Fassade streichen lassen: Kosten, Ablauf und der richtige Zeitpunkt
Wenn die Fassade bröckelt, Risse zeigt oder einfach grau und verwittert wirkt, stellt sich die Frage: Selbst streichen oder den Fachbetrieb beauftragen? Bei einem Einfamilienhaus mit zwei oder drei Stockwerken ist die Antwort meist klar — ohne Gerüst und Erfahrung wird das Ergebnis selten zufriedenstellend. Der professionelle Fassadenanstrich schützt nicht nur vor Witterung, sondern beeinflusst auch den Wert der Immobilie.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Fassadenanstrich?
Die Fassadenfarbe braucht bestimmte Bedingungen, um richtig zu trocknen und dauerhaft zu haften. Zu kalt, zu heiß oder zu feucht — und das Ergebnis leidet.
Temperaturen: Die ideale Außentemperatur liegt zwischen 10 und 25 Grad Celsius. Wichtig: Auch die Nachttemperaturen sollten nicht unter 8 Grad fallen, da die Farbe sonst nicht vollständig durchtrocknet. In den meisten Regionen im DACH-Raum ist das frühestens ab Ende April der Fall.
Wetter: Bewölkte, aber trockene Tage sind optimal. Direkte Sonneneinstrahlung lässt die Farbe zu schnell trocknen, was zu ungleichmäßiger Haftung führen kann. Regen während oder kurz nach dem Streichen ist problematisch, da die Farbe dann Flecken bildet oder sich ablöst.
Beste Monate: Mai und Juni sowie September und Oktober bieten in der Regel stabile Bedingungen. Im Hochsommer kann starke Sonneneinstrahlung zum Problem werden, im Spätherbst wird es oft zu feucht.
Der Mai ist daher ein guter Zeitpunkt, um Angebote einzuholen — die Hochsaison für Fassadenarbeiten beginnt, aber die Auftragsbücher sind meist noch nicht vollständig gefüllt.
Wie läuft ein professioneller Fassadenanstrich ab?
Ein sorgfältig ausgeführter Fassadenanstrich besteht aus mehreren Arbeitsschritten. Je nach Zustand der Fassade kann der Aufwand erheblich variieren.
So gehen Sie vor
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Zustandsprüfung: Der Malerbetrieb begutachtet die Fassade vor Ort. Dabei werden Risse, Abplatzungen, Algenbewuchs und der allgemeine Untergrund dokumentiert. Diese Bestandsaufnahme bestimmt den Arbeitsaufwand.
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Gerüstaufbau: Für mehrstöckige Gebäude ist ein Standgerüst nötig. Das Gerüst wird vom Malerbetrieb organisiert oder über einen Gerüstbauer angemietet. Der Aufbau dauert je nach Hausgröße einen halben bis ganzen Tag.
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Reinigung: Die Fassade wird von Schmutz, Algen und losem Material befreit — meist mit Hochdruckreiniger oder Bürste. Dieser Schritt ist entscheidend für die Haftung der neuen Farbe.
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Untergrundvorbereitung: Risse werden verspachtelt, lose Putzstellen ausgebessert. Bei größeren Putzschäden kann eine Teilsanierung nötig sein, die den Preis deutlich erhöht.
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Grundierung: Eine Tiefengrundierung sorgt dafür, dass der Untergrund die Farbe gleichmäßig aufnimmt und nicht zu viel absaugt.
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Anstrich: In der Regel werden zwei Anstriche aufgetragen — der erste als Zwischenanstrich, der zweite als Deckanstrich. Zwischen den Schichten muss die Farbe trocknen, was je nach Wetter mehrere Stunden dauert.
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Gerüstabbau und Endreinigung: Nach dem Trocknen wird das Gerüst abgebaut und das Grundstück gereinigt.
Die Dauer hängt von der Fassadengröße und den nötigen Vorarbeiten ab. Für ein typisches Einfamilienhaus sollten Sie mit drei bis fünf Arbeitstagen rechnen, verteilt auf ein bis zwei Wochen (wegen Trocknungszeiten und Wetter).
Was kostet Fassade streichen lassen im DACH-Raum?
Die Kosten für einen Fassadenanstrich setzen sich aus Arbeitslohn, Material und Gerüst zusammen. Regionale Unterschiede sind erheblich.
| Kostenposition | Österreich | Deutschland | Schweiz |
|---|---|---|---|
| Fassadenanstrich pro m² | 25–50 € | 15–35 € | 80–110 CHF/Std. |
| Gerüstmiete pro m² | 5–12 € | 6–12 € | ca. 10–15 CHF |
| Typisches Einfamilienhaus (120–180 m² Fassade) | 4.000–9.000 € | 3.000–7.000 € | 5.000–14.400 CHF |
Preisstand: 2026. Quellen: fixbuddy.at, ofri.ch, Marktdaten Bundesverband Farbe. Die tatsächlichen Kosten hängen vom Fassadenzustand ab.
Was den Preis beeinflusst:
- Fassadenzustand: Eine Fassade mit vielen Rissen, Putzschäden oder Algenbefall erfordert mehr Vorarbeit.
- Farbqualität: Hochwertige Silikonharzfarben halten länger, kosten aber mehr als einfache Dispersionsfarben.
- Gebäudehöhe: Mehr Stockwerke bedeuten höhere Gerüstkosten und längere Arbeitszeiten.
- Regionale Lage: In Ballungsräumen wie Wien, München oder Zürich liegen die Stundensätze meist über dem Landesdurchschnitt.
Wichtig: Wenn Sie ohnehin ein Gerüst stellen, kann es sich lohnen, gleichzeitig eine Fassadendämmung prüfen zu lassen — die Gerüstkosten fallen dann nur einmal an.
Häufige Fehler und worauf Sie bei der Beauftragung achten sollten
Ein Fassadenanstrich ist eine Investition, die bei guter Ausführung zehn bis fünfzehn Jahre hält. Einige Fehler lassen sich vermeiden.
Nur ein Angebot einholen: Holen Sie mindestens zwei bis drei Angebote von verschiedenen Malerbetrieben ein. Achten Sie darauf, dass die Angebote vergleichbar sind — also die gleichen Leistungen enthalten.
Auf den billigsten Anbieter setzen: Ein auffällig günstiges Angebot kann bedeuten, dass an Material oder Vorarbeiten gespart wird. Fragen Sie nach, welche Farbe verwendet wird und wie viele Anstriche enthalten sind.
Keine Vorbesichtigung: Ein seriöser Betrieb besichtigt die Fassade vor der Angebotserstellung. Pauschale Angebote ohne Ortsbesichtigung bergen das Risiko teurer Nachforderungen.
Falsche Jahreszeit: Im Winter oder bei unsicherem Wetter sollten Sie keinen Fassadenanstrich planen. Fragen Sie den Betrieb, welche Wetterbedingungen er für die Arbeit voraussetzt.
Keine schriftliche Vereinbarung: Lassen Sie sich den Leistungsumfang schriftlich bestätigen — inklusive Anzahl der Anstriche, Farbtyp, Vorbereitung und Zeitrahmen.
Weitere Hinweise zur Zusammenarbeit mit Malerbetrieben finden Sie im Artikel Maler beauftragen: Kosten und worauf Sie achten sollten.
Fazit
Ein professioneller Fassadenanstrich schützt die Bausubstanz und wertet das Erscheinungsbild des Hauses auf. Mit der richtigen Planung — vor allem beim Timing und bei der Anbieterauswahl — lassen sich Kosten im Rahmen halten und Qualitätsprobleme vermeiden. Betriebe in Ihrer Region finden Sie z. B. über die Suche auf ReparaturProfi.
Dieser Artikel ersetzt keine fachliche Beratung. Im Zweifel den Rat eines konzessionierten Betriebs einholen.
Titelbild: Emilio Sánchez Hernández via Pexels.