Drainage im Garten verlegen lassen: Kosten und wann es sich lohnt
Nach starkem Regen bleibt das Wasser im Garten stehen, der Rasen wird matschig und Beete verkümmern. Staunässe ist nicht nur lästig, sondern schädigt langfristig Pflanzen und kann im schlimmsten Fall bis ans Fundament des Hauses reichen. Eine fachgerecht verlegte Drainage schafft Abhilfe — vorausgesetzt, das Wasser kann irgendwo hin.
Wann eine Gartendrainage sinnvoll ist
Nicht jeder feuchte Garten braucht eine Drainage. Entscheidend ist, ob das Wasser nach Niederschlägen zügig versickert oder dauerhaft an der Oberfläche bleibt. Typische Anzeichen für Staunässe sind Pfützen, die länger als 24 Stunden stehen, dauerhaft weicher Rasen, Moos statt Gras und kümmerlich wachsende Gehölze.
Die häufigsten Ursachen sind verdichteter Boden (etwa Lehm oder stark beanspruchte Flächen), ein hoher Grundwasserspiegel oder fehlendes Gefälle. In solchen Fällen kann eine Drainage das überschüssige Wasser gezielt ableiten. Bevor Sie einen Landschaftsbauer beauftragen, lohnt sich ein einfacher Sickertest: Graben Sie ein etwa 30 Zentimeter tiefes Loch, füllen Sie es mit Wasser und messen Sie, wie lange das Wasser braucht, um zu versickern. Dauert es mehrere Stunden, ist der Boden schlecht durchlässig.
Drainagesysteme im Überblick
Je nach Problemlage und Grundstück kommen unterschiedliche Systeme in Frage.
| System | Beschreibung | Einsatzbereich |
|---|---|---|
| Flächendrainage | Netz aus perforierten Drainagerohren unter der gesamten Rasenfläche | Große Rasenflächen mit flächiger Staunässe |
| Ringdrainage | Drainagerohr rund um das Haus, führt Wasser vom Fundament weg | Schutz von Kellerwänden, bei drückendem Wasser |
| Sickergrube / Rigole | Unterirdischer Speicher, der Wasser sammelt und langsam an den Boden abgibt | Punktuelle Entwässerung, Regentonnen-Überlauf |
| Offene Entwässerungsgräben | Sichtbare Mulden oder mit Kies gefüllte Rinnen | Einfache Lösung bei leichter Staunässe, Hanglagen |
Bei einer Flächendrainage werden Drainagerohre in einem Kiesbett verlegt, das mit Vlies gegen Verschlammung geschützt wird. Das Wasser sickert durch das Kies, gelangt in die perforierten Rohre und wird zu einem Ableitungspunkt geführt — etwa einer Sickergrube, einem Vorfluter (Bach, Graben) oder dem Kanalnetz.
Ablauf der Arbeiten beim Landschaftsbauer
Der Landschaftsbauer beginnt mit einer Bestandsaufnahme vor Ort. Dabei prüft er Bodenbeschaffenheit, Gefälle und mögliche Ableitungspunkte. Auf dieser Basis erstellt er einen Entwässerungsplan mit Rohrverlauf, Gefälle (mindestens 0,5 bis 1 Prozent) und Anschlusspunkten.
Die eigentlichen Arbeiten umfassen das Ausheben der Gräben (meist 40 bis 80 Zentimeter tief), das Einbringen von Filtervlies und Kiesbett, das Verlegen der Drainagerohre sowie das Verfüllen und Wiederherstellen der Oberfläche. Bei größeren Flächen kommt ein Minibagger zum Einsatz. Je nach Komplexität dauert die Arbeit für einen durchschnittlichen Garten ein bis drei Tage.
In manchen Fällen arbeitet der Landschaftsbauer mit einem Installateur zusammen — etwa wenn das Drainagewasser an die Kanalisation angeschlossen werden soll oder eine Pumpe (Hebepumpe) nötig ist, weil das Gelände kein natürliches Gefälle bietet.
Kosten im DACH-Raum
Die Kosten für eine Gartendrainage hängen stark von Bodenverhältnissen, Grabungstiefe und gewähltem System ab.
| Leistung | Richtwert pro Laufmeter |
|---|---|
| Offene Entwässerungsmulde | 20–40 € |
| Rohrdrainage (inkl. Kiesbett, Vlies) | 50–80 € |
| Drainage mit Naturstein/Kiespackung | 60–100 € |
| Komplexe Systeme mit Sickerrigole | 80–150 € |
Diese Richtwerte gelten für Österreich und Deutschland und beziehen sich auf das Jahr 2026 (Quellen: MyHammer, Hausbau-Magazin.at). In der Schweiz liegen die Arbeitskosten erfahrungsgemäß etwa 20 bis 30 Prozent höher.
Für einen typischen Reihenhausgarten (etwa 20 bis 40 Laufmeter Drainage) sind Gesamtkosten zwischen 1.500 und 4.000 Euro realistisch. Nicht eingerechnet sind eventuelle Kosten für die Entsorgung von Erdaushub, Baumaschineneinsatz bei schwierigem Gelände oder die Anbindung an die Kanalisation.
Lassen Sie sich immer mehrere Angebote erstellen und achten Sie darauf, dass alle Leistungen (Aushub, Material, Wiederherstellung der Oberfläche) aufgeschlüsselt sind.
Häufige Fehler und wann eine Versickerung nicht genehmigt wird
Ein häufiger Fehler ist ein zu geringes Gefälle. Drainagerohre müssen mit mindestens 0,5 Prozent Gefälle verlegt werden, damit das Wasser zuverlässig abfließt. Ein zweiter Klassiker: fehlendes Filtervlies. Ohne Vlies dringt Feinmaterial ins Kiesbett und verstopft die Drainagerohre über die Jahre.
Besonders kritisch ist die Frage, wohin das Drainagewasser abgeleitet wird. Eine Versickerung auf dem eigenen Grundstück ist in vielen Gemeinden möglich — aber nicht überall erlaubt.
In Deutschland regeln die Bundesländer die Vorschriften unterschiedlich. Oberflächennahe Versickerung (z. B. Mulden, begrünte Flächen) ist außerhalb von Wasserschutzgebieten oft genehmigungsfrei. Unterirdische Anlagen wie Sickerschächte oder Rigolen erfordern in der Regel eine wasserrechtliche Genehmigung. In einigen Bundesländern (etwa Nordrhein-Westfalen) besteht sogar eine Versickerungspflicht für Niederschlagswasser.
In Österreich ist Regenwasserversickerung in vielen Gemeinden Pflicht, um die Kanalisation zu entlasten. Die genauen Anforderungen variieren jedoch je nach Gemeinde und Bundesland — eine Nachfrage bei der zuständigen Baubehörde ist sinnvoll.
In der Schweiz hat der Grundwasserschutz Priorität. In Grundwasserschutzzonen und auf Altlastenstandorten ist Versickerung grundsätzlich nicht zulässig. Eine Bewilligung ist erforderlich, und die Behörden bevorzugen oberflächennahe Versickerung über begrünten Flächen gegenüber unterirdischen Systemen.
Wenn Versickerung nicht möglich ist, bleibt der Anschluss an die Kanalisation — dieser ist jedoch gebührenpflichtig und muss mit dem örtlichen Versorger abgestimmt werden.
Abschluss
Staunässe im Garten lässt sich mit einer fachgerecht verlegten Drainage dauerhaft beheben. Entscheidend sind die richtige Systemwahl, ein ausreichendes Gefälle und die Klärung, wohin das Wasser abfließen darf. Betriebe in Ihrer Region finden Sie z. B. über die Suche auf ReparaturProfi.
Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.