Durchlauferhitzer oder Boiler austauschen lassen: Kosten und Ablauf

Das warme Wasser kommt nur noch lauwarm, der Boiler brummt ungewohnt laut oder der Stromverbrauch ist über die Jahre deutlich gestiegen. Solche Anzeichen deuten darauf hin, dass das Warmwassergerät in die Jahre gekommen ist. Der Sommer eignet sich gut für den Austausch, weil keine Heizlast anfällt und Installateur-Betriebe oft kurzfristiger verfügbar sind.

Wann ein Austausch sinnvoll ist

Durchlauferhitzer und Warmwasserspeicher haben eine typische Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren. Reparaturen lohnen sich bei älteren Geräten häufig nicht mehr, weil Ersatzteile knapp werden und der Energieverbrauch moderner Geräte deutlich niedriger liegt. Ein Austausch ist in folgenden Fällen sinnvoll:

  • Das Gerät ist älter als 15 Jahre und zeigt erste Defekte.
  • Die Warmwassertemperatur schwankt stark oder erreicht nicht mehr die gewünschte Temperatur.
  • Der Stromverbrauch ist über die Jahre merklich gestiegen.
  • Kalkablagerungen haben das Innere so stark beschädigt, dass eine Entkalkung nicht mehr ausreicht.
  • Bei einem Umstieg von Gas auf Strom oder umgekehrt, etwa im Zuge einer energetischen Sanierung.

Durchlauferhitzer oder Warmwasserspeicher: Was passt zu welchem Haushalt

Die Entscheidung zwischen Durchlauferhitzer und Speicher hängt vom Warmwasserbedarf, vom Platzangebot und von den vorhandenen Anschlüssen ab.

Durchlauferhitzer erhitzen das Wasser erst dann, wenn es gebraucht wird. Das spart Standby-Verluste, erfordert aber einen ausreichend dimensionierten Stromanschluss (bei Elektro-Modellen meist Starkstrom). Für Haushalte mit geringem bis mittlerem Warmwasserbedarf und kurzen Leitungswegen — etwa wenn das Gerät direkt unter der Spüle oder im Bad montiert wird — ist ein Durchlauferhitzer oft die passende Wahl.

Warmwasserspeicher (auch Boiler genannt) bevorraten eine bestimmte Menge heißes Wasser und halten es auf Temperatur. Das ist praktisch, wenn mehrere Zapfstellen gleichzeitig bedient werden oder größere Mengen Warmwasser auf einmal benötigt werden, etwa für ein Vollbad. Nachteil: Wärmeverluste im Speicher und höherer Platzbedarf.

Kriterium Durchlauferhitzer Warmwasserspeicher
Platzbedarf gering höher (je nach Volumen)
Warmwasser sofort verfügbar ja, nach kurzer Anlaufzeit ja, solange Speicher gefüllt
Standby-Verluste keine vorhanden
Gleichzeitige Zapfstellen begrenzt mehrere möglich
Anschlussvoraussetzung Starkstrom oder Gas Strom oder Heizungsanbindung

Für einen Zwei-Personen-Haushalt mit einer Dusche und einer Küchenspüle reicht meist ein elektrischer Durchlauferhitzer mit 18 bis 24 kW. Familien mit höherem Bedarf oder einem Badezimmer mit Wanne sind mit einem Speicher ab 80 bis 150 Litern oft besser beraten.

Kosten im DACH-Raum

Die Gesamtkosten setzen sich aus dem Gerätepreis und der Montage zusammen. Die Angaben beziehen sich auf 2026 und verstehen sich als Richtwerte — je nach Region, Geräteklasse und baulichen Gegebenheiten kann es Abweichungen geben.

Gerätepreise

Gerätetyp Preisspanne
Klein-Durchlauferhitzer (3,5–6 kW, für Handwaschbecken) 70–150 €
Durchlauferhitzer (18–24 kW, für Bad/Küche) 200–500 €
Durchlauferhitzer (leistungsstark, vollelektronisch) 500–1.200 €
Elektro-Boiler (80–120 Liter) 400–800 €
Warmwasserspeicher (200 Liter, emailliert) 800–1.000 €
Warmwasserspeicher (200 Liter, Edelstahl) 1.500–2.000 €

Quelle: Herstellerangaben und Branchenportale, Stand 2026.

Montagekosten

Der Stundensatz für Installateure liegt in Deutschland bei etwa 40 bis 70 Euro, in Österreich durch höhere Lohnkosten tendenziell 15 bis 20 Prozent darüber. In der Schweiz sind die Stundensätze nochmals höher und bewegen sich häufig zwischen 80 und 120 Franken. Hinzu kommen Anfahrtskosten von 20 bis 40 Euro.

Ein reiner Gerätetausch — also wenn die Anschlüsse passen und keine Leitungen verlegt werden müssen — dauert in der Regel zwei bis vier Stunden. Die Arbeitskosten liegen dann bei etwa 150 bis 350 Euro. Müssen zusätzlich Wasserleitungen angepasst oder neue Elektroanschlüsse gelegt werden, kann ein halber bis ganzer Arbeitstag anfallen, mit Kosten von 400 bis 800 Euro und mehr.

Für größere Warmwasserspeicher (ab 150 Liter) werden oft zwei Monteure benötigt, weil das Gerät entsprechend schwer ist. Die Installationszeit liegt dann bei vier bis sechs Stunden, die Gesamtkosten für Material und Montage können 1.000 Euro übersteigen.

Elektriker oder Installateur: Wer macht was

Die Frage, welcher Fachbetrieb zuständig ist, hängt vom Energieträger ab:

  • Elektrische Durchlauferhitzer und Boiler: In allen drei Ländern dürfen fest angeschlossene Elektrogeräte nur von einem konzessionierten Elektrofachbetrieb installiert werden. Der Elektriker schließt das Gerät an den Stromkreis an und prüft die Absicherung. Die Wasseranschlüsse übernimmt der Installateur (in Österreich und der Schweiz: Sanitärtechniker bzw. Sanitärinstallateur).

  • Gas-Durchlauferhitzer: Hier ist der Installateur federführend. Gas-Arbeiten erfordern eine entsprechende Zulassung und müssen in vielen Regionen vom Netzbetreiber oder von der zuständigen Behörde abgenommen werden. In Deutschland ist zusätzlich die Abnahme durch den Schornsteinfeger vorgeschrieben, in Österreich durch den Rauchfangkehrer.

Bei manchen Betrieben arbeiten Elektriker und Installateure unter einem Dach, sodass beide Gewerke aus einer Hand kommen. Das spart Koordinationsaufwand. Wenn Sie Angebote einholen, fragen Sie nach, ob der Betrieb beide Leistungen abdeckt oder ob ein zweiter Fachbetrieb hinzugezogen werden muss.

So gehen Sie vor

  1. Bestandsaufnahme: Notieren Sie Hersteller, Modell und Alter des bestehenden Geräts sowie die vorhandenen Anschlüsse (Starkstrom, Gas, Kaltwasserleitung).
  2. Bedarf klären: Wie viele Personen leben im Haushalt, wie hoch ist der tägliche Warmwasserbedarf, gibt es eine Badewanne?
  3. Angebote einholen: Holen Sie mindestens zwei bis drei Angebote von Fachbetrieben ein. Achten Sie darauf, dass die Angebote Gerätepreis, Montagekosten und Anfahrt separat ausweisen.
  4. Termin vereinbaren: Der Sommer und frühe Herbst sind gute Zeitfenster, weil die Installateure nicht mit Heizungsnotfällen ausgelastet sind.
  5. Altgerät entsorgen: Fragen Sie beim Fachbetrieb nach, ob die Entsorgung des alten Geräts im Preis enthalten ist. Manche Betriebe übernehmen das, andere berechnen eine Pauschale.

Fazit

Ein neuer Durchlauferhitzer oder Warmwasserspeicher verbessert den Komfort und senkt auf lange Sicht den Energieverbrauch. Die Gesamtkosten liegen je nach Gerätetyp und Aufwand zwischen 400 und 2.500 Euro. Wer sich unsicher ist, welches System zum eigenen Haushalt passt, lässt sich am besten vor Ort vom Fachbetrieb beraten. Betriebe in Ihrer Region finden Sie z. B. über die Suche auf ReparaturProfi.

Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.

Titelbild: Pavel Danilyuk via Pexels.

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