugkontrolle). Die Begriffe unterscheiden sich, das Ziel ist dasselbe: Fahrzeuge müssen regelmäßig auf Verkehrssicherheit geprüft werden.

Was ist TÜV, Pickerl, MFK — und wann steht die nächste Prüfung an?

Die Prüfintervalle unterscheiden sich je nach Land und Fahrzeugalter. Die folgende Tabelle zeigt die Fristen für Personenkraftwagen bis 3,5 Tonnen:

Land Erste Prüfung Zweite Prüfung Danach
Österreich (Pickerl) 3 Jahre nach Erstzulassung 2 Jahre später jährlich
Deutschland (HU/TÜV) 3 Jahre nach Erstzulassung 2 Jahre später alle 2 Jahre
Schweiz (MFK) 5 Jahre nach Erstzulassung 3 Jahre später alle 2 Jahre

In Österreich gilt das sogenannte 3-2-1-System: Neuwagen müssen erstmals nach drei Jahren, dann nach zwei weiteren Jahren und danach jährlich zur §57a-Begutachtung. In Deutschland bleibt der Zwei-Jahres-Rhythmus nach der ersten Prüfung konstant. Die Schweiz gewährt Neuwagen die längste Schonfrist von fünf Jahren, danach sind die Intervalle mit drei und dann zwei Jahren ebenfalls großzügiger als in den Nachbarländern.

Die Fälligkeit steht in Österreich auf der Prüfplakette am Kennzeichen, in Deutschland im Fahrzeugschein und auf der runden HU-Plakette am hinteren Kennzeichen, in der Schweiz im Fahrzeugausweis. Das Schweizer Strassenverkehrsamt verschickt zusätzlich ein schriftliches Aufgebot, wenn die MFK ansteht.

Was wird bei der Fahrzeugprüfung geprüft?

Die technische Prüfung umfasst in allen drei Ländern ähnliche Punkte:

  • Bremsen: Wirkung, Verschleiß, Leitungen
  • Lenkung und Fahrwerk: Spiel, Stoßdämpfer, Achsaufhängung
  • Beleuchtung: Funktion aller Leuchten, korrekte Einstellung der Scheinwerfer
  • Reifen: Profiltiefe (mindestens 1,6 mm), Beschädigungen, korrekter Reifentyp
  • Karosserie und Rahmen: Rost, Verformungen, Stabilität
  • Abgasanlage: Dichtheit, Schadstoffwerte (in Deutschland als separate Abgasuntersuchung AU)
  • Sicherheitsgurte und Airbags: Funktion, Befestigung
  • Sicht: Scheibenzustand, Wischer, Spiegel

In Deutschland ist die Abgasuntersuchung (AU) Teil des Prüftermins, wird aber separat ausgewiesen. Bei Elektrofahrzeugen entfällt die AU, was die Prüfkosten senkt.

Kosten der Fahrzeugprüfung in Österreich, Deutschland und der Schweiz

Die Kosten variieren je nach Prüfstelle, Region und Fahrzeugtyp. Die folgenden Richtwerte gelten für Personenkraftwagen mit Verbrennungsmotor (Stand 2026):

Land Kosten Anmerkung
Österreich 60–157 EUR Durchschnitt laut Arbeiterkammer (März 2026): 94 EUR. ÖAMTC-Mitglieder zahlen 60,30 EUR.
Deutschland 90–170 EUR HU allein ca. 90 EUR, mit AU zusammen 143–170 EUR je nach Bundesland und Prüforganisation (laut TÜV SÜD).
Schweiz 50–80 CHF Kantonal unterschiedlich. Hinzu kommen ggf. Kosten für die Vorbereitung in der Werkstatt.

Bei Elektrofahrzeugen liegen die Kosten in Deutschland niedriger (56–74 EUR), da keine Abgasuntersuchung anfällt. In Österreich sind die Pickerlkosten für E-Autos mit denen für Verbrenner vergleichbar (Durchschnitt 94 EUR laut Arbeiterkammer).

Die Schweizer MFK-Gebühren sind auf den ersten Blick günstiger, decken aber nur die amtliche Prüfung ab. Viele Fahrzeughalter lassen ihr Auto vorher in einer Garage prüfen und vorbereiten, was zusätzliche Kosten verursacht.

Vorbereitung: Wann eine Vorprüfung in der Werkstatt sinnvoll ist

Eine Vorprüfung oder Durchsicht vor dem offiziellen Termin kann sich lohnen, wenn das Fahrzeug älter ist oder Sie unsicher sind, ob alle Komponenten den Anforderungen entsprechen. Viele KFZ-Werkstätten bieten eine solche Durchsicht an. Dabei werden typische Mängelquellen kontrolliert:

So gehen Sie vor

  1. Termin vereinbaren: Planen Sie die Vorprüfung etwa zwei Wochen vor dem Prüftermin ein, damit Zeit für eventuelle Reparaturen bleibt.
  2. Beleuchtung selbst prüfen: Lassen Sie jemanden alle Lichter einschalten, während Sie ums Fahrzeug gehen. Defekte Glühbirnen sind ein häufiger Grund für Beanstandungen.
  3. Flüssigkeiten kontrollieren: Motoröl, Bremsflüssigkeit, Kühlwasser und Scheibenwaschanlage auffüllen.
  4. Warndreieck und Verbandskasten prüfen: Beides muss vorhanden und in einwandfreiem Zustand sein.
  5. Papiere bereitlegen: Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I) in Deutschland, Zulassungsschein in Österreich, Fahrzeugausweis in der Schweiz.
  6. Fahrzeug reinigen: Ein sauberes Auto erleichtert die Sichtprüfung von Unterboden und Radkästen.

Was passiert, wenn das Fahrzeug durchfällt?

Werden erhebliche Mängel festgestellt, wird die Prüfplakette nicht erteilt. Das Fahrzeug darf dann nur noch eingeschränkt genutzt werden — in der Regel zur Fahrt in die Werkstatt oder nach Hause.

In Deutschland haben Sie einen Monat Zeit, die Mängel zu beheben und zur Nachprüfung zu erscheinen. Die Nachprüfung kostet etwa 15–30 EUR und kann auch bei einer anderen Prüfstelle durchgeführt werden. Wird die Frist überschritten, ist eine vollständige neue Hauptuntersuchung erforderlich.

In Österreich beträgt die Frist für die Nachprüfung vier Wochen, sofern Sie nicht mehr als 1.000 Kilometer gefahren sind. Die Nachprüfung muss bei derselben Prüfstelle erfolgen und umfasst nur die behobenen Mängel sowie offensichtlich neue Defekte. Bei Gefahr im Verzug kann das Fahrzeug sofort stillgelegt werden.

In der Schweiz legt das kantonale Strassenverkehrsamt die Frist für die Nachkontrolle fest. Nicht bestandene Fahrzeuge erhalten in der Regel eine befristete Zulassung für die Reparatur.

Die Kosten für die Mängelbeseitigung trägt der Fahrzeughalter. Eine gute Vorbereitung reduziert das Risiko, bei der Prüfung durchzufallen.

Fazit

Die regelmäßige Fahrzeugprüfung ist in allen drei DACH-Ländern Pflicht, unterscheidet sich aber in Bezeichnung, Intervallen und Kosten. Wer den Termin rechtzeitig plant und das Fahrzeug vorbereitet, spart sich Stress und eventuelle Nachprüfungskosten. Betriebe in Ihrer Region, die Vorprüfungen oder Reparaturen durchführen, finden Sie etwa über die Suche auf ReparaturProfi.

Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.

Titelbild: El Jundi via Pexels.

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