Gasleitung prüfen lassen: Kosten und Prüfpflichten im DACH-Raum

Ein leichter Gasgeruch in der Küche, eine alte Therme, die seit Jahren zuverlässig läuft, oder ein Brief vom Netzbetreiber mit dem Hinweis auf eine fällige Überprüfung: Wer mit Erdgas heizt oder kocht, sollte wissen, wann die Gasleitung geprüft werden muss und was dabei auf einen zukommt. Die Prüfpflichten und Intervalle unterscheiden sich in Österreich, Deutschland und der Schweiz deutlich.

Warum die regelmässige Gasprüfung wichtig ist

Gasleitungen altern. Korrosion, Materialermüdung an Verbindungsstellen und Setzungen im Gebäude können über Jahre zu kleinen Undichtigkeiten führen. Diese sind oft nicht wahrnehmbar, weil Erdgas erst ab einer bestimmten Konzentration riecht. Eine schleichende Leckage bedeutet nicht nur Energieverlust, sondern ein ernstes Sicherheitsrisiko: Bereits geringe Gaskonzentrationen in geschlossenen Räumen können bei Zündung zu Verpuffungen oder Explosionen führen.

Die regelmässige Dichtheitsprüfung durch einen Fachbetrieb stellt sicher, dass alle Leitungsabschnitte — vom Hausanschluss bis zum Gasgerät — intakt sind. Wird ein Leck entdeckt, lässt es sich in den meisten Fällen reparieren oder sanieren, bevor es gefährlich wird.

Prüfpflichten im DACH-Vergleich

Die Prüffristen für Gasleitungen in Wohngebäuden sind in jedem Land anders geregelt. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick:

Land Rechtsgrundlage Prüfintervall Zuständig
Österreich ÖVGW-Richtlinie GK71 alle 15 Jahre konzessionierter Installateur
Deutschland DVGW-Arbeitsblatt G 600 (TRGI) alle 12 Jahre eingetragener Gasinstallationsbetrieb
Schweiz SVGW-Richtlinien, Gemeindevorschriften meist alle 14 Jahre vom Gasversorger zugelassener Kontrolleur

Österreich: Die Überprüfung gemäss ÖVGW GK71 ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie umfasst alle Gasleitungen im Gebäude — Steigleitungen, Verteilungsleitungen und Zähleranlagen. Wer die Frist versäumt, riskiert im Schadensfall den Versicherungsschutz.

Deutschland: Die Gebrauchsfähigkeitsprüfung nach TRGI muss spätestens alle 12 Jahre erfolgen. Der Fachbetrieb kontrolliert, ob die Leitungen noch betriebssicher sind. Zusätzlich wird bei jeder Änderung an der Gasanlage eine Dichtheitsprüfung verlangt.

Schweiz: Es gibt keine einheitliche eidgenössische Vorschrift. Grössere Gemeinden und Gasversorger verlangen eine Sicherheitskontrolle alle 14 Jahre, kleinere Gemeinden regeln das lockerer oder gar nicht. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Gasversorger nach den lokalen Vorgaben.

Was bei der Gasleitungsprüfung kontrolliert wird

Der Installateur — in Deutschland auch als SHK-Fachbetrieb bezeichnet, in der Schweiz als Sanitärinstallateur — führt eine systematische Kontrolle durch. Typischerweise umfasst die Prüfung:

  • Sichtprüfung aller sichtbaren Leitungsabschnitte auf Korrosion, Beschädigungen und vorschriftswidrige Verlegung
  • Dichtheitsprüfung unter Betriebsdruck mit einem Lecksuchgerät oder Prüfschaum an Verbindungsstellen, Armaturen und Verschraubungen
  • Funktionsprüfung der Absperreinrichtungen (Haupthahn, Gerätehähne)
  • Belastungs- oder Druckprüfung bei Verdacht auf grössere Undichtigkeiten oder nach Reparaturen
  • Dokumentation der Ergebnisse in einem Prüfprotokoll

Am Ende erhalten Sie ein Protokoll, das den Zustand der Anlage bescheinigt. Dieses Dokument sollten Sie aufbewahren — es kann bei Versicherungsfragen oder einem Eigentümerwechsel relevant werden.

Kosten für Gasprüfung und Dichtheitsprüfung

Die Kosten hängen von der Grösse der Anlage, der Leitungslänge und dem Anfahrtsweg ab. Die folgenden Richtwerte gelten für ein typisches Einfamilienhaus:

Leistung Kostenrahmen (brutto) Quelle / Stand
Einfache Dichtheitsprüfung (DE) ca. 80–100 € Branchendaten, 2025/2026
Gebrauchsfähigkeitsprüfung EFH (DE) ca. 120–160 € Branchendaten, 2025/2026
GK71-Überprüfung (AT) ca. 100–180 € Erfahrungswerte, je nach Betrieb
Sicherheitskontrolle (CH) ca. 120–200 CHF je nach Gemeinde und Versorger

In Mehrfamilienhäusern mit zentraler Gasversorgung kann der Preis pro Wohneinheit niedriger ausfallen, weil der Prüfaufwand auf mehrere Parteien verteilt wird. Vermieter können die Kosten in der Regel als Betriebskosten umlegen.

Wird bei der Prüfung eine Undichtigkeit festgestellt, kommen Reparaturkosten hinzu. Eine Rohrinnenssanierung kleiner Leitungsabschnitte kann laut Branchenangaben bei etwa 1.500 bis 2.500 Euro liegen, abhängig von Länge und Zugänglichkeit. Ein Austausch einzelner Leitungsabschnitte ist oft günstiger.

Was tun bei Gasgeruch oder Verdacht auf ein Leck

Wenn Sie Gas riechen oder einen Defekt vermuten, handeln Sie sofort:

  1. Keine elektrischen Schalter betätigen, kein Licht ein- oder ausschalten, keine Stecker ziehen.
  2. Fenster und Türen öffnen, um für Durchzug zu sorgen.
  3. Den Gashahn am Zähler oder Hausanschluss schliessen, falls gefahrlos erreichbar.
  4. Das Gebäude verlassen und andere Bewohner warnen.
  5. Von draussen den Gasnotruf Ihres Netzbetreibers anrufen (die Nummer steht auf der Gasrechnung) oder die Feuerwehr verständigen.

Ein Fachbetrieb sollte die Anlage erst nach Freigabe durch den Entstördienst wieder in Betrieb nehmen.

So finden Sie einen geeigneten Fachbetrieb

Gasleitungsprüfungen dürfen nur von zugelassenen Betrieben durchgeführt werden. In Österreich benötigt der Installateur eine aufrechte Gewerbeberechtigung, in Deutschland muss der Betrieb im Installateurverzeichnis des Gasversorgers eingetragen sein, in der Schweiz arbeiten zertifizierte Kontrolleure nach SVGW-Reglement. Betriebe in Ihrer Region finden Sie zum Beispiel über die Suche auf ReparaturProfi oder direkt beim zuständigen Gasversorger.

Fragen Sie bei der Terminvereinbarung nach dem Prüfumfang und den Kosten. Seriöse Betriebe nennen einen Pauschalpreis oder zumindest einen verbindlichen Stundensatz inklusive Anfahrt.

Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.

Titelbild: Jeremiah Buchanan via Pexels.

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